Die Zwerge: Review mit Wertung für PS4 und PC + Test-Video - Tolle Sprecher, flotte Kämpfe, aber zu wenig Rollenspiel
Test
Die Romanreihe Die Zwerge von Autor Markus Heitz ist seit Jahren erfolgreiche Fantasy-Lektüre. Die von King Art Games fertig gestellte Videospielumsetzung entpuppt sich auf PC als chaotisch-charmante Jagd auf "Schweineschnauzen" und bietet kurzweilige Best-of-Szenen aus der Buchvorlage. Warum es nicht für ein rundum gelungenes Rollenspiel gereicht hat, erfahrt ihr im Test.
Sie stürzen sich mit einem frechen "Oink, oink, ihr Schweinchen" in die Schlacht gegen Orks, beten den Schmiedegott Vraccas an, stehen auf Starkbier und Frauen mit weichem Bartflaum, meiden hingegen Magie, Boote und Pferde. Die Zwerge, eine Buchreihe aus der Feder des deutschen Autors Markus Heitz, gilt seit Jahren als erfolgreiche Fantasy-Unterhaltung. Unterstützt von rund 6.000 Backern, die ein Kickstarter-Kapital von über 310.000 US-Dollar aufbrachten, hat das Bremer Entwicklerstudio King Art Games den ersten Band von Die Zwerge in einem gleichnamigen Rollenspiel umgesetzt.
Auf dieser Seite
- 1 Das Setting: Klassische High-Fantasy
- 2 Reisen wie in Das Schwarze Auge
- 3 Die Zwerge: Wie ein interaktives Hörbuch
- 4 Das Kampfsystem in Die Zwerge: Immer feste drauf!
- 5 Komfortabel geht anders: Das RPG-System in Die Zwerge
- 6 Die Zwerge: Im Kern schon ganz nett, aber ...
- 7 Und wie sieht's auf Konsole aus?
- 8 Meinung und Wertung
Das Setting: Klassische High-Fantasy
Eine 1:1-Adaption des etliche Hundert Seiten langen Romans dürft ihr in Die Zwerge nicht erwarten, dies hätte das Budget des Projektes klar gesprengt. Die episch angelegte Geschichte rund um das Fantasy-Reich des Geborgenen Landes erzählt mehrere Handlungsstränge, von denen die Entwickler im stetigen Austausch mit Buchautor Heitz versucht haben, ein in sich geschlossenes Best-of-Paket an Szenen und Schauplätzen rund um die Abenteuerreise der Hauptfigur Tungdil Bolofar zu schnüren.
Den geschichtlichen Rahmen im Spiel bildet dabei die im Buch beschriebene Bedrohung des Geborgenen Landes, Heimat von Menschen, Elben und Zwergen. Schon seit tausend Jahren drängen Orkhorden über die Gebirgspässe ins Land, das von den Zwergen erbittert verteidigt wird. Von Norden her branden die Albae, eine finstere Abart der Elben, gegen eine von den Magi erzeugte Schutzbarriere. Doch sowohl die Verteidigung durch die Zwerge als auch der magische Schutz zerbrechen, Untote und ein Dämon namens Nôd'Onn verschlimmern zudem die Situation. Das Ganze ist klassische Fantasy pur und bildet das passende Setting fürs Spiel.
Quelle: PC Games
Die Zwerge: Massenschlachten gegen Orks und andere Gegner stehen im Mittelpunkt des Spiels. Abseits davon ist der Rollenspiel-Gehalt eher gemächlich.
Euer Hauptcharakter Tungdil ist ein junger Zwergenschmied und Findelkind. Aufgewachsen bei den Menschen unter der Obhut seines Ziehvaters, dem Magus Lot-Ionan, ist er ein ungewöhnlicher Bartträger. Anstatt im Umgang mit Waffen ist er eher in der Lektüre von Büchern bewandert. Im Laufe des zwischen 15 und 20 Stunden dauernden RPGs ist es euer Ziel, zusammen mit vielen aus dem Buch bekannten Charakteren zahlreiche Echtzeitschlachten zu bestehen und schließlich eine legendäre Waffe, die Feuerklinge, zu schmieden, um damit den Dämon zu vernichten. Der Hauptstory-Verlauf in Die Zwerge weicht zwar an einigen Stellen von der Buchvorlage ab, bildet aber einen gut nachvollziehbaren Plot. Insbesondere bei den Charakteren und Beschreibungen der Spielwelt spürt man gut, wie Entwickler King Art Games die Nähe zum Buch beibehalten hat. Wer alles aus der Romanvorlage in Die Zwerge spielbar ist, erfahrt ihr in der folgenden Übersicht. Darüberhinaus führen die Entwickler mit der Zwergin Giralda auch eine neue Figur mit eigener Questreihe ins Spiel ein, was für eine schöne Ergänzung sorgt.
