Fallout: New Vgas im Test für PS3: Das hat uns nicht gefallen

Test Felix Schütz

Nicht genial, aber immer noch gut: Im Test zu Fallout: New Vegas für PS3 wurde klar, dass das neue Rollenspiel seinem Vorgänger nacheifert, dabei aber Feinschliff und Fortschritt vermissen lässt. Warum? Das lest ihr in unserem ausführlichen Review.

Das hat uns an Fallout: New Vegas nicht gefallen

- Veraltete Optik & recycelte Spielwelt
Auch wenn die Grafikengine ziemlich veraltet wirkt: Manche Monster sind immer noch klasse gestaltet und lassen die angestaubte Technik kurzzeitig vergessen. Auch wenn die Grafikengine ziemlich veraltet wirkt: Manche Monster sind immer noch klasse gestaltet und lassen die angestaubte Technik kurzzeitig vergessen. Technisch basiert New Vegas auf der betagten Engine von Fallout 3, zudem wurden viele Texturen und Grafiken unverändert übernommen - im Grunde sieht New Vegas aus wie ein Add-on. Das hat zur Folge, dass das Spiel trotz relativ hoher Weitsicht, schöner Tageszeitenwechsel und netter V.A.T.S.-Zeitlupen optisch nicht mehr zeitgemäß wirkt, Ende 2010 sind die Spieler einfach schärfere Texturen und plastischere Charaktere gewohnt. Im Gegensatz zur PC-Fassung bietet die PS3-Version nur 720p und kein Anti-Aliasing. Der Effekt: Konturen und Kanten wirken auf Distanz ziemlich grobkörnig und unscharf, die Grafik wirkt insgesamt etwas unsauber. Auch störten uns einige Ladezeiten beim Location-Wechsel, die in mehreren Fällen deutlich die 15-Sekunden-Grenze überschritten. Das behindert den Spielfluss leider spürbar.

- Interface mit Altlasten
Leider verpasst Obsidian die wichtige Chance, dem Spiel einige Bedienungsmängel des Vorgängers auszutreiben: Vom umständlichen Listeninventar über das störrische Questlog bis hin zu der Karte, auf der sich keine Notizen anlegen lassen, wurde hier rein gar nichts verbessert. Immerhin gibt's auch ein neues Minispiel: Caravan ist ein komplexes Kartenspiel, das man mit vielen NPCs und in Kasinos bestreiten darf. Eine schöne Ergänzung, die natürlich prima zu dem Las-Vegas-Szenario passt.

- Einige Bugs
Wir testeten New Vegas insgesamt 40 Stunden lang auf Windows-PCs und noch einmal 20 Stunden auf der Playstation 3. Auch auf der Sony-Konsole fielen uns dabei leider einige Bugs auf. Da das Spiel aber enorm groß und umfangreich ist, konnten wir natürlich nicht alle möglichen Fälle überprüfen. In jedem Fall sollte Entwickler Obsidian zügig einen Patch nachliefern!

Ruckler tritt in Fallout: New Vegas häufig auf. Ruckler tritt in Fallout: New Vegas häufig auf. Häufiges Ruckeln: Egal, wo wir uns aufhielten, immer wieder zeigte die PS3-Version kurze Nachladeruckler, vor allem wenn neue Gegner erschienen. Dieses Problem ließ sich auch nicht durch eine Installation lösen.

Aufpoppende Grafiken: Nicht nur auf Distanz, sondern hin und wieder auch in der Nähe bauten sich manche Objekte und Texturen erst langsam auf. Das kratzt ein wenig an der Glaubhaftigkeit der Spielwelt.

Gelegentliche Abstürze: In unseren 20 Spielstunden auf der PS3 crashte das Spiel mehrmals, ohne erkennbaren Grund. Klingt krass, ist aber immerhin nicht ganz so dramatisch, da das Spiel eine faire Speicherfunktion mitsamt Autosave-Feature bietet. So ging uns zumindest nie viel Spielzeit verloren. Trotzdem: Abstürze in dieser Menge dürfen in einem fertigen Spiel eigentlich nicht vorkommen.

Wegfindungsprobleme: Hin und wieder blieben unsere Begleiter oder manche Gegner an Objekten in der Spielwelt hängen. Bei Begleitern ist's nicht weiter tragisch - hier genügt es, in ein anderes Areal zu reisen oder durch eine Tür zu gehen, schon ist der Kumpel wieder da.
o Skript-Fehler: Gerade in einigen der verschachtelten Fraktions-Questreihen geschah es, dass ein NPC mal falsch reagierte oder eine Quest ohne ersichtlichen Grund abgebrochen wurde. Das Problem löste sich in der Regel aber, sobald der letzte Spielstand nochmal geladen wurde.

- Unausgegorenes Balancing
Grundsätzlich richtet sich New Vegas eher an Spieler, die Fallout 3 bereits kennen. Ein Zeichen dafür: Selbst auf dem normalen Schwierigkeitsgrad fällt Fallout: New Vegas merklich schwieriger aus als sein Vorgänger. Viele Gegner benutzen nun starke Waffen, Monster wie Rad-Skorpione oder Todeskrallen teilen mehr Schaden aus und in einigen Indoor-Levels wird man buchstäblich von Gegnern überrannt. Auch sind Munition und Stimpacks nun seltener als in Fallout 3. Das ist grundsätzlich zwar schön, immerhin war Fallout 3 etwas zu einfach. Doch hin und wieder übertreiben es die Entwickler auch: Wenn man in manchen Orten (ja, wir meinen dich, Vault 34!) ohne Vorwarnung von Gegnern buchstäblich überrannt wird, kann Frust aufkommen.

- Durchwachsene Lokalisation
Die Lokalistation ist in Fallout: New Vegas nur durchwachsen. Die Lokalistation ist in Fallout: New Vegas nur durchwachsen. Das Spiel ist komplett eingedeutscht, was bei der schieren Größe von Fallout: New Vegas natürlich schon eine beachtliche Leistung ist. Die deutsche Lokalisation ist auch meist stimmig und insgesamt zufriedenstellend geraten, einige Übersetzungs- und Betonungsfehler stören aber dann doch ein wenig und schaden so der Atmosphäre. Etwas enttäuschend: Die deutsche Version lässt sich nicht auf die (deutlich besser klingende) englische Sprachen umstellen - dabei würde die Blu-ray-Disc doch problemlos genug Platz für weitere Sprachfassungen bieten.

- Kürzungen der deutschen Version
Ja, die deutsche Fassung von New Vegas ist zensiert, allerdings nicht so stark wie die von Fallout 3. Die Kürzungen betreffen nur menschliche und menschenähnliche Charaktere, ihnen lassen sich keine Körperteile mehr abtrennen. Anders bei Tieren und Monstern, hier sind alle blutigen Effekte enthalten. Auch brutale "Verzierungen" - aufgespießte Köpfe, verstümmelte Leichen - konnten wir in der deutschen Fassung entdecken. Inhaltliche Kürzungen wie fehlende Quests oder Dialoge gibt's laut Publisher nicht.

Bildergalerie

Wertung zu Fallout: New Vegas (PS3)

Wertung:

81 /10
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