Besondere Zurückhaltung ist nicht vonnöten, wenn man sich nun mit großen Waffen und übernatürlichen Kräften durch die grandiosen Echtzeit-Kulissen von Devil May Cry schnetzeln muss. Denn das Spiel ist pure Action.
Die Zwischensequenzen sind alle in Spielgrafik.
Die Suche nach Schlüsseln und Gegenständen ist eigentlich nur schmückendes Beiwerk, um dem Spieler in den 23 Missionen seinen vorgegebenen Weg durch das Horror-Kastell zu weisen. Das, worauf es aber wirklich ankommt, sind die Kämpfe. Und um die erfolgreich zu bestreiten, nutzt Dante natürlich ein reichhaltiges Waffenarsenal. Für jedes erledigte Monster bekommt man als Belohnung rote Steine, mit denen man die gefundenen Waffen Alastor und Ifrit aufwerten oder Spezialgegenstände kaufen kann. Je gekonnter man dann beim Monsterschlachten zu Werke geht, desto besser ist die Kampfstilnote, die man für jeden Angriff bekommt. Allerdings bedarf es schon einiger Übung, um die Schauergestalten elegant in die ewige Verdammnis zu schicken. Viele Spezialangriffe werden nur mit einer bestimmten Tastenkombination ausgeführt, welche dann auch in den hitzigsten Gefechten locker von der Hand gehen sollte. Ein großes Maß an Timing und Taktik ist dabei unerlässlich. Wer nur stumpf draufhaut, endet schnell als Futter für die Würmer. Zum Glück ist die Steuerung da gut gelungen und präzise. Wer aber trotzdem gleich in den ersten beiden Missionen stirbt, für den steht der Easy Automatic Modus mit einfacher Steuerung und mehr Lebensenergie zur Verfügung. Härtere Zocker können sich hingegen nach mehrmaligem Durchspielen an härteren Schwierigkeitsgraden versuchen. Der technische Teil von Devil May Cry, stellt zugleich den größten Lob- und Kritikpunkt dar. Kein Zweifel, das Spiel ist optisch ein wahres Festmahl. Die echtzeitberechneten Hintergründe glänzen mit sauberen Texturen und schönen Licht- und Schatteneffekten. Alle Charaktere bewegen sich flüssig und passend animiert über den Bildschirm. Aber leider hat Capcom es mal wieder verpasst, dem europäischen Spielern eine gute PAL-Anpassung zu servieren und so muss man sich hierzulande mit dicken PAL-Balken und ohne 60 Hz-Modus durchkämpfen.
