Fantasy General 2 angespielt: Nach 23 Jahren feiert der Hexfeld-Klassiker sein Comeback

Special Sascha Lohmüller
Fantasy General 2 angespielt: Nach 23 Jahren feiert der Hexfeld-Klassiker sein Comeback
Quelle: Slitherine

23 Jahre nach dem ersten Teil feiert der Hexfeld-Klassiker Fantasy General noch in diesem Jahr sein Comeback. Wir konnten nun einen Blick auf eine Vorschau-Version werfen und ungefähr ein Drittel des Spiels antesten - und verraten euch, was alles neu ist und wo sich das Spiel am Vorgänger orientiert.

Beherzt stürmt die schwere Infanterie nach vorne und zermalmt die gegnerischen Rattenmenschen - die stellen kein großes Hindernis dar, schließlich hat der Priester von Handola meine Werlöwen gesegnet. Siegessicher zerschmettert mein Schildkrötendrache auch noch eine Gruppe Baum-Menschen, während meine Flugschlangen einer bereits angeschlagenen Einheit von Samurai den Rest geben. Doch plötzlich bricht eine Gruppe Skelettbogenschützen durch die feindlichen Reihen und dezimiert meine Pegasus-Reiter ... Was sich liest wie der schlechte Fiebertraum eines noch schlechteren Fantasy-Autoren ist in Wirklichkeit ein alltägliches Szenario im Hexfeld-Klassiker Fantasy General von 1996. Damals war das Genre noch nicht so nischig wie heute und neben Battle Isle zählten die General-Titel von SSI zu den bekanntesten Vertretern - wenn auch eher die Panzer-Varianten, von denen die erste heute nach wie vor indiziert ist. Noch ahnt der Gegner nichts von unserer herannahenden Armee – der Wald hält uns verborgen. Hin und wieder lässt sich die KI so auch leicht in eine Falle locken oder ganz austricksen, wenn wir sie aus der Entfernung mit Belagerungswaffen bombardieren. Quelle: PC Games Noch ahnt der Gegner nichts von unserer herannahenden Armee – der Wald hält uns verborgen. Hin und wieder lässt sich die KI so auch leicht in eine Falle locken oder ganz austricksen, wenn wir sie aus der Entfernung mit Belagerungswaffen bombardieren. Statt unterschiedliche Einheiten zu kaufen, rekrutieren wir einen von wenigen Grund-Truppentypen und upgraden diesen dann ganz nach unseren Wünschen in eine bestimmte Richtung. Quelle: PC Games Statt unterschiedliche Einheiten zu kaufen, rekrutieren wir einen von wenigen Grund-Truppentypen und upgraden diesen dann ganz nach unseren Wünschen in eine bestimmte Richtung.

Überraschend wenig Fantasy

Nichtsdestotrotz ist es die Fantasy-Abwandlung, die nun schlappe 23 Jahre später eine Fortsetzung spendiert bekommt. Für die Entwicklung zuständig ist das österreichische Studio Owned By Gravity, als Publisher fungieren die englischen Strategie-Experten von Slitherine. Wir hatten nun die Möglichkeit, eine rund ein Drittel umfassende Preview-Version des Fantasy-Gehexes auszuprobieren. Und ... waren etwas überrascht, wie wenig Fantasy erst einmal im zweiten Teil steckt. Starteten wir den ersten Teil noch - je nach gewähltem General - mit Echsenmenschen, Luftkriegern und riesigen Käfern, erwartet uns nun eine etwas gesetztere Fantasy, die an die nordische Mythologie angelehnt ist. Das hat seinen Grund, denn anders als der erste Teil, dessen Story man knapp mit "Der böse General ist da, hau ihn um!" umschreiben kann, wartet FG2 mit einer durchgängigen Hintergrundgeschichte auf. Wir verkörpern den Sohn eines Stammesfürsten, der nach und nach in eine Verschwörung rund um Untote und feindliche Clans verwickelt wird.

