"Beim letzten Boss geht's nicht um Loot." - Interview zum Endgame von Diablo 4
Special
Das Endgame im Fokus: Wie viel Spielzeit hat Diablo 4 wirklich? Gibt es einen Endlosmodus oder einen finalen Boss? Wie laufen Seasons ab? Und warum gibt es keine Set-Items? Im Interview verraten uns die Entwickler viele spannende Details zum neuen Endgame, plaudern über unfaires PvP - und erklären, warum Diablo 4 irgendwann auch einfach mal durchgespielt ist.
Die ersten Stunden aus Diablo 4 sind abgehakt: Durch die Betas wissen wir schon genau, wie sich der lang ersehnte Monsterklopper spielt, zumindest bis Level 25. Doch was kommt danach? Wie ist das Endgame aufgebaut und welche offenen Fragen gibt es da noch? Wir hatten die Chance, mit zwei Entwicklern von Diablo 4 über das Endgame zu sprechen: Joseph Piepiora (Associate Game Director) und Kayleigh Calder (Lead Game Producer). In dem Gruppeninterview sind eine ganze Menge frischer Infos rausgekommen, unter anderem zum PvP, den Nightmare-Dungeons oder den Schwierigkeitsgraden. Auch über die Spielzeit und die Seasons haben wir einiges erfahren. Anstatt euch ein riesiges Interview am Stück zu präsentieren, haben wir die wichtigsten Abschnitte für euch rausgesucht und geben, wo nötig, ein bisschen Kontext dazu.
Bevor es losgeht: Falls ihr euch bislang noch nicht mit dem Endgame von Diablo 4 (jetzt kaufen ) beschäftigt habt, empfehlen wir euch diese Übersicht. Hier fassen wir alle Inhalte zusammen, die ihr in der Beta noch nicht spielen konntet und die euch erst im fertigen Spiel erwarten. Wenn ihr noch mehr wissen wollt, empfehlen wir euch unsere große Umfrage zu Diablo 4: In diesem Special habt ihr uns verraten, was ihr über das Action-RPG denkt, was euch an der Beta gefallen hat - und wo ihr noch Probleme seht.
In diesem Artikel
- Seite 1 "Beim letzten Boss geht's nicht um Loot." - Interview zum Endgame von Diablo 4
- Seite 2 "Beim letzten Boss geht's nicht um Loot." - Interview zum Endgame von Diablo 4
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Die Spielzeit von Diablo 4
Am Anfang stand eine simple Frage: Wie lange würde es dauern, bis man Diablo 4 "durchgespielt" hat? Wie viel Zeit sollte man einplanen, bis man einen Charakter optimiert und mit nahezu perfekter Ausrüstung ausgestattet hat? Da muss Joseph, der sonst vor allem sachlich auftritt, kurz kichern: "Mit den besten Rolls auf dem Gear!? Nun, um das absolut Beste von allem zu bekommen und wirklich alles zu optimieren - was übrigens absolut möglich ist -, das würde wohl Hunderte, wenn nicht Tausende Stunden pro Charakter dauern."
Mit den "besten Rolls auf dem Gear" meint Joseph die Attribute und legendären Affixe auf Gegenständen, denn die können auch bei den hochwertigen Items noch unterschiedlich stark ausfallen. Das Ziel ist es also nicht nur, ein seltenes Item zu finden, sondern auch die Statuswerte in guter Qualität zu erhalten.
Quelle: PC Games
Die besten Stats, die besten Eigenschaften: Um einen perfekten Build zu erstellen, werdet ihr hunderte Stunden (oder länger) benötigen.
Das Ende vom Paragon-Bord
In der nächsten Frage ging es darum, ob man einen Charakter wie in Diablo 3 endlos lange aufleveln und verbessern kann. Besonders das Paragon-System stand hier im Fokus. "Das Paragon-Bord hat ein Limit. Die Spieler können 220 oder 221 Punkte verteilen.", erklärt Joseph. "Wir wollen, dass die Spieler sich Gedanken über die Entscheidungen auf dem Bord machen, anstatt einfach endlos weiterzuwachsen. Uns gefällt die Idee, dass die Spieler eine ganze Weile spielen und dann irgendwann diesen natürlichen Endpunkt für das Wachstum ihrer Spielfigur finden. Dann können sie das Spiel auch einfach mal weglegen und später dann mit einer anderen Klasse neu anfangen, für eine Season zurückkommen, andere Builds ausprobieren und so weiter. Wir wollen, dass es einen finalen Macht-Höhepunkt gibt, auf den man hinarbeiten kann, um den bestmöglichen, bestoptimierten Helden zu erschaffen, anstatt einen Charakter einfach endlos zu spielen." Ein Redakteur in der Runde fragt, wie viel Zeit man einplanen sollte, um die Maximalstufe zu erreichen. Josephs Antwort kommt wie aus der Pistole geschossen: "Um einen Charakter einmal durch das komplette Paragon-Bord zu bringen, also nur Level 100 zu erreichen und alle Aktivitäten dafür zu erledigen, das sollte für einen durchschnittlichen Spieler etwa 160 bis 190 Stunden dauern."
PvP: Bereicherung oder Sorgenkind?
Eine Frage, die sich schon viele Diablo-Fans gestellt haben: Kann man wirklich alle Inhalte von Diablo 4 genießen und erleben, ohne PvP zu spielen? Oder sind die Felder des Hasses, in denen sich Spieler gegenseitig angreifen können, für manche Belohnungen oder Aktivitäten ein Muss? Kayleigh stellt hier klar: "PvP ist komplett freiwillig. Wenn das etwas ist, was du einfach nicht machen möchtest, werden wir dich auch nicht dazu drängen. Auf den Feldern des Hasses geht es vor allem darum, sich einzigartige kosmetische Belohnungen zu verdienen. Alle anderen Gegenstände und Belohnungen im Spiel kannst du dir über alle möglichen Aktivitäten im Spiel verdienen, die sich nach deinem Geschmack richten." Mit anderen Worten: Im PvP gibt es zwar exklusive kosmetische Belohnungen, doch keine besonderen Quests, Geschichten, Ressourcen oder Items, die ihr nur hier erleben oder sammeln könnt."
Aber wie gestaltet man PvP in einem Diablo so, dass es halbwegs fair zugeht? Und gibt es vielleicht Klassen, die im PvP bessere Chancen haben als andere? Kayleigh erklärt: "Es gibt zwar kein Matchmaking, aber wir haben im Hintergrund ein System, das dafür sorgt, dass die Charakterlevels und Ausrüstungsmacht der Spieler in der PvP-Zone nicht riesig auseinanderklaffen. Es wird natürlich Unterschiede zwischen den Charakteren geben. Aber wir haben das Ganze schon so designt, dass man als Level-5-Spieler nicht von gleich einer vierköpfigen Level-20-Spielergruppe erbarmungslos durch die Zone gejagt wird." Auf der nächsten Seite lest ihr den zweiten Teil zum PvP.
