God of War 3 im Test für PS3: Ausnutzen ist toll

Test Sascha Lohmüller

God of War 3 endlich im Test für PlayStation 3: In unserem Review fühlen wir dem neuen God of War 3 ausführlich auf den Zahn, beleuchten Gameplay sowie Kampfsystem und verraten euch, weswegen Kratos' Rache mit einem Knall endet.

WAFFENKUNDE
Kratos wäre jedoch kein Kriegsherr (oder Kriegsgott), wenn er nur mit Gegenständen und Zaubern um sich werfen würde. Wie es sich also gehört, findet ihr im Spielverlauf diverse Waffen, jede für unterschiedliche Kampftaktiken ausgelegt und mit einer eigenen Zauberattacke ausgestattet (auslösbar durch R2). Und wie gewohnt verbessert ihr euer Arsenal, indem ihr gesammelte, rote Orbs dafür ausgebt. Der Lohn dafür: mehr Schaden und auslösbare Komboattacken. Die Verbannungsklingen erhaltet ihr, sobald ihr den Hades betretet: Sie sind im Grunde eure Standard- Waffe, wie die Chaosklingen in den beiden Vorgängern. Die Hadesklingen sind indes eure zweite Waffe. Spielerisch ähneln sie den Verbannungsklingen, zusätzlich könnt ihr jedoch Gegner zu euch heranziehen. Als Zauberattacke schleudert ihr je nach Ausbaustufe Zombies, Gorgonen, Chimären und andere Fabelwesen als Seelen auf eure Feinde. Besonders wertvoll ist hier der Steinblick-Angriff der Gorgonen, der einige Kämpfe enorm erleichtert. Danach erhaltet ihr den Cestus, der bereits durch vorab veröffentlichte Bilder und Trailer bekannt ist. Im Grunde handelt es sich hierbei um ein Paar Handschuhe im Löwenkopf- Design.

Todesurteil: Sobald das Kreistasten-Symbol über dem Kopf eines Gegners
aufleuchtet, ist der jeweilige Bösewicht reif für einen Finishing Move. Quelle: Sony Todesurteil: Sobald das Kreistasten-Symbol über dem Kopf eines Gegners aufleuchtet, ist der jeweilige Bösewicht reif für einen Finishing Move.

Phänomenal: Die Umgebungen sind allesamt einfach gigantisch und rauben euch den Atem, wie etwa in diesem Bild der Hades. Quelle: Sony Phänomenal: Die Umgebungen sind allesamt einfach gigantisch und rauben euch den Atem, wie etwa in diesem Bild der Hades. Wer den PSP-Ableger der God of War-Reihe Chains of Olympus gespielt hat, dürfte sich an die Zeus-Handschuhe aus diesem Titel erinnert fühlen. Neben enormem Nahkampfschaden könnt ihr als Spezialattacke eine Druckwelle auslösen, die Gegner zurückschleudert. Als letzte Waffe stellt euch der Schmiedegott Hephaistos die Nemesis-Klingen her. Diese ähneln ebenfalls den Verbannungsklingen, sind zusätzlich aber elektrisch aufgeladen und bieten dementsprechend auch eine Blitzoder Kettenblitzattacke, je nach Ausbaustufe. Bei unterschiedlichen Feinden ergeben sich so auch unterschiedliche Taktiken. Trefft ihr beispielsweise auf Gegner, die oft blocken, etwa die Satyrn, oder müsst ihr euch oft vom Gegner entfernen, wie bei Zyklopen oder bei Minotauren, so bieten sich schnelle Waffen wie die Verbannungsklingen oder die Nemesis-Klingen an. Gegen große Gegnermassen hilft unserer Erfahrung nach der Cestus am besten. Oder aber ihr kombiniert eure Waffen wild miteinander, je nach Kampfsituation. Denn auch hier bietet God of War 3 eine kleine, aber feine Neuerung. Ihr könnt nun nämlich mitten in einer Kombo fließend zwischen euren Waffen hin- und herschalten. Dinge wie den Gegner mit seinen Klingen in die Luft zu schleudern und dann mit dem Cestus zu Boden zu rammen, sind so nach einer kleinen Einübungsphase möglich und lassen die effektvollen Kämpfe noch einen Tick actionreicher aussehen. So etwas wie eine Zorn-Attacke gibt es übrigens auch wieder. Sobald sich eine Anzeige am rechten Bildrand füllt, dürft ihr die aus dem Vorgänger bekannte Klinge des Olymps zücken und seid für kurze Zeit stärker und unverwundbar.

AUSNUTZEN IST TOLL
Auch eure Gegner nutzt ihr mitunter zu euren Zwecken. Das normale untote Fußvolk beispielsweise greift ihr euch mit einem einfachen Druck auf die Kreis-Taste. Je nachdem, welche Taste ihr nun betätigt, zerreißt ihr den Gegner wortwörtlich in der Luft, verprügelt ihn weiter oder aber nutzt ihn als mobilen Rammbock und Schutzschild. Mit einem so gepackten Feind in eine Gruppe Kontrahenten zu stürmen und zuzuschauen, wie einige von ihnen über eine Klippe stolpern und andere gegen eine Wand gequetscht werden, das hat schon was. Auch Harpyien lassen sich zwar ungern, aber äußerst praktikabel missbrauchen. Steht ihr nämlich vor einem Abgrund, der zu breit ist, um darüber hinwegzugleiten, so heftet ihr euch einfach mit euren Klingen an die fliegenden Wesen. Ihr könnt dabei sogar von Harpyie zu Harpyie springen, noch während ihr in der Luft seid. Auf der anderen Seite angekommen, entsorgt ihr eure Flughilfen einfach durch einen beherzten Schwertstreich.

Lichtgestalt: Helios versucht euch zu blenden. Auch diese Szene ist interaktiv, ihr steuert also Kratos‘ Arm und versucht den Strahl abzuwehren. Quelle: Sony Lichtgestalt: Helios versucht euch zu blenden. Auch diese Szene ist interaktiv, ihr steuert also Kratos‘ Arm und versucht den Strahl abzuwehren.

Selbst etwas größere Gegner sind mitunter nützlich, einem Zyklopen etwa könnt ihr auf den Rücken springen. Dort nutzt ihr dann euer Schwert, um das Biest im Nacken zu kitzeln, was wiederum dazu führt, dass der einäugige Koloss wild um sich schlägt und ganze Gegnerscharen mit seiner Keule zu Klump verarbeitet. Ähnliches funktioniert mit Höllenhunden, diese wirbeln jedoch nicht mit ihren Klauen in der Gegend herum, sondern decken die Szenerie mit gespucktem Feuer ein. Solche Momente gibt es in God of War 3 zuhauf und sie sorgen für eine Menge Abwechslung im Kampf-Alltag. Unsere Lieblingsszene, was die Nutzung der Feinde angeht, war übrigens folgendes Puzzle: Hinter einem magischen Portal befand sich eine Plattform, die sich durch ein Gewicht nach unten verlagerte, um dort ein neues Portal freizulegen. Das Gewicht Kratos' allein reicht zu diesem Zwecke jedoch nicht aus. Die Lösung? Im betreffenden Raum erschienen immer wieder Hunde-Gegner. Wir griffen uns also die Biester und beförderten sie mit einem kräftigen, gezielten Tritt durch das Portal. Hunde-Fußball - einfach großartig, so moralisch verwerflich das auch klingen mag.

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