Donkey Kong reitet auf einem Widder, durchbricht Eiszapfen-Barrieren, sammelt Bananen und düst mit Affenzahn an Winterlandschaften vorbei - das könnte eine normale Szene in einem traditionellen Donkey Kong-Abenteuer sein. Könnte es, würdet ihr nicht simultan mit einer Konga-Trommel vor dem Fernseher sitzen und den bekannten Affen mit Trommelschlägen und geschicktem Klatschen steuern. Donkey Kong Jungle Beat verlässt die musikalischen Pfade von Donkey Konga, nimmt die Bongos als Controller-Ersatz aber mit und verblüfft mit einer überraschend flüssigen und intuitiven Steuerung. Um den Überblick nicht zu verlieren, steuert ihr Donkey Kong fast ausschließlich aus einer 2D-Perspektive im Stil eines Donkey Kong Country. Mit einem Schlag auf die linke Trommel gehts nach links, auf die rechte Trommel nach rechts. Beide Trommeln gleichzeitig lassen den Affen springen und ein Händeklatschen attackiert die zahlreichen Gegner. "Das kann doch gar nicht funktionieren", werden die meisten jetzt denken und alternativ lieber zum Cube-Controller greifen. Aber falsch gedacht - denn was da über den Bildschirm flimmert, erstaunt und fasziniert zugleich. Nach wenigen Minuten denkt ihr nicht mehr nach, sondern jagt den haarigen Helden im Affentempo durch die Levels, als hättet ihr Jump & Runs nie anders als mit Bongos gespielt.
Abwechslung hoch 10
Neben dem innovativen Kontrollschema sorgen das tolle Gameplay und die fantastischen Szenarien für Begeisterung. Angefangen bei einsamen Stränden, feucht-fröhlichen Tauchausflügen über eine wilde Dschungelsafari, frostige Eislandschaften bis hin zu lavagetränkten Höhlen lässt der Affe eine Menge über sich ergehen. Viele kleine Details wie Schneeflocken, Regentropfen, sich bewegende Grashalme oder Spiegelungen auf dem Eis zeigen die Liebe zum Detail. Was Donkey Kong Jungle Beat aber zur absoluten Spaßbombe macht, sind die witzigen und abwechslungsreichen Ideen. Obwohl das Spiel sehr geradlinig aufgebaut ist, wird es niemals langweilig. Ihr segelt an Fallschirmen durch den Urwald, flattert mit Paradiesvögeln der Sonne entgegen, reitet auf dem Rücken eines Wals, um unter Wasser versteckte Räume zu erreichen, schwingt an Lianen, hüpft über Pilzköpfe, die erst beim Klatschen ihren Hut ausfahren, oder lasst euch von Pusteblumen durch die Levels schleudern. Ziel ist es in jedem Level, so viele Bananen wie nur möglich zu ergattern, die gleichzeitig auch eure Energie aufladen. Diese liegen entweder am Wegesrand oder werden von den abgedrehten und lustigen Gegnern hinterlassen. Quallen, Fledermäuse, Hummeln oder Kugelfische müssen erst mit einem Klatschen attackiert werden, um sie dann noch mal direkt anzugreifen und ihnen mit einem Trommelwirbel den Rest zu geben. Am Ende jedes Levels wartet der obligatorische Obermotz, der häufig zum Lachen aussieht. Entweder in einem direkten Boxkampfduell oder per klassischer 2D-Ansicht kämpft ihr gegen steinerne Elefanten, Punker-Schweine oder Shaolin-Affen. Sind sie erledigt, erhaltet ihr abhängig von den verbliebenen Bananen eine Bronze-, Silber- oder Goldmedaille, mit denen die weiteren Levels freigeschaltet werden. Technisch ist Donkey Kong Jungle Beat brillant. Die Charaktermodelle sehen fantastisch aus, die liebevollen Details sorgen für eine tolle Atmosphäre, während der abwechslungsreiche Soundtrack diesen Trommelspaß perfekt untermalt.
