Far Cry 3 im Test: Das hat uns gefallen

Test Felix Schütz
Far Cry 3 im Test: Ubisofts Sandbox-Shooter im großen Test - jetzt auch mit Mehrspieler-Eindrücken! (1)
Quelle: Ubisoft

Far Cry 3 im Test für PC, Xbox 360 und PS3 und jetzt auch mit Mehrspieler-Eindrücken: Die Shooter-Reihe kehrt zurück auf die tropische Insel! In unserem Test erfahrt ihr, dass die Entwickler von Ubisoft einen großartigen Open-World-Shooter abgeliefert haben. In einer lebendigen Welt erwartet euch brachiale Action und eine gelungen Hauptstory. Die riesige Bewegungsfreiheit kann jedoch auch nicht über einige Mängel hinwegtäuschen.

Far Cry 3: Das hat uns gefallen

Far Cry 3: Große, offene Spielwelt

Die Spielwelt Rook Islands gliedert sich in zwei umfangreiche Inseln. Die erste darf man gleich nach dem Tutorial erforschen, und zwar ohne Einschränkungen: Niemand schreibt dem Spieler vor, wann er etwas zu tun hat, wohin er gehen soll, wie er seine Zeit verbringt (oder verplempert). Abseits der Hauptmissionen muss man sich seinen Spaß also gewissermaßen selbst suchen - das Gegenprogramm zu Schlauchshootern à la Call of Duty.

Far Cry 3: Gelungene, temporeiche Hauptquest

Trotz der großen Bewegungsfreiheit bietet Far Cry 3 eine gute, lineare Hauptquest, die man jederzeit verfolgen oder links liegen lassen kann. Die Story rund um Jasons Wandel vom Waschlappen zum Profikiller driftet hin und wieder zwar ins Trashige ab und hat auch ein paar Durchänger, doch dafür ist die Hauptquest stark inszeniert, abwechslungsreich und bietet auch ein paar spannende Wendungen: Jason fackelt beispielsweise Marihuanafelder ab, sammelt antike Kompassteile in jahrhundertealten Ruinen, versenkt ein Piratenschiff, infiltriert eine Söldnerbasis oder wühlt sich fluchend durch Leichenberge. Alles in allem bietet die Hauptquestreihe etwa 10 bis 15 Stunden gelungene, storylastige Shooter-Unterhaltung.

Far Cry 3: Atmosphärische, spannende Cutscenes

Ubisoft garniert die Hauptquestreihe großzügig mit gelungenen Skript-Sequenzen, die man stets durch Jasons Augen erlebt. Zusammen mit den interessanten Hauptfiguren und starken Sprecherleistungen entstehen so spannende (und auch ein paar grausame) Szenen, die lange im Gedächtnis bleiben.

Far Cry 3: Basis-Eroberung anstelle respawnender Patrouillen

Lässt man von der linearen Hauptquest ab und erkundet die Welt, merkt man schnell, dass Ubisoft aus alten Fehlern gelernt hat. Musste man sich in Far Cry 2 noch ständig mit respawnenden Gegner-Patrouillen und neu besetzten Wachposten rumschlagen, gibt sich der dritte Teil entspannter: Hier kann man die Spielwelt nach und nach von den Piraten zurückerobern, und zwar dauerhaft. Je mehr Gebiete Jason kontrolliert, desto weniger Feinde treiben sich herum. Wie das Erobern funktioniert, lest Ihr im nächsten Abschnitt.

Far Cry 3: Wer taktisch klug vorgeht, erobert eine Basis lautlos und ohne Alarm auszulösen - das gibt extra viele Erfahrungspunkte. Rambo-Naturen kommen aber natürlich auch rabiater ans Ziel. Quelle: PC Games Far Cry 3: Wer taktisch klug vorgeht, erobert eine Basis lautlos und ohne Alarm auszulösen - das gibt extra viele Erfahrungspunkte. Rambo-Naturen kommen aber natürlich auch rabiater ans Ziel. Far Cry 3: Spieler wählt seine Vorgehensweise

Der Spieler hat stets die Wahl, wie er im Kampf vorgehen will. Hier das Beispiel Basiseroberung: Jason schleicht sich an ein beliebiges Lager der Piraten heran, davon gibt es insgesamt 34 Stück. Zunächst späht man die Gegend aus und markiert gegnerische Wachposten mit einem Fernglas, wodurch man Feinde durch Wände und auf der Minimap erkennen kann. Dann legt man sich eine Taktik zurecht: Wild ballernd drauflosstürmen? Vorsichtig reinschleichen und die Alarmanlage sabotieren? Oder lieber aus der Distanz die Feinde mit dem Snipergewehr wegpflücken? Der Spieler entscheidet - je nach persönlicher Vorliebe, den gelernten Talenten und natürlich auch abhängig von den Waffen, die man mit sich führt.