Die Zwerge: Die spielbaren Charaktere aus der Buchvorlage
Quelle: PC Games
Die Zwerge: Ihr übernehmt die Rolle von Tungdil Bolofar, und führt ihn zusammen mit zahlreichen Gefährten aus der Buchvorlage durch zahlreiche Gefechte, um die legendäre Axt Feuerklinge zu schmieden.
Im Prolog:
Glandallin Hammerschlag
Giselbart Eisenauge
Im Hauptspiel:
Tungdil Bolofar
Boïndil Zweiklinge (Ingrimmsch)
Boëndal Pinnhand
Bavragor Hammerfaust
Balyndis Eisenfinger
Goïmgar Schimmerbart
Gandogar Silberbart
Andôkai die Stürmische
Djerůn
Rodario
Narmora
Furgas
Reisen wie in Das Schwarze Auge
Einen Großteil der Spielzeit verbringt ihr auf der Weltkarte, die an ein Spielbrett erinnert. Das Reisesystem ist mit dem PC-Klassiker DSA: Die Schicksalsklinge und dessen Nachfolger Sternenschweif vergleichbar, sprich ihr bewegt euch zugweise auf Linien zwischen festen Punkten auf der Karte. Eine kleine Holzfigur symbolisiert eure Reisegruppe, Häuschen und Türme markieren Points of Interest wie etwa Ortschaften und Festungen. Auch gegnerische Orkhorden und ein paar Händler ziehen über die Karte. Ein Treffen mit den Grünhäuten mündet im Kampf, mit den Händlern lässt sich plaudern und Item-Tausch betreiben.
Quelle: PC Games
Die Zwerge: Reisen geschieht auf einer brettspielartigen Weltkarte. Zug um Zug klickt ihr euch dabei von Ort zu Ort, hier und kommt es zu Ereignissen.
Eure jeweilige Hauptaufgabe ist durch ein Icon markiert, sodass ihr wisst, wo ihr hinmüsst. Ob ihr dabei den kürzesten Weg nehmt oder doch lieber andere Routen probiert, bleibt euch überlassen. Speichern ist jederzeit möglich. Eine komplette Route lässt sich jedoch nicht festlegen. Ihr müsst Punkt für Punkt klicken, was mitunter etwas lästig wird. Je nachdem, welchen Weg ihr nehmt, stoßt ihr dabei auf Nebenereignisse. Diese sind meistens mit sich auf den Spielverlauf auswirkenden Entscheidungen verbunden. So könnt ihr zum Beispiel im Dorf Gutenauen für eine bessere Verteidigung sorgen oder im Land plündernde Orks jagen. Abhängig davon, was ihr tut, findet ihr später andere Situationen vor. Auch auf die Zahl der spielbaren Charaktere wirken sich solche Entscheidungen mitunter aus. Sehr viele solcher Nebenquests gibt es leider nicht, dafür bieten sie aber unterhaltsame und gute Geschichten abseits der Buchvorlage - prima! Eine sehr spaßige Sidequests stellt für uns die Ausrichtung des Festes von Wackenstein dar, die vor allem Freunde metallischer Klänge zum Schmunzeln bringen dürfte - mehr verraten wir an dieser Stelle jedoch nicht.
Die Zwerge: Wie ein interaktives Hörbuch
Was Die Zwerge prägt, sind viele vertonte Dialoge und Erzählabschnitte. Hier gebührt den eingesetzten Sprechern unser Lob. Gerade die deutsche Synchronisation stellt dabei ein Highlight dar. Sei es der wunderbar agierende Erzähler, der aufbrausende Zwerg Ingrimmsch oder auch der leicht naiv wirkende Tungdil - den Akteuren zu lauschen, das ist ein Genuss.
Quelle: PC Games
Die Zwerge: Bärtig, stämmig, grimmig - so stellt man sich die Zwerge vor. Deren Vertonung fällt obendrein exzellent aus.
Im Spiel könnt ihr auf Wunsch jederzeit auch auf englische Sprachausgabe umstellen. Die kommt aber unserer Meinung nicht ganz an die deutsche Version heran. Wer möchte, kann die Dialoge per Linkslick mit der Maus schrittweise überspringen. Die Zwerge fühlt sich insgesamt wie ein gutes Hörbuch an, lässt uns dadurch aber auch über weite Strecken eher (nur) zum Zuhörer verkommen. In der folgenden Übersicht, die uns King Art Games freundlicherweise zur Verfügung stellte, könnt ihr nachlesen, welche deutschen Sprecher(innen) im Spiel zum Einsatz kommen.
