Dragon Age 2 Test - Das hat uns nicht gefallen / Wertung

Test Stefan Weiß

Mass Effect 2 hat es vorgemacht: Der Action-Anteil steigt, RPG-Elemente werden reduziert. Geht Bioware für Dragon Age 2 genau so vor? Dragon Age 2 glänzt durch actionreiche Kämpfe. Doch was ist mit den klassischen Rollenspielelementen? Unser Test sagt euch, was Sache ist!

Spielweltgestaltung im Fließbandprinzip, langweilig und einfallslos
So glaubwürdig die Charaktere in Dragon Age 2 auch sind, die Spielumgebung ist es nicht. Modulabschnitte und Schlauchlevels statt einer großen, zusammenhängenden Welt – das ist schon seit Neverwinter Nights stets die Achillesferse der Bioware-Spiele. Wie schon in Origins kommt auch in Dragon Age 2 das gewohnte "Baukastensystem" in Sachen Levelgestaltung zum Einsatz. Dabei ist jedes Questgebiet ein durch eng vorgegebene Wege geprägtes Areal, in dem vorgefertigte Landschaftsmodule Verwendung finden. An fixen Ein- und Ausgangspunkten betritt und verlässt man einen solchen Abschnitt. Selbst Hauptschauplätze wie Kirkwall, die Knochengrube oder der Sunderhügel wirken oft zu steril und leblos.

Dragon Age 2: Isabela als Schurkin ist auf den Zwei-Waffen-Kampf beschränkt. Bogenschießen etwa, können Sie ihr nicht beibringen. Quelle: PC Games Dragon Age 2: Isabela als Schurkin ist auf den Zwei-Waffen-Kampf beschränkt. Bogenschießen etwa, können Sie ihr nicht beibringen. Obwohl es dort etliche NPCs gibt, stehen die meisten davon nur spärlich animiert in der Gegend herum. Gerade Kirkwall, das doch eine total überlaufene Zufluchtsstätte darstellen soll, wirkt an vielen Ecken so sortiert und aufgeräumt wie eine Kaserne beim Generalsbesuch. Tiere, die für etwas Belebung in den Gassen sorgen könnten, gibt es schon gleich gar nicht. Doch welche Ausmaße die Sparsamkeit beim Leveldesign vieler Nebenquestgebiete annimmt, lässt uns schier ungläubig auf den Fernseher starren. Denn wer alle Nebenquests im Spiel erfüllt, läuft oft durch exakte Kopien eines Questgebiets. Jeder Stein, jeder Strauch – ohnehin spärlich verteilt – sitzt an der exakt gleichen Stelle. So kam es im Test mehrfach vor, das identisch gestaltete Questgebiet fünf, sechs oder mehr Mal gesehen zu haben. Man weiß gar nicht mehr, ob man nun gerade in den "Befestigten Höhlen" oder in "Wilmods Lager" seines Weges geht.

Dasselbe gilt für Minen, Höhlen, Anwesen – viel zu oft bekommt man die gleiche Variante einer solchen Umgebung vorgesetzt. Das höchste der Gefühle sind versperrte Seitenwege, Türen, Durchgänge oder Ähnliches. Lange Laufwege kaschieren die Entwickler meist mit mehreren, durch Pfeile markierten Ausgängen im Level. Keine Frage, Rollenspieler, die großen Wert auf eine detaillierte, glaubhafte Spielwelt legen, schauen bei Dragon Age 2 einfach nur in die Röhre. Ebenfalls suboptimal gestaltet sich die Übersichtskarte für Spielweltabschnitte. In schlichtem Grau und Schwarz gehalten, ist es schwer, darauf eingezeichnete Läden oder Gebäude zu erkennen, sind diese doch nur mit winzigen, ebenfalls grau gefärbten Icons dargestellt. Mühsam muss man mit der Maus darüber fahren, damit eine Infobox aufpoppt. Immerhin lassen sich Questziele als deutlich erkennbare Symbole einblenden.

Bildergalerie

Wertung zu Dragon Age 2 (PS3)

Wertung:

87 /10
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