Far Cry 3: Sinnvolles, aber stets optionales Schleichen

Wer gerne schleicht, bekommt dazu häufig Gelegenheit in Far Cry 3. Deckung suchen, Waffen mit Schalldämpfern bestücken, lautlos an Feinde ranpirschen - selbst Stealth-Muffel dürften mit den simplen Schleicheinlagen ihren Spaß haben. Die KI wirkt zwar manchmal etwas träge, funktioniert aber insgesamt recht gut: Feinde reagieren auf Geräusche und suchen bei einem Alarm gezielt die Umgebung nach dem Spieler ab. Vereinzelte, teils unfreiwillig komische KI-Aussetzer kommen zwar vor, doch damit muss man in einem Sandbox-Spiel, das weitestgehend auf Skripte verzichtet, einfach rechnen.

Far Cry 3: Viel Bewegungsfreiheit, wenig Leerlauf

Far Cry 2 nervte nach einer Weile mit langen Reisewegen. Das ist in Teil 3 simpler, aber auch besser gelöst: Jason schaltet nun zahlreiche Hütten in der Spielwelt frei, die er von überall aus mit einem Doppelklick erreichen kann - schon eine kurze Ladezeit später ist er am Ziel, ähnlich wie in Bethesdas Skyrim. In jeder Hütte befindet sich zudem ein Handelsautomat, wo man Beutestücke verkaufen und Waffen umrüsten kann - das ist nicht realistisch, sorgt aber für einen besseren Spielfluss und viel weniger Leerlauf als im Vorgänger. Wer mag, kann aber natürlich auf die Schnellreise verzichten und altmodisch reisen: Es gibt Autos, Quads, Jetskis, Boote und Drachenflieger, mit denen man flott von A nach B kommt. Die Fahrzeuge sind zwar optional, steuern sich aber recht gut - von Zeit zu Zeit macht's da einfach mal Spaß, über die Insel zu brettern.

Far Cry 3: Motivierendes Aufleveln über Talentbäume

Jason gewinnt durch Kämpfe und Quests Erfahrungspunkte, wodurch er im Level aufsteigt und Skillpunkte verdient. Wer beispielsweise taktisch klug vorgeht und eine Basis ohne Alarm auszulösen befreit oder Gegner besonders effektiv ausschaltet, erhält dafür einen dicken XP-Bonus. Mit so verdienten Skillpunkten schaltet man aktive und passive Talente in drei Bäumen frei - eine klassisch-gute Spielmechanik, die bis zum Schluss motiviert. Eine Respec-Funktion ist übrigens unnötig: Wer artig Nebenquests erledigt und von Zeit zu Zeit Schätze sucht, der bekommt dafür mehr als genug XP, um alle Talente im Spielverlauf freizuschalten.

Far Cry 3: Sehr gute Grafik

Grafisch ist Far Cry 3 ähnlich hübsch geraten wie sein vier Jahre alter Vorgänger (und nicht minder hardwarehungrig). Das optische Niveau von Crysis erreicht das Spiel zwar nicht ganz, doch das muss es auch nicht: Die Dschungel-Umgebung wirkt glaubhaft, Tag-und-Nacht-Wechsel sorgen für malerische Szenen und die Landschaft ist sagenhaft weitläufig. Ein Highlight stellen die Hauptcharaktere dar: Die Gesichter der Figuren sind fantastisch animiert, damit hebt sich das Spiel weit vom zweiten Teil ab. Gelegentliche Schönheitsfehler gibt es natürlich auch, etwa flackerende Schatten hier und da, selten fällt auch mal die Beleuchtung in den Außengebieten zu grell aus. Doch das ist in der Summe zu verschmerzen.