Die deutschen Sprecher(innen) und ihre Rollen in Die Zwerge
Erich Räuker als Erzähler
Torben Liebrecht als Tungdil
Gerald Paradies als Boëndal
Karl Schulz als Boïndil
Johannes Steck als Sinthoras, Nudin/Nôd'onn, Rodario
Jürgen Kluckert als Giselbart
Kaspar Eichel als Lot-Ionan
Gundi Eberhard als Frala
Horst Lampe als Glandallin
Arianne Borbach als Andôkai
Oliver Stritzel als Gandogar
Peter Gröger als Gundrabur
Freimut Götsch als Balendilín
Gordon Piedesack als Bislipur
Andreas Wilde als Bavragor
Stefan Krause als Goïmgar
Tanya Kahana als Narmora
Bernd Egger als Furgas
Ranja Bonalana als Balyndis
Anke Reitzenstein als Xamtys
Christiane Marx als Giralda
Marco Rosenberg als Gerald
David Riedel als Jolosin
Urs Rechn als Tilogorn
Das Kampfsystem in Die Zwerge: Immer feste drauf!
Spielerisch aktiv sind wir hauptsächlich in den Kämpfen. Aus den insgesamt 15 spielbaren Charakteren stellt ihr euch vor jedem Kampf eine Vierergruppe zusammen. Tungdil als Hauptcharakter ist dabei Pflicht, die übrigen drei Recken sucht ihr euch selbst aus. Die Gefechte laufen in Echtzeit ab, lassen sich aber jederzeit per Druck auf die Leertaste pausieren. Jeder Held verfügt über eine Leiste mit Aktionspunkten, die sich mit der Zeit und durch erledigte Gegner füllt. Die Aktionspunkte bilden die taktische Note im Kampf, da ihr damit eure drei aktiv gewählten Skills pro Held auslöst. Die meisten dieser Fertigkeiten sind an einen Flächeneffekt gekoppelt. Sobald ihr den Skill auswählt (per Mausklick oder durch die Hotkeys Q, W, E), zeigt eine gelb gefärbte Fläche auf dem Boden den Wirkungsbereich an. Da die Effekte auch auf die Mitstreiter wirken können, müsst ihr hier vorsichtig agieren und die Effekte geschickt platzieren. Das motiviert die meiste Zeit, sorgt aber mitunter auch für Frust.
Quelle: PC Games
Die Zwerge: Kämpfe bei Nacht sind besonders stimmungsvoll, aber leider auch oft unübersichtlich.
Die Wegfindung der Charaktere ist nicht gerade optimal gelungen. Da ihr in der Regel gegen eine Übermacht kämpft, stehen sich die Figuren gerne mal im Weg. Wenn es doof läuft, schieben sie sich sogar in bestehende Abgründe auf Brücken oder bei Klippen. Während man seine Recken im einfachen Modus auch mal eine Zeit lang alleine agieren lassen kann, kommt auf den Schwierigkeitsgraden Mittel und Hart jede Menge Mikromanagement auf euch zu. Das resultierte beim Test in oft hektisch und zu chaotisch verlaufende Schlachten. Hierbei machte sich auch die bestehende Unausgewogenheit der einzelnen Skills und Charaktere bemerkbar. So stellt es zwar durchaus einen schönen Reiz dar, die für das jeweilige Gefecht optimale Truppe auszutüfteln, aber insgesamt wäre hier noch mehr Balancing vonnöten gewesen.
Quelle: PC Games
Die Zwerge: Bei vielen Kämpfen gilt es, kleine Zusatzaufgaben zu erfüllen. Hier etwa müsst ihr unter Zeitdruck drei Orkbläser ausschalten, bevor die Ork-Verstärkung zu groß wird.
Nicht optimal gelöst ist die Kameraführung beim Kampfsystem. Die Ansicht ist immer auf den gerade ausgewählten Charakter fest zentriert. Zwar lässt sich der Winkel neigen und die Kamera drehen, doch größere Hindernisse wie Gebäude, Mauern etc. blockieren die Sicht oder zwingen uns schon mal die Draufsicht auf. Sie sieht man seine Figuren öfter mal einfach nicht oder kann ein gewünschtes Ziel nicht erfassen. Warum man nicht einfach die Kamera wenigstens ein Stück weit mit den Pfeiltasten verschieben kann, ist für uns unverständlich.
