Daymare 1994 Sandcastle: Deutschland-exklusiv angespielt! - Vorschau mit Video

Special David Benke
Daymare 1994 Sandcastle: Deutschland-exklusiv angespielt! - Vorschau mit Video
Quelle: Invader studios

Mit Daymare: 1994 Sandcastle erwartet uns in diesem Jahr ein Survival-Horror-Abenteuer mit allen Zutaten eines klassischen Resident Evil: angriffslustige Zombies, anspruchsvolle Umgebungsrätsel und eine ordentliche Portion Grusel. Wir konnten Deutschland-exklusiv einen vorzeitigen Blick auf das Prequel zu Daymare 1998 werfen und verraten in der Hands-on-Vorschau, ob uns hier vielleicht ein echter Leckerbissen erwartet.

Als das Survival-Horror-Abenteuer Daymare: 1998 vor knapp zwei Jahren für PC und Konsole erschien, wirkte das Ding wie eine zum Himmel schreiende Resident-Evil-Kopie: Wie in Capcoms Kult-Grusel erkundet ihr auch hier in Third-Person-Perspektive eine kleine Stadt, die sich durch einen Bio-Waffen-Unfall in eine zombieverseuchte Todeszone verwandelt hat. Wieder haben skrupellose und streng geheime Großkonzerne die Finger im Spiel. Und wieder schlüpft ihr in die Rolle einer knallharten Spezialeinheit, deren Name natürlich aus einem Akronym bestehen muss. Diesmal eben HADES statt STARS.

Daneben hatte Daymare aber auch viel Eigenes zu bieten: Das ursprünglich tatsächlich mal als Resi-2-Fan-Remake gestartete Projekt überzeugte mit zahlreichen frischen Ideen und rechtfertigte so, trotz eher durchschnittlicher Kritiken, dass die Entwickler nun einen Nachfolger auf den Markt bringen - oder besser gesagt, einen Vorgänger. Wie der Name Daymare: 1994 Sandcastle bereits vermuten lässt, handelt es sich nämlich um ein Prequel, das vier Jahre vor den Ereignissen von Teil 1 spielt.

Wir konnten uns deutschlandexklusiv bereits vorab eine Demo des Horror-Trips anschauen und klären in der Vorschau: Wie gut wurde die Grusel-Formel in den vergangenen zweieinhalb Jahren weiterentwickelt? Und wie passen eigentlich Zombies und Sandburgen zusammen?

Hey there Dalila!

Während ihr die Geschichte von Daymare: 1998 durch die Augen dreier verschiedener Charaktere erlebt, steht im Nachfolger nur noch eine Heldin im Scheinwerferlicht: Spezialagentin Dalila Reyes, Mitglied der aus dem Vorgänger bekannten Hexacore Advanced Division for Extraction and Search - kurz HADES.

Die infiltriert zusammen mit ihrem Team ein experimentelles Labor der US-Regierung, zu dem nach einem Zwischenfall sämtlicher Kontakt abgebrochen ist. Ihr sollt da mal nach dem Rechten sehen und sensible Daten bergen, bevor der Präsident noch mehr in Erklärungsnot kommt, was er denn bitteschön in einem geheimen Untergrundbunker veranstaltet.

Aus der Routinemission mit dem Codenamen Sandcastle (hier kommt die Sandburg ins Spiel!) wird natürlich schnell ein Kampf auf Leben und Tod, in dem nicht nur schreckliche Details rund um geheime Forschungsprojekte, sondern auch aus Dalilas Vergangenheit ans Tageslicht kommen. Das liest sich zumindest in der Theorie nicht so verkehrt.

Eines wird auch schon in 20-Minuten-Demo klar: Die Kacke ist in Daymare: 1994 ordentlich am Dampfen. Quelle: PC Games Eines wird auch schon in 20-Minuten-Demo klar: Die Kacke ist in Daymare: 1994 ordentlich am Dampfen. Von der Geschichte bekamen wir in den knapp 20 Minuten unserer Demo aber noch nicht allzu viel zu sehen, nicht mal ein paar Cutscenes. Wir durften höchstens Dalila lauschen, wie sie mit sich Selbstgespräche führt. Dabei fiel uns das teilweise mäßig gelungene Writing und Voice Acting auf. Das war ja schon im Vorgänger ein Kritikpunkt. Vielen Spielern waren die Dialoge dann doch ein wenig zu trashig, selbst im Vergleich zu Resident Evil!

Gut gefallen hat uns dagegen, dass Daymare erneut viel mit Environmental Storytelling arbeitet. Blutspritzer an den Wänden, Leichen in entstellten Posen - der labyrinthartige Untergrundkomplex erzählt seine eigenen Geschichten und präsentiert sich dabei durchaus atmosphärisch. Es kommt dieser typischer 90er-Jahre-Horror-Vibe auf. Man steht unter ständiger Anspannung, weil man nie so genau weiß, was denn nun hinter der nächsten Ecke lauert, sich im Kopf aber schon mal das Schlimmste ausmalt.

Zombie-Hirn auf Eis

Ergänzt wird das alles durch jede Menge Schriftstücke und Audio-Logs, die ein düsteres Bild davon zeichnen, was in der Forschungsanlage vorgefallen ist. Aufgerufen werden diese Lore-Schnipsel über ein überarbeitetes Nutzerinterface: Im Vorgänger hattet ihr noch so eine Art PDA am Handgelenk, das eine Übersicht über eure Vitalfunktionen und euer Inventar bot.

