Dying Light: The Beast - Eigenständiges Spin-Off statt Dying Light 2-DLC - geht das gut?
Special
Zur Opening Night Live der Gamescom 2 wurden die Gerüchte um Dying Light: The Beast endlich aus der Welt geräumt. Bis dahin haben sich Spieler gefragt, ob Techland tatsächlich ein neues Spiel statt des eigentlich geplanten DLCs bringt.
In der Gamescom 2024 -Präsentation bekräftigten die Entwickler uns gegenüber, im Charakter des ersten Teils Kyle Crane viel Potenzial zu sehen und dieses weiter auszubauen. Vorweg: Dying Light: The Beast wird für die Besitzer der Ultimate Edition von Dying Light 2 kostenlos sein, um keinem der Käufer vor den Kopf zu stoßen. Außerdem erscheint das Spin-Off sowohl für PC als auch die jeweils die aktuellen PS5 und Xbox Series X sowie die vorherigen.
Erwarten können wir im Grunde mehr vom gleichen - von Recycling kann aber trotzdem nicht die Rede sein. So bewegen wir uns in einem komplett neuen Gebiet, das nicht etwa aus einem der bekannten Teile stammt. In der uns gezeigten Demo gab es wie gewohnt einen dicht besiedelten Häuserabschnitt, der zum beliebten Parcour einlädt. Dazu kommt ein Waldgebiet, durch das wir ebenfalls rennen, uns aber auch mal - ohne viel Kletter-Action - im hohen Gras verstecken dürfen. Wir erlebten die gewohnt dichte Atmosphäre. Uns wurde auch ein Fabrikgebäude-Komplex gezeigt, der - an eine Hauptmission geknüpft - die Wahl zwischen leisem und lautem Vorgehen ließ.
Typische Parcour-Action
In diesem Teil präsentierte sich Dying Light: The Beast neben dem Parcour-Feature vor allem wie ein Action-Adventure mit militärischer Shooter-Action. Den richtigen Weg auf das Dach finden, menschliche Gegner per Knopfdruck leise ausschalten und beim Entdeckt werden mit Sturmgewehr um sich ballern. Ein generisches Call-of-Duty-Gefühl kommt trotzdem nicht auf, denn das Zombie-Spiel spart an Munition, die man ständig neu herstellen muss.
Wirkliches Survival-Gameplay haben wir aber nicht zu sehen bekommen, auch wenn wir damit rechnen, dass sich der Ableger an seine Vorlagen hält. Ein neues Feature, dass man uns hingegen vorgeführt hat, war der Biest-Modus. In einem Stand-Off gegen einen Zombie-Behemoth von unheimlichen Ausmaßen hat der Protagonist Crane keine Chance. Zumindest solange er nicht in eine Art Adrenalin-Zustand verfällt. In dieser Form kann er Beton-Schranken aus dem Boden reißen und auf seine Gegner schleudern, Sprungangriffe mit erschütternden Einschlägen vollführen und seinen Gegner mal eben den Kopf abreißen.
Das Biest aufwecken
Fast schon übermächtig, ist der ungleiche Kampf schnell ins Gegenteil verkehrt und der Widersache in kürzester Zeit zu Kleinholz verarbeitet. Wie genau sich der Wut-Modus verhält, hat man uns noch nicht verraten, aber wir gehen davon aus, dass er nicht zu oft zum Einsatz kommt. Andernfalls verkäme The Beast zum reinen Schnetzler: Das wäre zwar ein kurzweiliges Vergnügen, hat dann aber wenig mit Dying Light zu tun.
Außerdem pochten die Entwickler bei Techland darauf, wie bedrohlich die Welt gleichzeig noch ist. Ganz klassisch müssen wir nach wie vor sichere Verstecke ausfindig machen, diese von Gegnern befreien und den Strom zum Laufen bringen, um außerhalb der Basis zu übernachten. In der uns gezeigten Demo gelangten wir dafür in einen Keller und machten dort einen Charger unschädlich. Um überhaupt in den richtigen Raum zu kommen, muss man erst einmal durch einen Lüftungsschacht krabbeln: Die Entwickler sprachen davon, dass man den Spieler dazu einladen will, mehr die Umgebung zu erkunden.
Repetitives Gamedesign?
Die schiere Menge, an Lüftungsschächten in der Demo hat uns zwar etwas stutzig gemacht, bevor wir aber richtig ins Spiel starten können, wollen wir nicht vorschnell urteilen. Stattdessen hoffen wir, dass es auch andere Mechaniken gibt, mit der wir im fertigen Abenteuer an einer geschlossenen Tür vorbeigeleitet werden.
Wovon wir hingegen nicht genug bekommen, ist Cranes Parcour-Fähigkeiten, die sich mit seinen neuen Biest-Kräften noch verbessert haben. Mit unheimlich weiten Sprüngen und schweißtreibenden Wandläufen bewegen wir uns so stilvoll und gekonnt durch die Welt, dass man alleine vom Zuschauen nicht genug bekommt.
Da ist es schon fast schade, dass wir in manchen Quests angehalten sind, mit einem Pick-Up-Truck durch die Gegend zu fahren, um irgendwelches, Missions-relevantes Zeugs rumzukarren. Wie sich die Fahrzeige steuern, konnten wir leider nicht testen, aber man hat uns gesagt, dass Vorsicht das oberste Gebot sei. Im Gegensatz zu den meisten Racern sind die Autos nämlich in Dying Light nicht unzerstörbar und brauchen außerdem Benzin, dass wir im Zweifel selbst herstellen müssen. Den ein oder anderen Zombie kann man aber trotzdem mitnehmen - das verwesende Fleisch bietet zum Glück nicht so viel Widerstand, als dass man mit allzu argen Kratzern in der Motorhaube rechnen müsste.
Extrem gewalttätig
Wo sich der erste Teil der deutschen Indizierung unterwerfen musste und der zweite Teil mutmaßlich nur durch einige Einschnitte im Gameplay diesem Schicksal entkommen ist, traut sich The Beast explizite Brutalität. Wir reden nicht nur von Schädeln mit Baseballschlägern einzutrümmern und Köpfe aus ihren Sockeln zu reißen. In einer Animation drücken wir beispielsweise die Augen eines Infizierten in seine Höhlen. Das klingt vielleicht nicht so schlimm, ist aber durchaus ein Gore-Level, das man so nicht alle Tage sieht. In der Regel dürfte dies bei den deutschen Behörden gar nicht gut ankommen.
Wir wollen aber den Teufel nicht an die Wand malen und freuen uns auf den Ableger, der über das einfache DLC hinausgeht. Das sich Techland an ihre Erfolgsformel hält, kann man ihnen eigentlich nur zugutehalten. Wann wir dann aber wirklich spielen dürfen, wissen wir leider noch nicht. Wir hoffen aber auf das Jahr 2025. Bis dahin können wir ja noch im Vorgänger rumrennen und uns am Zombie-Schlachten ohne Superkräfte üben. Das macht schließlich auch Spaß und ist bereits altbewährt.