Komfortabel geht anders: Das RPG-System in Die Zwerge
Im Rollenspiel von King Art Games fällt die Charakterprogression recht spärlich aus. Die Maximalstufe für die Figuren liegt bei 10. Alle zwei Levels lässt sich eine neue Fertigkeit freischalten - nicht gerade üppig. Hin und wieder müsst ihr euch dabei für ein von zwei Fertigkeiten entscheiden. Die Option "Zurücksetzen" steht euch nur beim Levelaufstieg zur Verfügung. Wer dazwischen einen Skill wechseln möchte, guckt in die Röhre. Außerdem lässt sich nur bei Hauptfigur Tungdil der komplette Skilltree zurücksetzen, bei den übrigen Charakteren aber nicht. Die Fertigkeiten fallen mitunter originell und zu den Charakteren passend aus. Damit herumzuspielen und zu experimentieren, macht schon ziemlich viel Spaß. Ein paar Fertigkeiten stellen wir euch gerne als Beispiel vor:
Quelle: PC Games
Die Zwerge: Die Maximalstufe der Charaktere liegt bei zehn, was euch maximal fünf Skills erlaubt.
Bavragor Hammerfaust ist für Buch-Fans ja als Säufer bekannt. Passend dazu könnt ihr ihm Skills wie "Elixier" und "Drachenatem" zuweisen:
- Elixier - Bavragor trinkt das Gebräu aus seinem Trinkschlauch und heilt sich damit stark.
- Drachenatem - Bavragor entzündet das Gebräu aus seinem Trinkschlauch und kann damit Gegner im Halbkreis vor sich in Brand setzen.
Boïndil hingegen ist mit der passiven Fertigkeit "Ingrimmsch" geplagt, profitiert aber in lustiger Weise von seinem Skill "Oink, oink!":
- Ingrimmsch - Boïndils Ingrimmsch kann bei Schaden erwachen. Boïndil macht in kurzer Zeit viel Schaden, kann dafür aber nicht mehr gesteuert werden.
- Oink, oink! - Boïndil heilt ein wenig Leben und zieht die Aufmerksamkeit von Feinden auf sich.
Goïmgar Schimmerbart, seines Zeichens ein Edelsteinschleifer ist eher ein Hasenfuß und verlässt sich daher gerne mal auf seine "Glassteine" und auf "Verstecken":
- Glassteine - Goïmgar wirft eine Handvoll Glassteine und kann damit Angreifer zu einer von ihm gewünschten Stelle locken.
- Verstecken - Goïmgar verkriecht sich für kurze Zeit unter seinem Schild und erhält nur sehr wenig Schaden.
Pro Charakter stehen euch für die Kampfabschnitte aber gerade mal ein passiver Skill und drei aktive Fertigkeiten zur Verfügung, von denen etliche für mehrere Figuren sogar einfach nur kopiert sind, beispielsweise der Flächenangriff "Schwinger" oder der "Sprungangriff".
Quelle: PC Games
Die Zwerge: Etwas umständlich fällt die Charakter- und Inventarverwaltung im Spiel aus.
In puncto Inventar und Ausrüstung fällt Die Zwerge eher enttäuschend aus. Es gibt nur wenige Gegenstände im Spiel und obendrein lässt sich pro Charakter auch nur ein Objekt zuordnen. Sprich es ist nicht mal möglich, einen Helden mit einem Trank und einem Amulett auszustatten, stets gilt: entweder - oder. Da man im Kampf keinen Zugriff aufs Inventar hat, ist das für Rollenspieler besonders ärgerlich. Außerdem müsst ihr auf Beute wie sammelbare Waffen, Rüstungen und Kleidung für die Charaktere verzichten. Beim Händler verkauft ihr Ringe und anderen Schnickschnack und im Gegenzug ist im Prinzip nur die Nahrung im Angebot von Belang. Die benötigt ihr, um im Kampf entstandene Verletzungen wieder zu heilen, während ihr euch im Reisemodus auf der Weltkarte bewegt.
Erschwert wird der Rollenspielteil durch teils schlecht durchdachte Bedienelemente, wie beispielsweise die Charakterleiste, über die ihr eure aktiven Recken für den Kampf bestimmt. Maximal acht Porträts sind in der Leiste sichtbar. Um übrige Figuren auszuwählen, müsst ihr mit der Maus auf die Pfeile klicken, Hotkeys fehlen, auch die Pfeiltasten auf der Tastatur sind nicht benutzbar. Grüne Häkchen in den Porträts markieren die jeweils am Kampf teilnehmenden Helden. Wer hier wechseln möchte, muss zunächst zwingend eine bestehende Figur abwählen. Es genügt nicht, einfach einen Klick auf einen neuen Wunschkandidaten zu machen -das nervt auf Dauer. Noch umständlicher ist es bei den Items im Inventar. Anstatt den jeweils ausgerüsteten Gegenstand am Charakter anzuzeigen, müsst ihr im klein ausgefallenen Inventar umständlich nachschauen, an welchem Item sich das dazugehörige Charakterporträt befindet. Im Questjournal müsst ihr leider auf die Maus-Scrolling verzichten. Da Questbeschreibungen aber schon mal mehr als einen Bildschirm umfassen, müsst ihr beim Lesen zwingend durch mühsame Einzelklicks die Texte bewegen. Selbst das Gedrückt halten der Maustaste wird nicht unterstützt.
