God of War 3 im Test für PS3: Rätselspaß & God of Action

Test Sascha Lohmüller

God of War 3 endlich im Test für PlayStation 3: In unserem Review fühlen wir dem neuen God of War 3 ausführlich auf den Zahn, beleuchten Gameplay sowie Kampfsystem und verraten euch, weswegen Kratos' Rache mit einem Knall endet.

RÄTSELSPASS
Es gibt jedoch nicht nur derart makabere Puzzles, sondern auch Rätsel, die euer Denkvermögen weitaus mehr strapazieren. So landet Kratos im späteren Spielverlauf beispielsweise in Heras Garten. Dieses Labyrinth aus teils verschiebbaren Treppenstücken, Mauern, Hecken, Wasserfällen und frei herumstehenden Säulen scheint auf den ersten Blick keinen Ausgang zu haben. Mit einem bestimmten Schalter aktiviert ihr jedoch für kurze Zeit eine riesige Statue, die den gesamten Garten überblickt. Ihr seht nun quasi mit den Augen dieser Statue und vorher zusammenhanglose Treppenstücke verbinden sich, Wasserfälle fließen anders und ein Ausweg erscheint. Ein weiteres Labyrinth erwartet euch im Inneren des Olymps. Hier müsst ihr quadratische Räume drehen und anordnen, um erst ins Zentrum eines riesigen Würfels und später wieder hinaus zu gelangen. Das ist sehr nett inszeniert und erinnert ein bisschen an den Film Cube. Oftmals müsst ihr auch eure Gegenstände benutzen, um die Rätsel zu lösen. Dann gilt es, versteckte Türen durch das Licht des Helioskopfes sichtbar zu machen, Ranken mit dem Flammenbogen zu verbrennen oder Gestein durch ein paar kräftige Schläge des Cestus zu zerkleinern. Es gibt sogar eine antike Guitar Hero-Variante! Insgesamt sind die Puzzles in God of War 3 die bisher cleversten und kniffligsten der Serie, jedoch zu keiner Zeit frustrierend.

Schwinger: Allerlei Sprung-, Kletter- und Schwungpassagen gibt es selbstverständlich auch wieder - oftmals sind diese sogar recht herausfordernd. Quelle: Sony Schwinger: Allerlei Sprung-, Kletter- und Schwungpassagen gibt es selbstverständlich auch wieder - oftmals sind diese sogar recht herausfordernd.

Drück die Taste: Quicktime-Events sind serientypisch zahlreich vertreten, insbesondere als teils ultrabrutale Sterbehilfe für größere Gegner. Quelle: Sony Drück die Taste: Quicktime-Events sind serientypisch zahlreich vertreten, insbesondere als teils ultrabrutale Sterbehilfe für größere Gegner. GRÖSSER UND GRÖSSER
Clevere Rätsel, bombastische Inszenierung, gigantische Gegner … kann bei alledem die Technik Schritt halten? Kurz und knapp: Ja, sie kann. Im Vergleich zur Demo haben die Entwickler noch mal am Optik- Schräubchen gedreht und deshalb sieht God of War 3 nun einfach fantastisch aus. Das fängt schon im Hauptmenü an, in dem Kratos am rechten Bildschirmrand steht und man einzelne Poren und den Schweiß auf seiner Haut erkennen kann. Aber auch Partikeleffekte wie das Feuer des Flammenbogens oder die elektrischen, zuckenden Blitze der Nemesisklingen wirken täuschend echt. Auch die diversen Spielereien mit dem Kopf des Helios und stationäre Lichtquellen wie Fackeln und Lampen zaubern tolle Schatten und Lichtspielereien auf den Bildschirm. Selbst simple, geöffnete Orbkisten in einer dunklen Ecke sehen mitunter wunderbar aus. Auch die Animationen wirken geschmeidig und flüssig. Unser persönliches Highlight war jedoch der Marmorboden in Teilen des Olympia-Tempels. Die Spiegelungen waren zwar ein wenig unrealistisch, nichtsdestotrotz ist dies der schönste Boden, den wir je in einem Videospiel erblickt haben. Ja, Ekstase wegen eines Bodens - God of War 3 macht's möglich. Gepaart mit der bereits erwähnten, bombastischen Inszenierung, den teilweise riesigen Levels sowie Bossen und den Zwischensequenzen in Spielgrafik ergibt sich so eine Atmosphäre, die nicht nur die gesamte Konkurrenz, sondern auch die beiden Vorgänger in den Schatten stellt. An einer Handvoll Stellen kam es in unserer Vorabversion jedoch noch zu einigen Clippingfehlern.

