Hell Pie im Test: Obszöner, schwarzhumoriger 3D-Platformer aus deutschem Hause
Test
Wer sich schon lange ein neues Spiel wie Conker's Bad Fur Day gewünscht hat, sollte sich definitiv Hell Pie aus dem deutschem Entwicklerhaus Sluggerfly ansehen.
Studios, die ein Jump & Run auf den Markt bringen, haben sich gegen Größen wie Crash Bandicoot, Spyro und Super Mario durchzusetzen. Doch all diese Games haben nicht, was Hell Pie hat: jede Menge kruden Humor, sämtliche Körperflüssigkeiten und eine gesunde Dosis an Blasphemie. Hell Pie ist das dritte Spiel des deutschen Studios Sluggerfly, gegründet wurde es 2015 in Essen.
Das Studio hat einen ganz eigenen Stil entwickelt: Wie in den älteren Titeln des Teams (Ben and Ed, Ben and Edd: Blood Party) legt es auch in Hell Pie viel Wert auf schwarzen Humor und reichlich Ekelfaktor. Verbunden mit atmosphärischen Leveldesigns und klassischem 3D-Platformer-Gameplay erobert jetzt ein sonderbares Jump & Run den Spielemarkt. Auf Plattformen wie Steam erhält das skurrile Indie-Game, das am 21. Juli bereits veröffentlich wurde, reichlich gute Bewertungen. Was genau Hell Pie zu bieten hat, haben wir für euch in diesem Test zusammengefasst. Stellt euch auf jeden Fall auf einen grotesken Höllenritt mit viel Humor und Ekelfaktor ein. Wir wünschen allen Aushilfs-Dämonen viel Spaß beim Lesen!
In diesem Artikel
Um was zur Hölle geht es in Hell Pie?
Ihr spielt den süßen kleinen Dämonen Nate, einen unwichtigen Angestellten bei Sin Inc und Wächter des schlechten Geschmacks. Nate wird vom Firmenkoch beauftragt, die Zutaten für Satans Geburtstagskuchen zu beschaffen - und zwar dalli. Ihr lasst daher euer "geschmackvoll" eingerichtetes Büro hinter euch und begebt euch auf die Suche nach Eiern und Eiteraugen. Eine kleine Auswahl an Zutaten schon vorab, ohne das Geheimrezept zu verraten: In diesem Kuchen dürfen Tampons und Drogen nicht fehlen!
Quelle: PC Games
Nates Büro des schlechten Geschmacks. Wandtattoos und kitschige Wolfsposter inklusive!
Doch um all die ausgefallenen Zutaten zu beschaffen, braucht ihr Hilfe, weswegen euch ein kleiner Engel namens Nugget zur Seite gestellt wird (Ähnlichkeiten zum ehemaligen US-Präsidenten könnten rein zufällig sein). Mit Nate und Nugget erkundet ihr diverse Spielwelten, um nur das Beste für den Fürsten der Hölle zu beschaffen.
Nugget verleiht Flügel
Hell Pie bietet klassisches Platformer-Gameplay; ihr rennt, springt, schwingt und gleitet durch die Spielwelten, die teilweise offen und teilweise linear gestaltet sind. Insgesamt bietet Hell Pie vier verschiedene Level, die ihr nach und nach freischaltet, fünf, wenn man das Bürogebäude dazuzählt. Es gibt also eine Menge zu erkunden.
Quelle: PC Games
Nates' und Nuggets Skill-Tree. Je mehr ihr euren Engel mästet, desto mehr Fähigkeiten schaltet ihr frei!
Graduell schaltet ihr im Spiel immer mehr Fähigkeiten frei, dazu gibt es einen Skill-Tree für Nate und Nugget, mit diversen Komfort-Verbesserungen, die euch die Reise durch die Oberwelt erleichtern oder euren Attacken mehr Bums verleihen. Skillpoints erhaltet ihr nicht etwa durch EXP, sondern durch Dosenfutter-Collectibles für euren rundlichen Engelssklaven.
Zusätzlich zum Skilltree kann euer knuffiger Höllenprotagonist schmucke neue Dämonenhörner erwerben, die euch Fähigkeiten zur einfacheren und schnelleren Erkundung der Spielwelt verpassen, indem ihr süßen Einhorn-Lämmchen am Opferalter die Hörnchen vom Kopf reißt. Hail Satan!
Es lohnt sich auf jeden Fall euren Engel zu mästen und Lämmern den Hals umzudrehen, denn je mehr Fähigkeiten ihr habt, desto leichter fällt euch der Höllenritt. Das ist wichtig, da Hell Pie viel Backtracking aufweist, heißt: neue Fähigkeiten bringen euch in schon erkundeten Gebieten an neue Orte, die ihr vorher noch nicht erreichen konntet.
So wird es im Verlauf des Spiels immer einfacher, sämtliche Collectibles einzusammeln und Achievements zu jagen.
Die Steuerung wird verständlich erklärt und mit jeder neuen Fähigkeit zeigt euch das Spiel in Minitutorials, wie ihr diese am besten nutzt. Alles in Allem ist das Gameplay aber für jeden Spieler mit Platformer-Erfahrung sehr einfach, aber auch weniger abgebrühte Dämonen profitieren von den übersichtlichen und intuitiv gestalteten Menüs und der guten Steuerung.
Charmant ekelhaft
Kommen wir nochmal auf den einzigartigen Stil des Spiels zurück: Die Spielwelten, Charaktere und Dialoge sind so einfallsreich wie abstoßend. Selbst der schönste Strand in Hell Pie wird durch Blut, Leichenteile und Fäkalien entweiht. In den Welten steckt viel Liebe zum Detail und ihr entdeckt immer wieder neue Gags und Easter Eggs.
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