Quelle: PC Games
Die Zwerge: Einige schöne Nebenquests, die abseits der Buchvorlage spielen, haben die Entwickler schön eingebaut. Das "Fest von Wackenstein" ist besonders hervorzuheben.
Die Zwerge: Im Kern schon ganz nett, aber ...
Mit der im Spiel eingesetzten Unity-Engine in der Version 5.4 gelingt King Art ein ganz ordentliches Ergebnis. Besonders die verschiedenen Festungen der Zwergenschauplätze sind sehr stimmig beleuchtet. Die Architektur erinnert uns öfters an die imposant wirkenden Kulissen, wie man sie aus Der Herr der Ringe-Filmtrilogie kennt (Stichwort Moria). Umgebungstexturen und die Grafik-Effekte beim Zaubern hauen uns jedoch nicht sonderlich vom Hocker. Auch die Figuren schneiden nicht so gut ab. Insbesondere die Darstellung von Haut, Haaren und Kleidungsoberflächen wirkt unnatürlich und erinnert mehr an grob geschnitzte Plastikfiguren als an lebende Wesen.
In puncto Soundtrack konnte King Art leider nicht das angepeilte Stretchgoal erreichen, um die Musik komplett mit einem Orchester aufzunehmen. So gibt es im fertigen Spiel nur einige Tracks. Die sind für sich gesehen aber sehr gelungen. Auch hier sind thematisch Anleihen zu Der Herr der Ringe und Der Hobbit erkennbar. Allerdings wiederholen sich die Stücke eben auf Dauer zu sehr.
Nachdem wir Die Zwerge in der PC-Review-Version zweimal komplett durchgespielt haben, fühlten wir uns insgesamt zwar ganz ordentlich unterhalten, merkten aber auch an etlichen Stellen, dass die Entwickler wohl an die Budget-Grenzen gestoßen sind. Das Rollenspielerlebnis fällt schlichtweg zu kurz und oberflächlich aus. Besonders an den für die Story wichtigen Schauplätzen hätten wir uns deutlich mehr Spielumfang als nur auf Hörbuch und Kampf reduzierten Content gewünscht.
Und wie sieht's auf Konsole aus?
Quelle: PC Games
Die Zwerge (PS4): In der Konsolenversion lassen sich lediglich die Spezialmanöver gezielt auf Gegner platzieren. Für eine automatisch ausgeführte Standardattacke müsst ihr ihr den ausgewählten Helden in die gewünschte Richtung drehen.
Die Zwerge erscheint auch für die PS4 und Xbox One. Für den Test stand uns neben der PC-Version die PS4-Review-Fassung zur Verfügung. Die ist inhaltlich identisch, erwies sich im Test aber einen Tick schlechter als die PC-Fassung. Vor allem in puncto Ladezeiten und fummeliger Kampfsteuerung gibts für die PS4-Version ein paar Punktabzüge. Gegner gezielt anvisieren geht nur in Bezug auf die Spezialaktionen der Charaktere. Standardangriffe führen die Figuren automatisch aus, wenn ihr den ausgewählte Kämpfer nahe genug an die Gegner führt. Das sorgt in der Praxis im Vergleich zur PC-Version für zusätzliches Steuerungsgefummel. Beim Reisesystem hatten wir zudem mit einem etwas zickigen Cursor zu kämpfen, der oftmals über den gewünschten Zielort hinaus hüpfte. Als nervig entpuppten sich auf Dauer die vergleichsweise langen Ladezeiten auf der PS4. Erhältlich ist Die Zwerge ab dem 1. Dezember 2016. Die Konsolenversionen für PS4 und Xbox One kosten jeweils rund 40 Euro, die PC-Fassung auf Steam startet mit 39,99 Euro, versehen mit 10% Rabatt in der ersten Woche nach Release. Wer etwas sparen will, greift zur Retail-Version, die von EuroVideo für 36,99 Euro als Steelcase-Edition vertrieben wird (z.B. auf Amazon.de).
Meinung und Wertung
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