For Honor in der Vorschau: Wir haben die Inhalte der Closed-Beta vorab ausprobiert - mit Preview-Video!

Special Matti Sandqvist
For Honor in der Vorschau: Wir haben die Inhalte der Closed-Beta vorab ausprobiert - mit Preview-Video!
Quelle: Ubisoft

Im Januar startet die Closed-Beta von For Honor. Wir durften schon jetzt die Inhalte der Probephase in Paris ausprobieren und zudem auch zwei Missionen der Singleplayer-Kampagne absolvieren. Ob der Einzelspielermodus tatsächlich ein guter Kaufgrund ist und was sich seit der Alpha getan hat, verraten wir euch in unserer Vorschau.

Für viele Spieler mag der Name Ubisoft nicht gerade für Innovation stehen - viel mehr verbindet man mit dem französischen Publisher die fast schon unzähligen Ableger der Assassin's Creed-Serie, die immer wieder auf ähnliche Gameplay-Mechaniken zurückgreifen. Doch während wir dem im Falle von Open-World-Spielen nicht unbedingt widersprechen möchten, sieht es unserer Meinung nach ganz anders in puncto Online-Shooter aus: Mit Rainbow Six - Siege haben die Franzosen nicht nur einen astreinen Mehrspielerballerspaß abgeliefert, sondern das Genre dank der großen Auswahl an Operators, sprich Spielerklassen, und ihren unterschiedlichen Taktiken tatsächlich vorangebracht - und wegen des innovativen Gameplays eine eingeschworene Fangemeinde erschaffen, die 2017 in die zweite DLC-Season startet.

For Honor in der Vorschau: Aufs Timing kommt es an

Ubisofts nächster Streich entführt die Online-Gemeinde hingegen zu blutigen Kämpfen mit Schwertern, Äxten und Speeren. Der Mittel­alter-Schnetzler For Honor ist bereits seit mehr als zwei Jahren in Arbeit und hat auch schon seine Closed-­Alpha-Phase im September hinter sich gebracht - und während der geschlossenen Testzeit zu Recht viele Vorschusslorbeeren geerntet. Wir hatten nun in Paris die Möglichkeit, die Inhalte der bevorstehenden Beta-Phase Probe zu spielen und konnten zudem zwei Missionen der Singleplayer-Kampagne absolvieren.

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Wer den Titel bislang nicht auf dem Schirm gehabt hat: In For Honor kämpfen je nach Modus bis zu zwei vierköpfige Teams gegenei­nander. Die Spieler schlüpfen dabei wahlweise in die Rollen von stolzen Samurais, verwegenen Wikingern oder edlen Rittern, die mit Katanas, Breitschwertern, Kampfäxten, Kriegskeulen und vielen anderen mittelalterlichen Waffen aufeinander losgehen. So weit, so bekannt - etwa aus Spielen wie Chivalry: Medieval Warfare. Das Besondere in For Honor ist aber das auf genaues Timing ausgelegte, sehr präzise Nahkampfsystem, das Paraden und Attacken in drei Richtungen erlaubt.

Im Vergleich zu Prügelspielen der Marke Street Fighter fällt das System jedoch nicht sehr komplex aus. Zum Beispiel muss man keine ewig langen Spezialattacken verinnerlichen, sondern - wenn überhaupt - auf einige Kombos aus einer Reihenfolge von leichten und schweren Attacken zurückgreifen. Da man aber in For Honor zudem auf relativ weitläufigen Arealen kämpft und es obendrein in einigen Mehrspielermodi neben den vier Kontrahenten noch mit Scharen von KI-Gegnern zu tun bekommt, dauert es nach unserer Erfahrung schon eine Weile, bis man sich in den kurzweiligen Gefechten zurechtfindet. Für die Abwechslung sorgen die unterschiedlichen Kampfstile der insgesamt zwölf Charaktere, die es zum Release des Mittelalterschnetzlers geben soll. Ihr könnt beispielsweise mit einem Conqueror der Ritter-Fraktion in die Schlacht ziehen, der gewissermaßen ein Allrounder ist oder aber einem Spezialisten wie den Oni der Samurai, der extrem agil ist, flink leichte Hiebe setzen kann und sich dadurch perfekt für Duelle gegen langsame Kontrahenten eignet. Wie bei anderen Online-Multiplayer-Titeln sammeln die Charaktere Erfahrungspunkte, mit denen man zum Beispiel die Waffen und Rüstungen der Haudegen verbessern kann - dies soll offensichtlich für die nötige Dauermotivation sorgen. Insgesamt geht das Konzept bereits jetzt sehr gut auf, vor allem weil das Kampfsystem ganz nach dem Motto "leicht zu erlernen, schwer zu meistern" aufgebaut ist. Allerdings gab es im Vorfeld Kritik wegen eines möglichen Pay2Win-Systems, das Erfahrungspunkte-Boosts und Ähnliches gegen Echtgeld erlaubt. Ubisoft hat die Meldung jedoch bis dato weder dementiert noch bestätigt.
In der Singleplayer-Kampagne müssen wir in einer Mission als Assassine feindliche Verteidigungsanlagen sabotieren. Quelle: Ubisoft In der Singleplayer-Kampagne müssen wir in einer Mission als Assassine feindliche Verteidigungsanlagen sabotieren.

