In Hollywood reichen Sequels nicht immer ans Original heran.Bei Entwickler Game Republic auch nicht.
Das Kamui siehtzwar spektakulärerals im Vorgänger aus, fügt sich aber nicht mehr so gut ins Kampfsystem ein.
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Eigentlich wollte Yoshitsune Feierabend machen. Er hatte ja auch einen stressigen Tag. Er musste lernen, die Zeit zu seinen Gunsten zu kontrollieren, hat sich mit Hunderten von Dämonen duelliert, Obermotz Kagekyo über den Jordan geschickt und nebenbei noch eine Prinzessin gerettet. Aber diese ekligen Heishi-Schergen lassen einfach nicht locker. Sei's drum, hat er eben noch eine Geschichte, die er seinen Enkeln mal erzählen kann. Leider muss der Held schnell feststellen: diese Geschichte wird er wohl nicht mehr erzählen wollen. Denn sie ist nicht halb so spannend wie die erste.
Verschlimmbessert
Das erste Genji für die PS2 bediente sich offensichtlich bei der Onimusha-Serie, konnte dank des coolen Kamui-Features, zweier unterschiedlicher Charaktere und der hübschen Optik dennoch eigene Akzente setzen und machte daher einfach Spaß. Für die PS3-Fortsetzung fallen die meisten dieser Elemente allerdings weg, beziehungsweise wurden nicht annähernd so gut umgesetzt wie im ersten Teil.
In Days of the Blade wird das Kamui beispielsweise nicht mehr benutzt, um das Spielgeschehen in Zeitlupe zu versetzen und so leichter Angriffe der Gegner kontern zu können. Stattdessen wirft man die Spielfigur und die umstehenden Gegner kurzerhand in eine Art Alternativdimension, in der, je nach Gegnertyp, eine bestimmte Tastenkombination eingeblendet wird, die es dann schnell zu betätigen gilt. Kombinationen und Timing hat man aber schnell verinnerlicht und spult sie dann fast automatisch ab.
Im Vorgänger erhielt man durch erfolgreich ausgeführte Kamui-Attacken außerdem Items, mit denen man neue Waffen herstellen konnte. Somit hatte man eine große Motivation, das Kamui zu meistern. In Days of the Blade finden Sie neue Schnetzelwerkzeuge nur noch in Kisten und können diese, wie auch Lebensenergie und Kamui-Kraft, lediglich aufwerten. Einsetzen müssen Sie dieses Feature trotzdem. Stellenweise strömen so viele Gegner auf Sie ein, dass Sie ihnen im normalen Kampf hoffnungslos unterlegen wären.
Mehr Kamui fürs Geld
Solche Szenen sehen auf Bildern gut aus. In der Praxis ist die Kameraführung aber extrem ungünstig.
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Die Charakterriege wurde von zwei auf vier Spielfiguren aufgestockt, die aktive Figur kann per Tastendruck ausgewechselt werden. Das ist auch nötig, um in den Levels voranzukommen. Denn Sie müssen nicht nur Massen von Gegnern auf die Rübe hauen, sondern durch Kombination der Charakterfähigkeiten auch kleine Geschicklichkeitspassagen meistern. Tatsächlich spielen sich alle Figuren in dieser Hinsicht auch sehr unterschiedlich, allerdings machen die Kämpfe, die den Mammutteil des Spiels ausmachen, letztendlich nur mit Yoshitsune Spaß.
Benkei ist noch träger als im Vorgänger, Prinzessin Shizuka zwar flink, aber sehr schwächlich, und Buson bei seinen Wirbelattacken viel zu statisch. Sicher lag auch im Vorgänger das Hauptaugenmerk auf den Kämpfen, allerdings waren diese dank des guten Kampfsystems und der besser ausgeglichenen Charaktere selbst bei einem zweiten Durchgang noch motivierend. Die Fortsetzung ist hingegen eher zäh und wird schnell langweilig bis nervig.
Blendwerk
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Selbst aus technischer Hinsicht kann Days of the Blade nicht vollends überzeugen. Grafisch gehörte der Titel zwar zu den besten japanischen Starttiteln, die Levels sind teilweise sehr imposant, es gibt einige schöne Umgebungs-Details zu bewundern und die Animationen wirken aufgrund dezenter Verwisch-Effekte stets sehr elegant, allerdings fallen einige Ruckler negativ auf.
Um all das noch spektakulärer in Szene zu setzen, wurden teilweise filmreife Kameraperspektiven gewählt. Aber auch hier schneiden sich die Entwickler ins eigene Fleisch. Aufgrund der (nicht frei verstellbaren) Kamera fehlt oft die Übersicht, Gegner sind häufig gar nicht auf dem Bildschirm zu sehen und können nur aufgrund der einblendbaren Übersichtskarte erahnt werden.
