OXM - Xbox 360 - Grand Theft Auto IV: In Ballereien blickt ihr der Spielfigur nun über die Schulter und bewegt mit dem rechten Ministick das Fadenkreuz.
Eine weitere sehr sinnvolle und längst überfällige Gameplay-Verbesserung ist zudem die Tatsache, dass ihr nun endlich in einem Auto sitzend auch nach vorne schießen könnt. In den bisherigen GTA-Spielen war es nur möglich, nach rechts oder links zu ballern. Mit dem linken Bumper feuert ihr nun während der Fahrt, gezielt wird mit dem rechten Ministick. Dies ist nicht ganz einfach, vor allem in Kurven. Aber mit einem Auto durch eine Kurve zu rasen und gleichzeitig zu zielen, dürfte auch in der Realität nicht sonderlich einfach sein. Von Selbstversuchen bitten wir jedoch Abstand zu nehmen!
Führerschein machen
Apropos Fahrzeuge lenken: Dies funktioniert in GTA IV leider nicht mehr ganz so komfortabel, wie ihr es aus den Vorgängern gewöhnt seid. Etliche Vehikel steuern sich extrem schwammig und brechen selbst bei minimalem Einsatz der Handbremse sofort aus. Zudem reagieren die Bremsen der Fahrzeuge für unseren Geschmack zu träge. Dies gilt leider auch für Motorräder. Nach etwas Spielzeit gewöhnt man sich aber an diese Umstände und lernt, die Gefährte besser in den Griff zu bekommen. Zudem gibt es auch einige sportlichere Fahrzeugmodelle, die von Haus aus eine stabilere Straßenlage haben. Dafür sehen sämtliche Straßenfahrzeuge aber immerhin spitze aus und verfügen vor allem auch über beeindruckende Schadensmodelle. Unfälle haben zudem mehr denn je nicht nur Einfluss auf die Optik eines Autos, sondern auch auf dessen Physik. Knallt ihr mit dem linken Kotflügel bei hoher Geschwindigkeit gegen ein Hindernis, knickt nun auch physikalisch korrekt euer linkes Vorderrad ein und die Karre lässt sich kaum noch kontrollieren.
Technisch famos
Quelle: Rockstar
OXM - Xbox 360 - Grand Theft Auto IV: Wie in den Vorgängern dürft ihr euch jedes vorbeifahrende Vehikel unter den Nagel reißen.
GTA IV überzeugt ohnehin im technischen Bereich. Vor allem mit der Darstellung der großen, offenen Spielwelt haben die Hersteller einen neuen Maßstab im Genre der Sandkasten-Spiele gesetzt. Noch nie zuvor wirkte eine virtuelle Stadt in einem Videospiel so "echt" wie Liberty City in Grand Theft Auto IV. Die Darstellung der Gebäude ist detaillierter als jemals zuvor in einem vergleichbaren Titel, selbst in Innenlevels verwöhnen deutlich mehr Details das Auge des Betrachters. Auf den Gehwegen tummeln sich zudem mehr Passanten denn je, die sich ebenfalls realistischer verhalten. Sie rauchen, sie telefonieren, sie fluchen, sie lachen oder sie flüchten vor einem Polizisten. Selbst mehr Müll und Unrat ist auf den Gehwegen zu finden. Tolle Licht- und Schatteneffekte sowie Reflexionen und schicke Leuchtreklamen unterstreichen das beeindruckende Großstadt-Ambiente. Auch die Tag-und-Nacht-Wechsel sowie die Witterungsveränderungen sehen allesamt prima aus. Hin und wieder hängt der Nebel in den Straßen von Liberty City oder Blitze während eines Gewitters erhellen urplötzlich die Nacht. Dazu verhalten sich nun auch sämtliche Spielfiguren physikalisch korrekter als noch in den Vorgängern. Dafür zeichnet die Animations-Engine Euphoria von NaturalMotion verantwortlich. Diese sorgt dafür, dass sich eine Spielfigur in ihren Bewegungsabläufen den Einflüssen der Umgebung anpasst. Das bedeutet beispielsweise, dass ein Gegner jeweils anders umfällt, wenn ihr ihn aus unterschiedlichen Richtungen abknallt. Der Hauptcharakter Niko Bellic verfügt außerdem über einen Schwerpunkt, der es ihm beim Rennen ermöglicht, sich realitätsnah in die Kurven zu legen. Bedauerlicherweise macht er dies auch, wenn er langsam geht und dies sieht leider unfreiwillig komisch und weniger realistisch aus. Auch die Animation, wenn Niko im Laufschritt eine Treppe hinuntereilt, sieht eher nach einer Slapstick-Einlage aus. Komplett ohne Pop-Ups und Ruckler kommt zudem auch Grand Theft Auto IV nicht aus, aber das liegt in der Natur der Sache. In einer dermaßen großen virtuellen Welt muss ganz einfach eine Unmenge von Daten von der Xbox 360 verarbeitet werden und da lässt sich der ein oder andere Ruckler beziehungsweise das ein oder andere Pop-Up nun mal nicht vermeiden. Diese beeinträchtigen den Spielspaß aber ohnehin nicht im Geringsten.
Ganz vorzügliche Arbeit leistete Rockstar auch bei diesem GTA-Spiel im akustischen Bereich. Eine filmreife Sprachausgabe in feinstem gebrochenen Borat-Englisch macht die Hauptcharaktere sehr glaubwürdig und trotz ihrer kriminellen Energien auch sympathisch. Ein komplett und professionell in Deutsch synchronisiertes GTA-Spiel bleibt aber weiterhin ein Wunschtraum vieler deutschsprachiger Zocker. Mit 18 fiktiven Radiosendern bekommen die Spieler während der Fahrten in einem Vehikel aber immerhin einen sehr abwechslungsreichen Soundtrack geboten. Nicht nur die Auswahl der Songs, sondern auch die eingespielten Moderationen, Werbe-Spots oder Zuhörer-Anrufe sorgen zudem für Lacher am laufenden Band.
Hinweis der Redaktion:
OXM - Xbox 360 - Grand Theft Auto IV
Die schwarzen Balken am linken Rand der Screenshots sind auf ein vorübergehendes Problem unserer Grabbing-Software zurückzuführen. Die Balken sind im Spiel selbstverständlich NICHT zu sehen.