For Honor in der Vorschau: Der ewige Krieg

Doch bevor wir uns auf dem Event in die spaßigen Mehrspielergefechte schmeißen und die Singleplayer-­Kampagne anspielten durften, stellte Game Director Damien Kieken die Faction Wars vor. Bei dem frischen Feature handelt es sich um einen persistenten Krieg zwischen den Fraktionen Samurai, Wikinger und Ritter, der von den Erfolgen der einzelnen Spieler beeinflusst wird. So soll jede Mission, jedes Mehrspielergefecht und jeder Kill den Kriegsverlauf zugunsten der eigenen Partei verändern. Wer jetzt die Sorge hat, dass man sich deshalb für immer auf die Kämpfer eines der Lager festlegen muss, dem können wir Entwarnung geben: Die Fraktionszugehörigkeit in puncto Faction Wars beschränkt nicht die Auswahl der Charaktere für die Kämpfe. Ergo: Wir sammeln auch als Wikingerfürst in den Gefechten Punkte für die Samurai, wenn wir uns für die japanische Fraktion entschieden haben. Überhaupt formieren sich die vierköpfigen Teams aus den Haudegen unterschiedlicher Parteien - was eigentlich nicht so recht zu dem ewigen Krieg der drei Parteien passt.

For Honor: Feurig geht es zu, was die Wikinger allerdings kaum interessiert. Quelle: Ubisoft Der schwere Raider der Wikinger-Fraktion zieht mit einer langen Kriegsaxt in die Schlacht. Was die Faction Wars aber beeinflusst, ist das Aussehen der Karten. Nach jeder Season, sprich nach zehn Wochen, werden die Erfolge auf allen Plattformen zusammengezählt und den zwölf Maps ein zum Punktestand passender Anstrich verpasst. Dabei wird aber tatsächlich nur das Aussehen der Umgebungen relativ marginal verändert, Statuen bekommen etwa eine andere Form oder die Farbgebung wechselt von Rottönen zu Nachtblau. Für die Teilnahme an den Faction Wars gibt es hingegen Belohnungen in Form von Erfahrungspunkten und Ausrüstungsgegenständen. Und schließlich gibt es noch nach jeder Season kostenlose neue Karten, für die man bei manch anderen Online-Spielen tief in die Tasche greifen darf. Ubisoft möchte ziemlich offensichtlich die Spieler langfristig an For Honor binden - ähnlich wie der Publisher es bereits mit Rainbow Six: Siege gemacht hat.

For Honor in der Vorschau: Singleplayer-Spaß?

Die spannendste Frage des Events unsererseits war, ob die Singleplayer-Kampagne - wie von den Entwicklern auf der E3 2016 angepriesen - für sich einen wirklichen Kaufgrund darstellt. Hier müssen wir aufgrund der zwei gespielten Missionen und der Tatsache, dass man auch für Solo-Aufträge stets online bleiben muss, leider sagen: Wohl eher nicht. Jedenfalls boten die beiden etwa 30 Minuten langen Aufträge nichts wirklich Außergewöhnliches und waren auch eher schlicht inszeniert. In der einen waren wir als Assassine der Ritter unterwegs und sollten feindliche Verteidigungsstellungen Verfolgungsszenen sorgen in den Einzelspielermissionen für ein wenig Abwechslung. Quelle: Ubisoft Verfolgungsszenen sorgen in den Einzelspielermissionen für ein wenig Abwechslung. sabotieren und in der anderen mussten wir uns als Wikingerhäuptling gegen einen diebischen Kameraden stellen. Am Ende spielten sich beide Aufträge relativ ähnlich: Wir mussten uns gegen Scharen ziemlich simpler KI-Schergen behaupten und gelegentlich durch einfaches Knopfdrücken bestimmte Stellen sabotieren beziehungsweise gestohlene Vorräte für uns beanspruchen. Die Wikinger-­Mission bot immerhin mit einem Bossfight und einer kurzen Verfolgungsjagd zu Pferde ein wenig Abwechslung. Da aber beide Abschnitte ebenfalls eher einfach inszeniert waren, sehen wir die größte Stärke der Kampagne in den normalen Kämpfen. Die fallen jedoch gegen menschliche Gegner im Mehrspielermodus deutlich herausfordernder aus und so scheint es nach unserer bisherigen Erfahrung der Fall zu sein, dass es sich bei der Kampagne eher um eine nette Dreingabe handelt. Wir lassen uns natürlich gerne eines Besseren belehren, zumal wir von der Handlung abseits des ewigen Krieges zwischen den drei Fraktionen so gut wie nichts wissen und man anhand von zwei Missionen schlecht sagen kann, wie gelungen die übrigen Aufträge werden.

