Wir testen die PS4-, PS3- und Xbox-360-Fassungen des neuesten Call of Duty: Ghosts auf Herz und Nieren. Versteht Infinity Ward sein Handwerk immer noch? Was leistet die neue Grafik-Engine? Alle Antworten liefert euch unser Test, jetzt auch mit PC-Wertung und -Infos sowie dem Test der Xbox One-Fassung!
Eine Frage der Technik
Kommen wir nun zu dem Punkt, der im Vorfeld des Ghosts-Releases für den meisten Zündstoff sorgte: die Technik. Soundtechnisch ist das Spiel wie von der Reihe gewohnt über jeden Zweifel erhaben. An der Optik-Front nahm man lange Zeit dasselbe an, ist das Spiel doch immerhin das erste der Reihe, das nun für Next-Gen-Konsolen erscheint und nicht mehr auf dem veralteten Grafik-Motor der letzten Serienteile beruht. Als Activision jedoch bekannt gab, dass Ghosts auf der Xbox One nur mit 720p läuft, gab es erste kritische Stimmen. Wie sich das aufs Spiel auswirkt, werden wir wie eingangs erwähnt erst ab dem 12. November verraten dürfen.
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Zumindest für die PS4-Version können wir jedoch Entwarnung geben: Die von uns getestete Version sah wirklich gut aus, wenngleich nicht atemberaubend, wie man es vielleicht hätte erwarten können. Gerade die Lichteffekte und der Detailgrad grenzen die Next-Gen-Version von den aktuellen Konsolenvarianten ab. Auf PS3 und Xbox 360 sieht man dem Spiel allerdings an, dass sowohl Engine als auch Hardware langsam an die Grenzen stoßen - von Black Ops 2 und den Vorgängern unterscheidet sich Ghosts hier nämlich nicht wirklich.
UPDATE INKLUSIVE PC-WERTUNG:
Seit dem Release am gestrigen Dienstag widmeten wir uns auch intensiv der PC-Version von Call of Duty: Ghosts. Beste, weil einzig gute Nachricht vorneweg: Durch die klar bestmögliche Hardware-Power auch im Vergleich zur PS4 ist die PC-Version die hübscheste der bisher getesteten Varianten, was vor allem bei der Kantenglättung auffällt. Allerdings hat diese Grafikleistung auch ihren - wie wir finden völlig übertriebenen - Preis. Denn das Gebotene ist zwar hübsch anzusehen, stellt aber keinesfalls einen grafischen Meilenstein dar. Von der vorher völlig übertriebenen Next-Gen-Ankündigung ist am Ende "nur" ein hübsch anzusehendes, recht zeitgemäßes Spiel übrig geblieben, nicht mehr und nicht weniger. Trotzdem giert Ghosts geradezu nach Hardware. Für ein flüssig laufendes Ghosts auf mittleren Details ist bereits ein Core i5 mit ungefähr 3 GHz samt 6 GB RAM und einer Radeon HD 6950 oder Geforce GTX 660 vonnöten. Ferner sollte die Grafikkarte mindestens 2 GB VRAM an Bord haben. Für hohe Einstellungen muss dann gar ein Core i5 mit ungefähr 3.0 GHz, einer HD 7950 Boost oder einer Geforce GTX 670 sowie 8 GB RAM im Gehäuse schlummern.
Und selbst wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, läuft Ghosts teilweise äußerst unzufriedenstellend. Ein Testsystem verweigerte den Start komplett, auf einem zweiten traten während der Kampagne Sound-Bugs auf, die sich nur durch einen Neustart des Spiels beheben ließen. Grafik-Fehler wie fehlende Texturen oder Effekte traten sogar auf mehreren Test-Rechnern auf - ärgerlich und äußerst schlampig portiert. Fast noch schlimmer wiegen da die Verbindungs- und Lag-Probleme im Mehrspieler-Modus, immerhin unserer Meinung nach das Hauptaugenmerk von Ghosts. In Lobbys hatten wir auf allen Testsystemen FPS-Probleme, zum Start eines Matches laggte es auf mehreren Rechnern (bis die Karte fertig geladen wurde) und grundsätzlich scheinen im Online-Modus 0,5 - 2 Sekunden Verzögerung normal zu sein. Dies fällt besonders in den Killcam-Wiederholungen auf, wo das Gesehene selten mit dem übereinstimmt, was angeblich passiert sein soll. Da kippt der eigene Charakter dann schon mal tot um, bevor überhaupt Schüsse eintreffen. Oder die Schüsse schlagen hinter ihm ein, was angeblich trotzdem tödlich war. Und liest man sich die zahlreichen Foren durch, sind das nicht die einzigen Probleme unter denen Ghosts leidet, so dass der Eindruck entstehen muss, die PC-Version wäre mal eben so nebenbei umgesetzt worden. Dies würde auch erklären, warum wir auf dem Test-Event keinerlei PC-Material zu Gesicht bekamen.
All dies sorgt dafür, dass das eigentlich inhaltlich identische Spiel im Vergleich zur PS4-Version deutlich unrunder und unfertiger wirkt. Hier heißt es nur: Warten und auf einen Patch hoffen. Bis das geschehen ist, können wir jedoch keine höhere Wertung vergeben als die 79 unten - bitter.
UPDATE INKLUSIVE XBOX-ONE-WERTUNG:
Ebenfalls bereits auf dem Review-Event testen durften wir die Xbox-One-Version von Call of Duty: Ghosts. Inhaltlich ist sie mit der PS4-Version völlig identisch: Dieselbe Kampagne, dieselben Online-Features, dieselbe maximale Spieleranzahl (18). Allerdings fällt die Variante für Microsofts Next-Gen-Konsole technisch deutlich dürftiger aus als auf Sonys neuem Flaggschiff. Vor allem der Unterschied bei der nativen Auflösung fällt sofort ins Auge: Während die PS4-Version nativ mit 1080p läuft, schafft die Xbox-One-Version lediglich 720p und skaliert die Auflösung entsprechend hoch. Dadurch wirkt die Grafik gröber und unsauberer als auf der PS4, was beim Detailgrad, bei den Texturen und vor allem bei der Kantenglättung auffällt.
Wären nicht die hübscheren Lichteffekte und die zahlreicheren Partikeleffekte, man würde kaum merken, dass man hier eine Next-Gen-Fassung vor Augen hat. Laut Aussagen der Entwickler wäre allerdings nur durch die reduzierte Grafikqualität eine flüssige Framerate von 60 FPS möglich gewesen. Dass es auch anders geht, beweist die Konkurrenz mit Battlefield 4 oder Microsoft mit hausinternen Grafik-Leckerbissen wie Ryse und Forza 5. Wir jedoch müssen der verminderten Grafikleistung im Vergleich zur großen Konkurrenzkonsole PS4 Rechnung tragen und verpassen dem Spiel daher ein paar Punkte weniger, einen Award hat sich Ghosts jedoch auch auf der Xbox One verdient.