Nach einem reddit-AMA mit Schauspieler Michael Mando kochte die Gerüchteküche über: Komm etwas Vaas Montenegro zurück? Quelle: PC Games Far Cry 3: Der brilliant animierte, toll vertonte Vaas darf sich freuen: Seine beängstigenden Auftritte zählen zu den Highlights der Geschichte. Auch wenn er in der deutschen Fassung übertrieben viel flucht. Far Cry 3: Sehr gute deutsche Sprecher

Die meisten deutschen Hauptfiguren sind klasse vertont und geben wenig Anlass, auf die (trotzdem leicht bessere) englische Fassung zu wechseln. Einige Übersetzungsfehler und generell schwächere Sprecherleistungen bei den Nebencharakteren kratzen zwar etwas an der Stimmung, insgesamt ist die deutsche Fassung aber gut gelungen. Wer trotzdem lieber das Original spielen will, kann das tun: Wie bei fast allen Ubisoft-Spielen lässt sich die Audio-Sprache umstellen.

Far Cry 3: Starke Kämpfe, ordentliches Waffenangebot

Jason ist schnell, agil und kann auf eine große Auswahl kraftvoller Waffen vertrauen, die man sogar mit einigen Upgrades ausrüsten darf. Unter den lernbaren Talenten finden sich außerdem sogenannte Takedowns. Das sind brutale, blitzschnelle Nahkampfangriffe, die man beim Schleichen, aber auch im wildesten Feuergefecht sinnvoll anwenden kann. Beispielsweise kann man sich tauchend einem arglosen Feinde nähern und ihn wie ein Raubtier zu sich ins Wasser ziehen. Stilvoll und nützlich!

Gegner halten viel weniger Treffer aus als in Far Cry 2, Headshots markieren oft das Ende einer Auseinandersetzung - dadurch sind die Gefechte zwar recht leicht, aber auch flotter und spaßiger als im Vorgänger. Ein Glück: Die nervige Waffenverschleiß-Mechanik aus Far Cry 2 wurde gestrichen, Knarren nutzen sich also nicht mehr ab. Etwas ärgerlich jedoch: Die Waffenauswahl und Menüs wie der Item-Shop sind am PC nur umständlich zu bedienen - daran merkt man, dass Far Cry 3 auch für Konsolen designt wurde.

Far Cry 3: Nützliche Karte

Wo Far Cry 2 nur auf stark reduzierte Bildschirmanzeigen setzte, gibt sich Teil 3 wie ausgewechselt: Neben der jederzeit sichtbaren Minimap kann man nun eine große Karte aufrufen, die so ziemlich alles anzeigt: Quests, Basen, Hütten, Sammelbares, da bleibt nichts mehr verborgen. Durch die überdeutliche Karte und das Schnellreisesystem fühlt sich Far Cry 3 weniger realistisch an als sein Vorgänger, doch für den Spielfluss ist das klarer Gewinn.

Far Cry 3: Viele (kleine) Nebenbeschäftigungen

Abseits der Hauptquest kann man sich mit vielen Nebenaufgaben die Zeit vertreiben: Kartenspielen, Rennen fahren, Tötungsaufträge, Schätze sammeln und so weiter sind im Angebot. Als Lohn winken Erfahrungspunkte, Geld und mächtige, einzigartige Waffen. Auch wenn die meisten Sidequests und Bonusaufgaben von Far Cry 3 sehr simpel gestrickt sind, auf Dauer recht eintönig werden und mehr beschäftigen als wirklich unterhalten: Als Zeitvertreib zwischen der Hauptquest gehen die Nebenaufgaben völlig in Ordnung.

Wer nur stur die Haupthandlung verfolgt, hat das Spiel in rund 15 Stunden durch. Wer aber viele Nebenaufgaben erledigen und alle einzigartigen Waffen und Upgrades freischalten will, kann locker 25 Stunden einplanen. Übrigens: Das nervige Diamanten-Sammeln aus Far Cry 3 wurde ersatzlos gestrichen - stattdessen findet man nun bei besiegten Gegnern und in Kisten stets genug Geld, um sich neue Waffen und Munition leisten zu können.

Bildergalerie

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  4. Seite 4 Far Cry 3 im Test: Eindrücke aus dem Mehrspieler-Modus - und Wertungen
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