Entsprechend beschränken sich die Fantasy-Elemente erst mal auf ein paar Fabelwesen (Trolle, Skelett-Krieger) sowie eine Handvoll Zaubersprüche. Dafür treffen wir zwischen den einzelnen Schlachten Entscheidungen, die den weiteren Verlauf der Handlung und unser Ansehen bei unterschiedlichen Fraktionen bzw. Personen beeinflussen. Helfen wir den Trollen oder bekriegen wir sie? Nehmen wir den Weg durch den Spinnenwald oder durch das Tal des verfeindeten Clans? Dadurch fängt Fantasy General 2 den durch die fehlenden unterschiedlichen Generäle niedrigeren Wiederspielwert etwas auf. Wie vom Vorgänger gewohnt verwalten wir zwischen den Schlachten unsere Armee und rekrutieren neue Truppen. Dazu benötigen wir nun allerdings nicht nur Gold, sondern oft auch noch drei Ressourcen - Waffen, Rüstungen, flüssiges Mana.

Schlag deine Schlachten!

Am Grundaufbau der Schlachtfelder selbst hat sich nicht viel geändert. Wie im Vorgänger stehen euch eine oder mehrere Startzonen zur Auswahl, in denen ihr eure Truppen positioniert. Der Aufbau der Karte und der Standort der feindlichen Truppen bleiben euch durch den Nebel des Krieges verborgen - dies lässt sich auch anders als im ersten Teil in den Optionen (aktuell) nicht ändern. Runde für Runde zieht ihr danach eure Truppen über die Karte und erfüllt die Missionsziele - mal müsst ihr eine Stadt einnehmen, mal einen NPC sicher ans Kartenende geleiten, mal einfach nur alle Feinde vernichten.

Greifen wir diese Truppe an, erhält sie gleich doppeltes Defensiv-Feuer durch die angrenzenden Fernkämpfer – und unsere Verluste wären dramatisch hoch, wie man am linken Bildrand sieht. Quelle: PC Games Greifen wir diese Truppe an, erhält sie gleich doppeltes Defensiv-Feuer durch die angrenzenden Fernkämpfer – und unsere Verluste wären dramatisch hoch, wie man am linken Bildrand sieht. Mehr noch als im Vorgänger ist dabei die Formation eurer Truppen wichtig. An vorderster Front sollten Nahkämpfer marschieren, in der zweiten Reihe die Fernkämpfer. Das hat mehrere Gründe. Erstens: Nahkämpfer wie etwa Speertruppen haben einen höheren Defensiv-Wert und können auch noch die Fähigkeit Ansturm, die einen Angriffs-Bonus verleiht, negieren. Fernkämpfer hingegen greifen nicht nur über ein Feld Entfernung an, sondern bieten angrenzenden Verbündeten auch Defensiv-Feuer, sofern diese attackiert werden - sind dafür aber anfällig gegenüber Infanteristen. Plänkler wiederum greifen zwar aus der Ferne an, bieten aber keine Defensiv-Unterstützung. Und das sind nur ein paar der unterschiedlichen Vor- und Nachteile. Bis man all diese Stein-Papier-Schere-Elemente sowie diverse Terrain-Gegebenheiten, Unterstützungs-Zauber oder Helden-Auren verinnerlicht hat, vergeht einige Zeit. Wichtig ist es dennoch, denn wie schon im Vorgänger sind einmal besiegte Truppen endgültig verloren - ärgerlich, wenn diese schon reichlich Erfahrung gesammelt hatten. Alles in allem fällt Fantasy General 2 in dieser Hinsicht noch einmal kniffliger aus als Teil 1 - klasse!

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Das Beutesystem

Eine Mechanik, mit der wir hingegen noch nicht ganz warm geworden sind, ist die Beute: Mit jeder Runde sinken die verbleibenden Reichtümer auf der Karte - ganz gleich ob in Höhlen, Ruinen oder feindlichen Städten. Doch nur wer hier reichlich einsackt, hat genug Ressourcen, um seine Armee zu unterhalten und aufzurüsten. Dadurch spielt sich FG2 eine ganze Spur gehetzter als der erste Teil, denn schon auf dem zweiten der drei Schwierigkeitsgrade müsst ihr euch mitunter regelrecht beeilen und dadurch die Schlachtenformation auflösen - was ihr wiederum mit Verlusten bei euren Truppen bezahlt. Wir haben das Gefühl, dass hier das Balancing noch nicht ganz hinhaut, denn bei unserem ersten Durchgang standen wir dadurch am Ende der sechsten Map mit einer dezimierten Armee dar und hatten trotzdem kaum noch Kohle, um sie wieder aufzubauen. Hoffen wir mal, dass die Entwickler bis zum Release noch an einigen Stellschrauben drehen.

Meinung

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