Nichts für schwache Nerven: Ein Jahr nach der PC-Fassung gruselt der Shooter auch 360-Spieler.
Am unteren Bildschirmrand läuft die verfügbare Slow-Motion-Zeit ab, der Schuss trifft.
Das Bürogebäude ist leer. Außer uns treibt sich offenbar niemand zu dieser späten Stunde in den Gängen der Firma Armacham herum, dabei ist es die größte private Rüstungsfirma der Vereinigten Staaten. Acht Milliarden Dollar Umsatz verdient der Konzern jährlich, doch der Erfolg kommt nicht von ungefähr. Die Armacham-Wissenschaftler nehmen es bei der Entwicklung neuer Waffensysteme mit der Berufsethik nicht so genau und haben in den vergangenen Jahren ein unglaublich grausames Projekt auf den Weg gebracht. Eine Armee aus 1.000 willenlosen Replikanten wurde entwickelt, um möglichst effektive Kampfstrategien umzusetzen.
Die Soldaten sollen nicht etwa von einem routinierten Militär ins Feld geführt werden, sondern von einem eigens für dieses Experiment gezüchteten und widerwillig in Gefangenschaft aufgezogenen Telepathen: Paxton Fettel. Nur durch seine genetisch gesteigerten geistigen Fähigkeiten befehligt er gleichzeitig Spezialeinheiten und kann wortlos komplexe Taktiken umsetzen. Doch da gibt es ein Problem: Fettel ist nicht nur telepathisch begabt, sondern auch allgemeingefährlich...
Durch seine Begabung gelingt ihm der Ausbruch. Einmal entfesselt tötet Fettel alle Wächter, lässt seine Opfer angeknabbert auf dem Boden liegen oder mit einer aufgeschlitzten Kehle in einem Drehstuhl verbluten. Solche Horrorszenen bereiten Sie gleich zu Beginn des Spiels auf die krassen kommenden Spielstunden vor - seinen Namen hat das Spiel von ungefähr. Dass F.E.A.R. auch in der Xbox-360-Fassung keine Jugendfreigabe bekam, hat also seine Gründe - und mit diesen Worten kehren wir zurück in die fast leeren Korridore des Armacham-Gebäudes.
Dort sind Sie als Teil einer speziell ausgebildeten Militäreinheit unterwegs, um den Armacham-Replikanten zu Leibe zu rücken. Die Wachen vor dem Eingang haben Sie geschickt erledigt, doch jetzt warten nur dunkle, menschenleere Büros auf sie. Sofern Sie für subtilen Grusel empfänglich sind, werden Ihnen an diesen ruhigen Stellen des Spiels die Nackenhaare aufstellen - denn es passiert - nichts.
Ihre Fußschritte hallen monoton durch die leeren Büros, die Musik eines eingeschalteten Radios versinkt im Hintergrund. Ein Gefühl der Einsamkeit entsteht, doch das hält nicht lange vor. Plötzlich schiebt sich eine vermummte Fratze ins Bild, verschwindet schnell, um einen Bruchteil einer Sekunde an anderer Stelle wieder aufzutauchen. Ein Arm holt aus, der Bildschirm färbt sich rötlich - und so schnell wie er kam verschwindet der Angreifer. Was tun?
Für jeden normalen Soldaten wäre diese Situation ausweglos, doch unser anonymer Protagonist hat eine Spezialfähigkeit: Mit der rechten Schultertaste schalten Sie die Zeitlupe ein - ganz wie in Max Payne 2. Einmal aktiv verlangsamt sich die Spielumgebung, so dass wir die flinken Supersoldaten nun mit gezielten Schüssen aus dem Weg räumen. Keine zehn Sekunden später liegt der Kerl auf dem Boden, da taucht der nächste auf...
