Herzstück des Spiels
Kommt es zu Gefechten, schaltet das Geschehen in einen eigenen Kampfbildschirm um (siehe Infokasten "Der Kampfbildschirm"), der vom Aufbau her sehr stark jenen aus der Final Fantasy-Reihe ähnelt. Grund für diese Ähnlichkeit könnte sein, dass Chefentwickler Steve Gray bereits bei Square an Final Fantasy VII mitwirkte, bevor er zu EA wechselte. Ob Zufallsbegegnung oder besonders harte Zwischengegner: Diese rundenbasierten Kämpfe sind das Salz in der Suppe von Der Herr der Ringe: Das dritte Zeitalter und überaus kurzweilig. Hier müssen Sie nämlich klug die verschiedenen Aktionsmöglichkeiten ausspielen, die Ihre Heldentruppe bietet. Zwerg Hadhod ist beispielsweise Nahkämpfer und magie-begabt zugleich, der Waldläufer Elegost spezialisiert auf Fernkampf, die Elbin Idrial die geborene Heilerin. Nur wer darauf achtet, die richtige Angriffstechnik oder Aktion zum rechten Zeitpunkt einzusetzen, zahlt gerade zu Beginn des Spiels keinen zu hohen Blutzoll. Hier wirken sich auch die vielen magischen Waffen, Rüstungen und Gegenstände aus, die man im Spielverlauf findet und mit denen die Heldentruppe sinnvoll ausstaffiert werden muss. Dass immer nur drei Ihrer Streiter für das Gute am Kampf teilnehmen können, steigert die taktische Komponente zusätzlich. Glücklicherweise können Sie via "L1" immer zwischen aktiven und ruhenden Helden wechseln, was gut von der Hand geht.
Charaktere mit Eigenheiten
Rollenspieltypisch investieren Sie Erfahrungspunkte für erschlagene Gegner und absolvierte Missionen in die Verbesserung der Helden. Die Steigerung der Attribute geschieht auf verschiedene Weise: Grundwerte wie Stärke und Kondition erhöhen Sie zwar nach Levelanstieg manuell. Fertigkeiten wie den Umgang mit Waffen und Zaubern bilden sich allerdings nur in der Praxis aus: Erst dann, wenn Sie diese im Kampf bewusst einsetzen, wächst Ihre Fähigkeit in der jeweiligen Disziplin. Auf Wunsch können Sie Teile eines Fertigkeitsbaums überspringen, wenn Ihnen ein bestimmter Bereich nicht zusagt. Insbesondere bei den Zaubersprüchen ist der Fortschritt sehr befriedigend: Verfügt Zwerg Hadhod zu Beginn nur über einen einfachen Feuerzauber, kann er als erfahrener Krieger schließlich riesige Feuerbälle auf den Feind schleudern. Mit der erstarkenden Truppe reifen auch die Spezialangriffe: Jeder Treffer steigert die so genannte Wucht-Anzeige. Ist sie voll, kann der Perfekt-Modus aktiviert werden. Auf diese Weise beschwören Sie gar die schlagkräftigen Ent-Baumwesen und hetzen beißwütige Warg-Bestien auf den Feind. Wer will, kann das auch mit einem zweiten Mitspieler im Koop-Modus erleben - dafür schließt dieser einfach einen zweiten Con-troller an.
Authentische Präsentation
Ob Waffen, feindliche Einheiten oder die Schauplätze der abenteuerlichen Reise selber: Das dritte Zeitalter fängt die Atmosphäre der Filme gekonnt im Spiel ein und bietet gerade Fans der Filme zahlreiche Wiedererkennungsmomente. Wie die Kinovorlage setzt Das dritte Zeitalter auf die Kombination von Bild und Musik: Besuchen Sie kurz vor der Schlacht von Helms Klamm die Soldaten auf den Zinnen, reift durch die traurige Musik im Hintergrund einer der schönsten Momente des Spiels heran. Ähnlich eindrucksvoll ist insbesondere die Figur Balrog gelungen, auf die Sie bereits relativ zu Anfang des Spiels treffen- derart grafisch aufwendige Gegner bieten derzeit nur wenige Spiele. Ebenso Kreaturen wie die muskelbepackten Uruk-hai und die kolossalen Trolle überzeugen mit detailreichen Gestiken und Animationssequenzen. Auf den eigenen Helden trifft das im Reisemodus leider nicht zu: Die Laufsequenzen wirken relativ abgehackt, mitunter ging auch die Bilddarstellung unserer Testversion merklich in die Knie. Mängel in der Übersicht herrschen ebenfalls: Zwar existiert eine kleine Karte mit einer Zoom-stufe, auf der man auch die Richtung anstehender Aufgaben sieht. Nicht immer wird aber eindeutig klar, wo genau solche Missionspunkte dann zu finden sind. Haben Sie außerdem einen Kampf begonnen, bringt Sie nur das Ausschalten der PS2 ins Hauptmenü zurück, wenn Sie nicht bis zum Tod Ihrer Helden warten wollen oder über die Fähigkeit "Flucht" verfügen. Am grundlegenden Spielspaß und Hitprädikat ändern diese Einwände freilich nichts: Der Herr der Ringe: Das dritte Zeitalter fesselt gerade Rollenspieler, die mehr als Haudrauf-Abenteuer erwarten und taktisch planbare Kämpfe in atmosphärisch dichter Präsentation bevorzugen, langfristig vor die Konsole.
