Kreative und neuartige Spielideen gibt es auf der Wii so einige. Dennoch hat sicherlich niemand damit gerechnet, dass ihr mit Wii-FB und Nunchuk einmal eine Tarantel und einen Skorpion durch ein ausgewachsenes Abenteuer steuern würdet. Genau darum dreht sich Deadly Creatures, das schon jetzt eines der ungewöhnlichsten Spiele des Jahres ist.
HERRLICH EKLIGE GEGNER
TARZAN MIT ACHT BEINEN Die Tarantel kann sich mit ihren Spinnenfäden an entfernte Orte hangeln.
Ratten, Gottesanbeterinnen, Eidechsen, Schlangen und noch viele weitere Widersacher müsst ihr auf eurer Reise besiegen. Die Tierwelt von Deadly Creatures ist hübsch animiert und bietet spielerisch ganz besondere Herausforderungen. Käfer bespritzen euch schon von Weitem mit einer ätzenden Brühe und haben eine schwer durchdringbare Deckung. Spinnen sind hingegen sehr wendig und kaum zu treffen. Den Vogel schießt jedoch eine Eidechsenart ab. Sie spritzt Blut aus ihren Augen auf euch. Eine kurze Recherche ergab: Eine solche Echse gibt es wirklich. Das ist herrlich eklig und daher ein großer Spaß.
SURREAL Einen großen Reiz des Spiels macht die ungewohnte Perspektive auf Alltagsgegenstände aus.
GUT GESCHÜTZT Die Käfer sind gegen normale Angriffe gut gepanzert. Euer Stachel trifft aber ins Ziel.
Ein wirkliches Highlight sind die Levels von Deadly Creatures. Ihr startet das Spiel in einer Wüstenlandschaft und begegnet zunächst kaum menschlichen Spuren. Doch bald krabbelt ihr durch einen Sarg samt Skelett oder umkreist ein umgefallenes Motorrad, das aus eurer Perspektive riesig aussieht. Das große Finale in einer Tankstelle versetzt euch dann endgültig als Winzling in die Menschenwelt. Die Umgebung hat dabei einen ganz leichten Gemälde-Look, wirkt aber realistisch und ist oft richtig schön beleuchtet. Schade, dass die Wii diese Grafikpracht nicht immer flüssig wiedergeben kann. Ruckeleinlagen gibt es immer wieder und auch spontane Ladepausen gönnt sich das Spiel - ärgerlicherweise sogar mitten in Kämpfen.
ZICKIGE KAMERA
ETWAS UMSTÄNDLICH Neu erlernte Combos müsst ihr im Menü nachlesen und ein wenig üben.
Ebenfalls nicht wirklich optimal ist die Kamera gelungen. Zwar könnt ihr sie per Digipad jederzeit hinter eure Spielfigur setzen, im automatischen Modus ist sie jedoch nicht selten zu träge. Viel zu oft kämpft ihr gegen Gegner, die nicht im Bild zu sehen sind, und so manches Mal bleibt die Kamera an Gegenständen hängen. Obwohl sich THQ mit dem Erscheinungstermin von Deadly Creatures wirklich Zeit gelassen hat - schon vor einem Jahr konnten wir einen recht fertigen Level spielen - wirkt das Endprodukt stellenweise leider etwas unfertig.
Bildergalerie
Nichtsdestotrotz ist das Spiel eine der großen Überraschungen auf der Wii und konnte seit Langem wieder dafür sorgen, dass sich ein paar Kollegen gespannt um die Nintendo-Konsole versammelt haben. Es hat einfach etwas, eine herrlich lebensecht animierte Spinne in den Kampf gegen drei Skorpione zu schicken, und deshalb verzeihen wir so mache kleine Schwäche. Für einen Hit fehlt es zwar noch an Feinschliff und spielerischer Abwechslung. Ein gutes Spiel ist Deadly Creatures aber allemal.
