Erneut hat Banner den Kampf gegen den Hulk verloren.
Diesen Sommer hat Regisseur Ang Lee einen Superhelden auf die Kino-Leinwände gebracht, der weit weniger Charisma als Batman oder auch Superman versprüht. Hulk ist sein Name, die Haut ist giftgrün, der Verstand eher der eines Kindes. Meist auf der Flucht vor dem Militär, hinterlässt das Kraftpaket eine Spur der Verwüstung. Das Spiel zum Film geht genau den gleichen Weg. Anfänglich steuern Sie noch Dr. Bruce Banner, der sich bei psychischer Überbelastung in die mächtige Kampfmaschine verwandelt. Ihre erste Herausforderung: Sie müssen den Weg in ein Forschungslabor finden, um dort mithilfe des Wissenschaftlers Ihr zweites Ich endlich loszuwerden. So viel sei verraten: Ihr Vorhaben geht schief, künftig sind Sie unterwegs, um einen Größenwahnsinnigen davor zu bewahren, ein Jahr nach den Geschehnissen des Films die Welt mit einer Gammastrahlen-Armee zu überschwemmen.
Erdbeben auf zwei Beinen
Die Verwüstung, die Sie als Hulk anrichten dürfen, ist bemerkenswert. Große Teile der Spielabschnitte können Sie zerstören, ähnlich wie bei der GeoMod-Engine aus dem Shooter Red Faction II ist aber längst nicht alles zerstörbar. Türen etwa, aus denen regelmäßig Soldaten strömen, sind fest verankert und überstehen selbst Hulks kraftvollste Attacken. Von den Angriffen sind zwei vorherrschend: der ohrenbetäubende "Überschall-Kracher" sowie eine Attacke, bei der Sie beide Fäuste in den Boden rammen. Für noch mehr Probleme auf der Feindesseite sorgt Hulk allerdings, wenn er in Rage gerät. Ein roter Balken zeigt an, wann es wieder Zeit für einen Wutausbruch ist, bei dem die Attacken noch effektvoller ausfallen. In den Spielarealen verteilt sind Energiebälle, durch deren Aufnahme sich diese Anzeige noch schneller steigern lässt. Eine für den Kampf ebenfalls hilfreiche Controllertaste ist der B-Knopf, mit dem Sie Gegenstände oder Feinde greifen. Wer will, kann mithilfe der linken Schultertaste sogar gezielt attackieren und so etwa ein Auto auf den Gegner werfen. Es geht aber auch anders: Ein hochgehobenes Auto dürfen Sie mit dem X-Knopf wiederholt als Schlagwerkzeug einsetzen. All diese Attacken gehen flüssig von der Hand, so dass Sie schnell eine für sich passende Schlagreihe entdecken dürften und nicht mit der Steuerung kämpfen müssen.
Abwechslung durch Rollentausch
Ab und an schlüpfen Sie während des Spiels wieder in die Haut von Bruce Banner. Da der Wissenschaftler kaum mit der Wehrhaftigkeit seines versteckten Ichs mithalten kann, ist dann Vorsicht angesagt. Zwar kann auch Banner austeilen, geht aber bereits nach wenigen Treffern zu Boden. Wichtiger ist es daher, unentdeckt zu bleiben und Feinde zu umgehen. An in den Spielabschnitten verteilten Konsolen müssen Sie außerdem unter Zeitdruck kleine Zahlenkombinationsrätsel lösen. Zusätzlich verschiebt Banner regelmäßig Kisten, um dem begehrten Gegenmittel und dem Endgegner näher zu kommen. Standard-Kontrahenten wie Soldaten und später auch Gamma-Krieger können freilich nicht mit den Zwischengegnern mithalten. Half-Life etwa ähnelt einem Vampir, statt Blut entzieht er Hulk Energie und lädt sich damit wieder auf. Wesentlich lästiger sind dann schon eher anrollende Panzer. Mit dem richtigen Timing können Sie allerdings deren Geschosse zum Absender zurückschicken. Regelmäßig werden Sie auch beobachten können, wie sich Feinde gegenseitig ausschalten, wenn solche Geschosse den grünen Muskelberg verfehlen.
Gereizte Sinne
Soundtechnisch sowie grafisch präsentiert sich Hulk ansprechend. Das Aussehen der Umgebungen sowie der Protagonisten ist der Comicgrafik nachempfunden, auch Zwischensequenzen werden in dieser Grafik dargestellt. Wenn auf dem Bildschirm allerdings viel passiert, so geht die für Hulk benutzte Grafikengine in die Knie. Das passiert vor allem dann, wenn größere Explosionen das Geschehen erschüttern. Effekt: Unschöne Ruckler, die den Spielfluss glücklicherweise aber nur kurz stören. Was Freunde des grünen Kolosses freuen wird: Über die Option "Hulk entfesselt" kann man sich Filmsequenzen über das Spiel und den Film anschauen.