Da musstet ihr umständlich Medipacks und Ersatzmagazine auf zwei Hotkeys legen, um die dann ingame nutzen zu können. Das läuft jetzt alles deutlich unkomplizierter. Mit "R" wird einfach nachgeladen, mit "G" geheilt. Eine willkommene Änderung.

Euer Stauraum bleibt aber natürlich trotzdem knapp bemessen. Ihr müsst also jederzeit überlegen, was ihr mitnehmt und wie ihr es am klügsten in euren Taschen unter bekommt. Im Vergleich zu Resident Evil nehmen Waffen in Daymare: 1994 zwar keine Inventar-Slots weg. Es gibt (bis dato) auch kein Crafting, bei dem ihr etwa Kräuter miteinander kombiniert. Ein kluger Umgang mit euren Ressourcen bleibt aber trotzdem der Schlüssel zum Erfolg, auch weil Munition und Co. ein rares Gut sind und eure Feinde noch hartnäckiger ausfallen als im Vorgänger.
Die Schussgefechte in Daymare sind ziemlich blutig inszeniert, steuern sich aber ein wenig hölzern. Quelle: PC Games Die Schussgefechte in Daymare sind ziemlich blutig inszeniert, steuern sich aber ein wenig hölzern. Daymare 1994 setzt euch eine neue Form des handelsüblichen Zombies vor, der über offenbar übernatürliche Fähigkeiten verfügt: Die untoten Viecher materialisieren sich auch gerne mal aus dem Nichts und stehen selbst nach mehreren Treffern unbeeindruckt wieder auf. Ihr könnt euch also nie sicher sein, ob die Dinger nun wirklich tot sind. Dazu kommt, dass Gegner gerne in Gruppen angreifen und dabei ziemlich aggressiv agieren. Das sorgt für echten Nervenkitzel.

Das Ballern selbst ist aber leider höchstens okay: Shotgun und Maschinenpistole fehlt der letzte Bums. Vom versprochenen Verstümmelungs-Feature haben wir nix gesehen. Es spritzt höchstens Blut, die Körperteile bleiben aber alle dran. Selbst nach einer Ladung Schrot wirkt die Haut eurer Widersacher lupenrein.

Das Trefferfeedback hat das große Vorbild Resident Evil also deutlich besser hinbekommen. Spannend wird es wenigstens durch das neue Kälte-Spray, mit dem ihr Gegner lähmen oder sogar einfrieren könnt, um ihren Kopf dann in Crushed Ice zu verwandeln. Das bleibt schließlich auch in Daymare die Devise: Ohne Hirn läuft selbst bei Zombies nichts.

Resident Evil lässt grüßen

Apropos Hirn: Natürlich wird im Spiel nicht nur geballert. Neben eurem Abzugsfinger werden hin und wieder auch mal eure grauen Zellen gefordert. Daymare wartet mit ein paar klassischen Umgebungsrätseln auf, wie man sie auch aus Resident Evil kennt: Da müssen kleine Puzzles gelöst, Fahrstühle in die richtige Reihenfolge gebracht oder Rohre gekühlt werden.

Hier und da gibt's auch mal etwas Backtracking. Das lockert den Survival-Horror auf, stellt aber keine überwindbare Hürde dar. Wer in den letzten zehn Jahren mal ein Action-Adventure gespielt hat, der kommt auch hier klar. Zumal Daymare: 1994 im Vergleich zum Vorgänger noch einen Scanner einführt, mit dem ihr euch in Computer hacken und die Umgebung nach interessanten Punkten absuchen könnt.

Solltet ihr trotzdem mal an einer Stelle hängenbleiben, könnt ihr im Notfall den Schwierigkeitsgrad runterdrehen. Der ist möglichst zugänglich gestaltet: Von Veteran bis Rookie ist für jeden Spielertyp was dabei, sogar begrenzte Speicherpunkte lassen sich aktivieren!
Richtig schön retro: Auch beim Räseldesign hat sich Daymare an 90er-Jahre-Horror-Klassikern orientiert. Quelle: PC Games Richtig schön retro: Auch beim Räseldesign hat sich Daymare an 90er-Jahre-Horror-Klassikern orientiert. Auch an der Grafik lässt sich ein wenig herumschrauben. Selbst auf den höchsten Einstellungen ist Daymare 1994: Sandcastle (jetzt kaufen ) aber nie atemberaubend, trotz Motion-Capture-Aufnahmen und Unreal Engine 4. Einige Animationen wirken unrund, Texturen und Effektqualität könnten besser sein.

Bei all der Kritik darf man aber natürlich nicht vergessen, dass hinter dem Spiel kein Triple-A-Studio mit Riesenbudget, sondern ein gerade mal 30-köpfiges Team steckt. Da kann man ein paar Defizite durchaus verzeihen.

Meinung

Wenn ihr euch selbst ein Bild von Daymare 1994: Sandcastle machen wollt, geht das ab dem 21. Februar 2022. Im Rahmen des Steam Next Fests wird eine erste Demo des Survival-Horrors veröffentlicht. Der finale Release soll dann noch irgendwann dieses Jahr erfolgen. Wann genau der Titel für PC, Playstation und Xbox erscheint, haben die Macher aber noch nicht verraten.

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