Maus kommt kaum zwanzig Schritte weit ohne einen Lade-Bildschirm.
Eigentlich sollte Maus sich glücklich schätzen: Der junge Musikant mit einem sprechenden Instrument ist auf die malerische Insel Pandule eingeladen, um bei der Hochzeit des Königs aufzuspielen. Doch schon bald erhascht der rothaarige Held die ersten Blicke hinter die Fassade von Eintracht und Zufriedenheit, die das Eiland umgibt. Ähnlich wie Shadow of Memories ist Ephemeral Phantasia um eine Abfolge von Ereignissen aufgebaut, auf die der Spieler bedingt Einfluss nehmen kann. Maus durchlebt dieselben fünf Tage immer wieder von vorne, bis er alle nötigen Spielelemente und Fähigkeiten beisammen hat, um zum letzten Abschnitt durchzudringen. Hält er nicht gerade ein Schläfchen, so verstreicht pro Minute etwa ein Stunde Spielzeit. Ab und zu muss sich Maus an vorgegebenen Orten einfinden, wo sich eine Zwischensequenz abspielt, dann wiederum darf er kurzfristig umherstreifen, Mitstreiter anheuern, Erfahrungspunkte in Zufallskämpfen sammeln oder die Häuser braver Bürger ausräumen. Die drehbaren Polygon-Umgebungen hätten vor fünf Jahren wohl noch für Entzückung gesorgt, dürften heute aber kaum noch einen RPG-Fan hinter dem Ofen hervorlocken. Geradezu peinlich: Die Zufallskämpfe, wo sich Spielfeld, Menüdesign und Grafik-"Effekte" gegenseitig an Scheußlichkeit überbieten. Umso unverzeihlicher, dass das Game alle paar Sekunden stockt, um Grafiken nachzuladen - und trotzdem nicht ruckelfrei läuft. Highlight des Spiels ist auf jeden Fall die Musik, die zwischen getragenen Themen, stimmungsvollen Gitarrenmelodien und jazzigen Einlagen wechselt. Dass nirgends auch nur das Echo einer Sprachausgabe zu hören ist, muss wohl kaum noch extra erwähnt werden.