For Honor in der Vorschau: Die neuen Helden

Der Shugoki der Samurai-Fraktion ist zwar langsam, teilt aber viel Schaden mit seiner Kriegskeule aus. Quelle: Ubisoft Der Shugoki der Samurai-Fraktion ist zwar langsam, teilt aber viel Schaden mit seiner Kriegskeule aus. Der wohl interessanteste Mehrspielermodus auf dem Event war die Dominion-Variante. Die Eroberungs­gefechte mit KI-Schurken sind den Alpha-Testern - und uns bereits seit der Gamescom - bekannt. Jedoch durften wir dieses Mal auf etwas anderen Karten und vor allem mit drei neuen Kämpfern unser Glück versuchen. Bei den Haudegen handelte es sich um einen schnellen Assassinen der Ritter-Fraktion namens Peacekeeper, den Kriegskeulen schwingenden Samurai Shugoki und den Allrounder der Wikinger mit dem Namen Warlord. Auffällig war wieder einmal, wie unterschiedlich man mit den Helden hantieren muss, um siegreich aus einem Duell hervorzugehen. So empfiehlt es sich zum Beispiel beim Shugoki, die Feinde auf Abstand zu halten, da der schwergewichtige Samurai nur sehr langsam parieren und angreifen kann. Der flinke Peacekeeper hingegen muss die Nähe zu den Gegnern suchen, da er vor allem mit schnellen Konterattacken Schaden verursacht. Offensichtlich war zudem, dass wir zumindest noch eine Weile brauchen werden, bis wir uns als echte Schwertmeister titulieren dürfen. Bei den Kämpfen kommt es vor allem auf das Vorausahnen der feindlichen Attacken und das Timing an, also auf zwei Dinge, für deren Verinnerlichung man zig Spielstunden benötigt. Im Dominion-Modus hängt der Erfolg aber nicht nur davon ab, ob man sich in den Zweikämpfen gut anstellt, sondern ebenso wichtig ist es, dass man als Team taktisch klug vorgeht. Auf dem Event klappte das bei uns auch ohne große Absprachen ziemlich gut, da es nur wenige Eroberungspunkte auf den Karten gab und man fast von alleine wusste, wo gerade am ehesten Hilfe gebraucht wurde. Daher könnten wir uns gut vorstellen, dass auch Internet-Par­tien mit fremden Mitspielern hervorragend funktionieren werden.

For Honor in der Vorschau: Probieren geht über Studieren

Ob For Honor in Deutschland eine USK-16-Freigabe bekommt, ist noch nicht bekannt. Jedenfalls geht das Spiel nicht gerade sparsam mit Pixelblut um. Quelle: Ubisoft Ob For Honor in Deutschland eine USK-16-Freigabe bekommt, ist noch nicht bekannt. Jedenfalls geht das Spiel nicht gerade sparsam mit Pixelblut um. Die beiden anderen Modi des Events empfanden wir hingegen zwar als nett für zwischendurch, aber nicht wirklich abendfüllend. Die Duell-Variante ist genau das, was der Name auch sagt: schlichte Zweikämpfe, in denen man drei von fünf Runden gewinnen muss. Elimination hingegen ist ein Team-Deathmatch-Modus für acht Spieler, in dem wir unsere Kameraden wiederbeleben können und zudem mit Boosts unsere Charaktere kurzzeitig verstärken. Hier kommt es fast ausschließlich auf den Skill der Beteiligten an und so können Partien unter geübten Kontrahenten durchaus spannend sein. Wenn aber das andere Team von den spielerischen Fähigkeiten her klar unterlegen ist, werden die Matches auch relativ schnell öde.

Insgesamt hinterließ der Mehrspielermodus wieder einmal einen hervorragenden Eindruck. Am Ende ist es aber schwer zu beschreiben, warum die Schwertkämpfe so viel Laune machen. Zum Teil liegt es natürlich am präzisen Kampfsystem, andererseits aber auch an der guten Optik und ebenso daran, dass es ein Spiel wie For Honor bis dato in der Form nicht gegeben hat. Unsere Empfehlung: Probiert die Mittelalterkämpfe in der Beta-Phase im Januar am besten selbst aus!

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