Hier blickt schneller keiner mehr durch, wo oben und unten ist.
Wenn man sich den derzeitigen Videospielemarkt einmal so anschaut, entdeckt man größtenteils Nachfolger von bekannten Titeln oder Neuauflagen von althergebrachten Konzepten. Innovationen sind riskant, meist wird lieber auf das sichere Pferd gesetzt. Mit EyeToy bietet Sony der bestehenden Zielgruppe nicht nur Abwechslung, sondern könnte durchaus neue Käuferschichten erreichen. Zudem erhofft man sich auch von Drittherstellern breite und kreative Unterstützung der neuen Peripherie.
Sie sind der Star
Wer sich zum Kauf der kleinen Digitalkamera entschließt, bekommt zunächst einmal ein Schnupperpaket mit dazu. Zwölf Mini-Spielchen bieten grundsätzlich sehr ähnliches Gameplay und doch spielt sich kein Spiel wie das andere. Der Spieler steht vor seinem Fernseher und der Kamera. Die Mattscheibe wird zum Spiegel und nur am Rand ist auch Spielgrafik zu erblicken. Das Programm registriert nach kurzer Einrichtung die Bewegungen des Spielers. Mithilfe dieser Technik werden die unterschiedlichsten Spiele ermöglicht. Mal müssen von den Seiten heranstürmende Ninjas verprügelt werden, Ufos sollen mit kreisenden Handbewegungen auf die Reise geschickt werden, aber auch das Rhythmusgefühl ist gefordert. Alle Spiele sind schnell kapiert, jedoch keinesfalls so schnell gemeistert. Mit zunehmendem Schwierigkeitsgrad steigen auch die Anforderungen an das Reaktions- und Koordinationsvermögen des Spielers stark an. Für Anfänger oder Spieler, die noch nie ein Videospiel gespielt haben, empfiehlt sich daher der einfachste Schwierigkeitsgrad. So kann auch die Oma ihren Spaß haben, ohne lange Anleitungen zu lesen oder sich alles haarklein erklären lassen zu müssen.
Come together
Wie schon erwartet, steigt der Spaßfaktor mit der Anzahl der Spieler beziehungsweise der Anwesenden. Alleine taugt die Spielesammlung zwar als leichtes Basistraining für Fitness-Fans, der große Spaß kommt aber dennoch erst auf, wenn man sich vor Freunden und Verwandten zum Affen macht. Ein richtiger Multiplayer-Modus wird nicht geboten, die Spieler treten alle nacheinander an. Das macht aber nichts, denn so haben immer alle was zu lachen. Es bleibt zwar fraglich, wie viele (Groß-)Eltern sich tatsächlich vor den Bildschirm zerren lassen, aber mit EyeToy ist die Chance hierfür immerhin um einiges größer als mit jedem anderen Videospiel. Einige Effektspielereien und freispielbare Boni sind zwar bestenfalls auf dem Niveau von Gratissoftware, aber dafür ist die Kamera auch eine Investition in die Zukunft. Activision kündigte für Tony Hawk's Underground bereits die explizite Unterstützung der Kamera an, andere Hersteller werden folgen. Zukünftig wird man also tatsächlich selbst durch die Straßen skaten oder als Spieler die Fußball-WM gewinnen können. Da soll also noch mal jemand sagen, Videospiele würden sich nicht weiterentwickeln. Auf eine Prozentwertung haben wir verzichtet, da es wenig Vergleichbares gibt und gab. Für die bescheidene Qualität der Screenshots möchten wir uns entschuldigen. Leider bietet die Kamera zu diesem Zweck eine zu geringe Auflösung.