Wir hoffen, dass die Entwickler diese kleineren Mängel noch ausbessern, am Gesamteindruck ändern sie ohnehin nichts. Auch beim Sound ist im Hause God of War 3 nicht Kleckern, sondern Klotzen angesagt. Die Musik wurde, passend zu einem in der griechischen Mythologie angesiedelten Spiel, von einem Orchester eingespielt und trägt durch die epischen Klänge die Atmosphäre mit. Die deutsche Sprachausgabe ist gut gelungen, wenn sie auch nicht ganz mit der englischen Original- Synchronisation mithalten kann. Glücklicherweise ist Letztere aber ebenfalls anwählbar. Wer also der englischen Sprache mächtig ist, schaltet die Sprachausgabe einfach im Optionsmenü um und genießt. Und auch für die Sammler unter euch gibt's wieder einiges zu entdecken. Neben Videos und Kostümen für Kratos schaltet ihr nach dem Durchspielen einen vierten, knallharten Schwierigkeitsgrad frei.

Goliath: Dieser riesige Kerl nennt sich Hephaistos und schmiedet euch im späteren Spielverlauf die mächtigen Nemesis-Klingen. Quelle: Sony Goliath: Dieser riesige Kerl nennt sich Hephaistos und schmiedet euch im späteren Spielverlauf die mächtigen Nemesis-Klingen.

SCHLAGKRÄFTIG
Wir erwähnten es bereits: Das Spiel gehört nicht in die Hände von Kindern. Die Finisher sind erbarmungsloser als je zuvor und vor allem die Bosskämpfe sind brutal inszeniert. Man merkt dem Spiel an, dass Sony Kratos als einen Racheengel darstellen will, der nichts mehr zu verlieren hat und auf nichts und niemanden Rücksicht nimmt. Erst gegen Ende des Spiels mischen sich wieder menschliche Gefühle abseits des blanken Hasses in das Profi l des Hauptcharakters. Das ist auch ganz gut so, denn obwohl Kratos von Rache getrieben ist, wäre er als seelenloser Mörder, der nicht mal vor Zivilisten haltmacht, einfach nicht mehr eine so beeindruckende Hauptfigur wie als innerlich zerrissener Krieger. Löblich, aber auch überraschend: Die deutsche Version ist komplett ungeschnitten, freigegeben ab 18 Jahren und identisch mit dem internationalen Original.

Episch: Die Türen zum Tartaros geben eine zerklüftete, trostlose Landschaft preis. Kein Wunder, schließlich liegt diese Hölle noch tiefer in der Unterwelt als der Hades. Quelle: Sony Episch: Die Türen zum Tartaros geben eine zerklüftete, trostlose Landschaft preis. Kein Wunder, schließlich liegt diese Hölle noch tiefer in der Unterwelt als der Hades. GOD OF ACTION
Wir fassen also zusammen: bombastische Inszenierung, wunderschöne Grafik, toller Sound, dichte Atmosphäre, packende Kämpfe und clevere Rätsel. Ein würdiger Nachfolger? Ja, definitiv, God of War 3 bietet zwar nicht mehr den Überraschungs-Effekt des ersten Teils, aufgrund der zahlreichen Momente, die für offene Münder sorgen, kann man dennoch mit Fug und Recht behaupten, dass wir hier die beste Episode der Serie serviert bekommen. Der beste Actioner des Jahres? Ja, denn so gut die Konkurrenz in den vergangenen zwölf Monaten war: Weder ein Bayonetta noch ein Dante's Inferno oder ein Darksiders können - obwohl sie gute Spiele sind - mit dem letzten Teil der God of War- Trilogie mithalten. Wer daher auch nur ansatzweise mit Action-Titeln etwas anfangen kann, besorgt sich dieses Spiel. Wer ein Fan der Serie ist, hat es wahrscheinlich ohnehin schon vorbestellt - zurecht!

Screenshots aus unserem Test zu God of War 3:

Bildergalerie

Meinungen

Wertung zu God of War 3 (PS3)

Wertung:

9.0 /10
Pro & Contra
Absolut bombastische, atemberaubende, nahezu perfekte InszenierungSpektakuläre Kampfszenen und ZaubereinlagenGut eingestreute, teils sehr clevere Rätsel und PuzzlesAtmosphärische, epische Story rund um Rache und Verrat, inklusive einiger WendungenAtemberaubende Technik, vor allem was die imposante Grafik anbelangt
Mini-Macken: Die Kamera ist manchmal unübersichtlich, Innovationen fehlen.
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