Digimon Survive im Test: Tod, Überleben, Monster und sooooo viel zu lesen
Test 42,49 €
Mit Digimon Survive bringt Bandai Namco eine Visual Novel, in der es nicht nur um Digimon geht, sondern auch um den Tod, zwischenmenschliche Konflikte und taktische Kämpfe. Überzeugt das Ergebnis, oder wird hier nur ein bekanntes Franchise gemolken? Hier kommt unser Test!
Lange hat es gedauert, nun ist Digimon Survive nach einigen Verschiebungen endlich erschienen und bietet Fans der Marke neues Spielefutter. Jedoch handelt es sich bei Digimon Survive nicht um ein klassisches japanisches Rollenspiel, sondern um eine Visual Novel. Das Genre ist hierzulande weniger bekannt, vergleichbar sind solche Visual Novels mit Büchern, in denen ihr Entscheidungen treffen könnt (wie bei den in den 90ern und 80ern beliebten Abenteuer-Spielbüchern, etwa Die Zitadelle des Zauberers).
Zum Einsatz kommt diese Spielmechanik oft auch bei Dating-Simulatoren (Beispiele dafür sind unsere Tests zu Dream Daddy: A Dad Dating Simulator oder aktuell zu Hooked on You: A Dead By Daylight Dating Sim). Bebildert sind solche Videospiele mit Artworks. Heißt im Endeffekt: Wir klicken uns die meiste Zeit durch Dialoge, die hin und wieder durch Suchaktionen oder Kämpfe aufgelockert werden. Der Fokus liegt also klar auf der Geschichte rund um unsere Highschooler-Truppe und deren Digi-Partner. Ob die Story in Digimon Survive (jetzt kaufen 14,57 € / 42,49 € )üüberzeugt, erfahrt ihr in unserem Test!
In diesem Artikel
Die Digiwelt?
Fans des Digimon-Franchise wissen es schon: Neben unserer bekannten Welt gibt es eine zweite, die Digiwelt. Diese Kenntnisse haben die Menschen in Survive jedoch nicht. Unsere Truppe Schüler wird durch einen alten Schrein in eine Parallelwelt befördert, die wie eine alternative Version unserer Erde wirkt, in der augenscheinlich keine anderen Menschen existieren
Es gibt jedoch Reste verschiedener Gebäude, wieso, ist uns anfangs ein Rätsel. Die Digimon, die wegen japanischer Legenden und der Unwissenheit der Helden als Kemonogami bezeichnet werden, scheinen größtenteils feindlich gesinnt zu sein.
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Aber natürlich treffen wir recht früh auch freundliche Monster, allen voran Fan-Liebling Agumon, der von diesem Zeitpunkt an als unser fester Partner dient. Auch unsere Menschenfreunde bekommen jeweils einen Begleiter an ihre Seite, so kämpfen wir uns durch die menschenleere Welt.
Überleben!
Wieso eigebtlich der Untertitel "Survive"? Ist der nicht unpassend für ein "Kinderspiel"? Unsere Antwort: Nein! Der Titel ist wirklich Programm. Nahrung und Unterkunft zu finden, ist noch das geringste Problem. Was uns mehr zu schaffen macht, sind wilde Monster und die Tierchen, die sich aus diversen Gründen explizit gegen unsere Gruppe stellen.
Dazu kommen Interessenkonflikte innerhalb der Schüler, alle vollkommen unterschiedliche Charaktere, die wir zu lösen versuchen.
Quelle: PC Games
Gelegentlich bringen uns schöne Anime-Sequenzen die Story näher. Das kommt jedoch selten vor.
Oft müssen wir aber eine Seite wählen, wodurch sich Charaktere vernachlässigt fühlen oder wütend werden. Zuerst dachten wir, es sei egal, mit wem wir wie umgehen - "dann mag uns einer eben und der andere nicht, kümmert mich nicht". Doch da machte uns die Empathie einen glatten Strich durch die Rechnung: Da wir über circa 40 Spielstunden eine Bindung zu unseren Kameraden aufbauen, berührt es tatsächlich, wenn eine Situation aus dem Ruder läuft.
Quelle: PC Games
Bevor wir angreifen, sehen wir genau, was unsere Attacken anrichten - gut zum Aushecken der Taktik!
Spätestens dann, wenn die Konsequenzen unseres Handelns bedeuten, dass ein Charakter inklusive seines Digimon vor unseren Augen stirbt. Nicht nur fühlen wir uns schuldig, auch die jungen Erwachsenen um uns werden durch die Tode erschüttert. Manchmal ist es schön, andere Male traurig zu sehen, wie unsere Freunde auf Situationen und Entscheidungen reagieren.
Und die Digimon?
Digimon Survive schafft, woran Pokémon seit Jahren scheitert: Unsere Digimon wachsen uns genauso an das Herz wie die menschlichen Figuren. Immerhin können auch die Monster sprechen und verfügen über Charaktereigenschaften, die wir in den unzähligen Dialogen kennenlernen. Natürlich kämpfen wir aber auch mit den Monstern - und war in bester Final-Fantasy-Tactics -Manier.
Die Kampfplätze sind in Felder aufgeteilt, auf denen wir unsere Digimon bewegen, um Widersacher taktisch auszuschalten. Schade dabei: Viele der Maps werden immer wieder verwendet, dadurch wirken die Schlachten eintönig. Zwar bieten die Kämpfe theoretisch viel Tiefe in Form eines Schere-Stein-Papier-Prinzips inklusive verschiedener Elemente, Ausrüstung und Positionierungsoptionen, jedoch brauchen wir höchstens einen Bruchteil davon.
Wir erreichten einfach rasch einen viel zu hohen Level. Anfangs etwa wollten wir beispielsweise nur drei bis vier Digimon fangen, wodurch unsere anderen Monster aber schon so stark wurden, dass das Spiel auf normalen Schwierigkeitsgrad keinerlei Herausforderung mehr bot. Unser Fazit und die Wertung findet ihr auf der nächsten Seite!
