Quelle: Rockstar
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Es mutet zunächst schon etwas eigenartig an, nicht mehr zwischen Hochhäusern und durch Slums zu cruisen, sondern gemütlich über eine Landstraße zu tuckern und Traktoren auszuweichen oder mit einem Sandbuggy durch die Wüste zu heizen. Glücklicherweise hat es Rockstar North bravourös geschafft, die neuen Umgebungen genauso gut spielbar zu halten wie die Städte.
Davon abgesehen entsteht eine ganz neue Form von spielerischer Freiheit, wenn man das erste Mal mit einem Geländewagen querfeldein durch die Walachei brettert und sich keinen Pfifferling um Ampeln oder Gegenverkehr kümmert.
Angepasste Steuerung
Traditionell ergibt sich bei der komplexen und vielschichtigen GTA-Steuerung ein kleines Problem - es fehlt ein zweites Pärchen Schultertasten, das bei der PlayStation-Steuerung für einige wichtige Funktionen vorgesehen ist. So wird bei Fluggeräten die Bewegung um die Hochachse (also das so genannte Gieren per Seitenruder) mit diesen Tasten bewerkstelligt. Auf der Xbox sind die "Schwarz"- und "Weiß"-Buttons dafür zuständig, was eine kleine Umstellung bedeutet.
Prima geregelt sind dagegen die Drive-by-Shootings. Dazu wird ebenfalls mit den "Schwarz"- und "Weiß"-Tasten die Kamera nach rechts oder links geschwenkt. Geballert wird in diesem Fall, indem man zusätzlich mit dem Daumen die jeweils direkt darüber liegende Taste betätigt. So kann man also bei seitlicher Ansicht mit der A- oder der B-Taste feuern - je nachdem, in welche Richtung Sie gerade blicken.
An dem gesamten Spielablauf und der Geschichte hat sich dadurch aber nichts verändert. Die Story wird immer noch in witzigen, stilvollen Zwischensequenzen erzählt, die ebenso stimmig sind wie der exzellent ausgewählte Soundtrack. Trotz der Comic-Optik ist San Andreas ein sehr erwachsenes Spiel. Stereotype werden hier lediglich veralbert und erneut garantieren namhafte Synchronsprecher wie Samuel L. Jackson, James Woods und Peter Fonda für eine hervorragende Atmosphäre und Charaktere mit Tiefgang.
Verbesserte Technik
Die angepasste Steuerung bei den Drive-by-Shootings funktioniert prima.
Natürlich wurde San Andreas auf der Xbox nicht völlig neu programmiert. So halten sich die Unterschiede zur PS2-Version auf den ersten Blick in Grenzen. Die wesentlich stabilere Framerate auf der Microsoft-Maschine fällt allerdings sehr angenehm ins Auge. Außerdem wirkt die gesamte Welt einen Tick schärfer als auf der PS2. Die Entwickler haben an vielen Stellen neue, höher aufgelöste Texturen implementiert und durch aufwendigere Schattenwürfe sieht die Umgebung noch stimmiger aus.
Zwar darf man ohne Ladezeiten quer durch die gesamte Landschaft rasen, dafür zerren die Zwangspausen, sobald man Gebäude betritt oder Klamotten anprobiert, etwas an den Nerven. Ebenfalls enttäuschend sind die immer noch recht eingeschränkte Fernsicht und die verzögerte Anzeige der Texturen, wenn man beispielsweise mit einem Helikopter heranschwebt.
Häufig trüben in San Andreas dicke Nebelschwaden die Sicht. Das ist nicht selten sehr atmosphärisch, doch selbst an klaren und sonnigen Tagen versinken Häuser in der Ferne im Dunst. Letztlich ignoriert man diese Macken aber gerne, schließlich hat man einen ganzen Staat für sich allein. Besonders lobend sei zudem erwähnt, dass uns handfeste Bugs kaum unter die Augen gekommen sind.
Während in Driv3r an jeder zweiten Straßenlaterne irgendetwas faul war, wirkt San Andreas sehr ausgereift - und das, obwohl Rockstars Titel um ein Vielfaches komplexer ist als die Verfolgungsjagd-Simulation von Reflections. Gute Spiele zeichnen sich dadurch aus, dass sie kaum Anlass zur Kritik bieten. Herausragenden Spielen verzeiht man dagegen lächelnd auch mal eine gröbere Macke. Keine Frage: San Andreas ist auch auf der Xbox ein herausragendes Spiel!
