Ein Schritt nach vorn
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Der größte Unterschied zum Vorgänger sticht Fire Emblem-Kennern sofort ins Auge. Wo Path of Radiance noch langatmige Kampfeinlagen mit recht einfachen, abgehackten Charakteranimationen bot, wurde dieser Part in The Goddess of Dawn einer Generalüberholung unterzogen. Keine Sorge, das Grundprinzip der Konfrontationsdarstellung ist natürlich erhalten geblieben. Doch spielen sich die Kämpfe jetzt um einiges schneller ab und sorgen mit verschiedenen Bewegungsabläufen für mehr Dynamik.
So vollführen die Figuren zu Beginn beispielsweise ein paar stilvolle Moves, bevor sie sich ins Getümmel stürzen. Oder es kommt vor, dass ein angeschlagener Kämpfer hinfällt, anstatt jedes Mal wieder in seine Ursprungsposition zurückzukehren. Die Performance der Charaktere ist zwar noch weit von der Perfektion entfernt, macht im Hinblick auf den GameCube-Teil jedoch einen gewaltigen Schritt nach vorn.
Ein neues Gameplay-Element feiert in The Goddess of Dawn seinen Einstand: Die Höhenunterschiede. Diese fügen sich nahtlos ins Spielgeschehen ein und eröffnen zusätzliche Taktikmöglichkeiten. Von nun an finden die Missionen nicht mehr auf einer ebenen Karte statt, sondern können auch mal über einige Stockwerke verlaufen. So haben Bogenschützen beispielsweise eine gesteigerte Trefferquote, wenn sie den Feind im Untergeschoss aufs Korn nehmen.
Andererseits sinkt die Genauigkeit bei Angriffen, die von unten nach oben verlaufen.
Für mehr Übersichtlichkeit und Komfort sorgen zudem die Energiebalken, die unter jeder Einheit angezeigt werden. Dies erspart manuelles Nachsehen im Statusmenü und zeigt gleich auf den ersten Blick, wer ärztlichen Beistand benötigt.
Neu ist auch, dass die Laguz nicht mehr wie alle anderen Einheiten einer Level-20-Beschränkung unterliegen. Zudem können einige Personen ihre Charakterklasse zweimal wechseln.
In neuem Gewand
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Gekrönt wird der vorzügliche Rollenspiel-Strategie-Mix von seiner beispielhaften Präsentation. Zum einen glänzen die erstklassigen Zwischensequenzen mit superber Sprachausgabe, zum anderen sorgen die qualitativ hochwertigen Hintergrundmelodien für bombendichte Atmosphäre. Bemängeln könnte man bestenfalls, dass es sich beim Spielgrafik-Niveau lediglich um gehobenen GameCube-Standard handelt. Zudem existiert kein 16:9-Modus, was dem Spielspaß allerdings keinen Abbruch tut.
Mit seinem gigantischen Umfang und den vielen freispielbaren Goodies wird der Titel für viele schlaflose Nächte sorgen. Path of Radiance-Veteranen können außerdem ihren Spielstand auf die Wii-Version übertragen und somit ein paar Secrets freischalten, sowie auf ihre alten Charaktere zugreifen.
Mit Fire Emblem: The Goddess of Dawn haben die Entwickler einen weiteren, fantastischen Ableger der erfolgreichen Fantasy-Reihe auf die Beine gestellt. Dass das Spiel die 90%-Marke nicht erreicht, ist lediglich auf den Anbruch der neuen Konsolen-Ära zurückzuführen - letztendlich handelt es sich "nur" um eine GameCube-Portierung. Taktik-Fans brauchen jedoch nicht den Kopf hängen zu lassen - spielerisch überragt The Goddess of Dawn seinen Vorgänger mühelos. Bleibt nur noch zu hoffen, dass die europäische Lokalisierung nicht zu lange auf sich warten lässt.
