Abwechslungsreiche Missionen
Was die Aufträge in den einzelnen Missionen angeht, bietet CoD: Finest Hour viel Abwechslung. Sie führen Sabotageakte gegen die Deutschen durch, eskortieren schwere Artillerie durch verwinkelte Straßen oder wehren ganz allein einen deutschen Großangriff nur mithilfe eines Scharfschützengewehrs ab. Die verschiedenen Aufgabenstellungen stehen dabei nicht von Beginn an fest, sondern ergeben sich quasi, während man durch den Level streift. Bei jeder Mission ist es jedoch von größter Wichtigkeit, dass man sich nicht blind auf den Gegner stürzt, sondern sorgfältig vorgeht und jede sich bietende Deckung sucht.
Darüber hinaus sollte man die Möglichkeit nutzen, sich geduckt oder kriechend fortzubewegen, da man so ein schlechteres Ziel abgibt und auch kontrollierter feuern kann.
Kein Spiel für Einzelkämpfer
Die Levels nach Rambo-Manier zu säubern ist im Normalfall unmöglich und sorgt lediglich dafür, dass man sich schnell am letzten Kontrollpunkt wiederfindet. Leider gibt es von Letzterem ziemlich wenig. Nicht selten muss man durch eine einzige unbedachte Aktion einen großen Level-Abschnitt noch einmal von vorne beginnen. Warum die Entwickler so wenig Rücksetzpunkte gesetzt haben oder deren Anzahl nicht an den gewählten Schwierigkeitsgrad gekoppelt haben, ist schlichtweg unverständlich. Selbst auf der leichtesten Stufe muss man sich daher auf einige frustige Momente einstellen. Das Speichern des Spielfortschritts ist nur nach einer Mission möglich.
Wie es sich für einen Ego-Shooter mit Weltkriegsszenario gehört, bietet Finest Hour eine relativ große Anzahl zeitgenössischer Schusswaffen, die akkurat und authentisch umgesetzt wurden. Es stehen über 20 verschiedene Handgranaten und Feuerwaffen zur Verfügung, darunter Maschinenpistolen, diverse Gewehre und sogar eine Panzerfaust. Selbstverständlich ist die Auswahl beschränkt. In einer Mission der amerikanischen Kampagne findet man natürlich auch keine Feuerwaffen russischer Herkunft. Halb so schlimm, ist es doch möglich, erledigten deutschen Soldaten ihre Waffen abzunehmen und sie zu verwenden. Insgesamt darf man zwei Schusswaffen und zahlreiche Handgranaten mit sich führen. Welche Menge an Munition man bei sich trägt, hängt ebenfalls vom Schwierigkeitsgrad ab.
Durchwachsene Optik, guter Sound
Wie wichtig den Entwicklern die authentische Umsetzung des Weltkriegsthemas ist, wird nicht nur an den originalgetreuen Uniformen deutlich. Auch die Levels wirken äußerst stimmig. Vor allem die zerstörten Städte, in denen sich ein Großteil der Kämpfe abspielt, schaffen eine beklemmend-realistische Kriegsatmosphäre. Die zahlreichen Massenkampfszenen sind schlichtweg beeindruckend und verfehlen ihre Wirkung nicht.
Leider kann die Optik da nicht ganz mithalten. Die Qualität der Texturen schwankt zwischen sehr gut und ziemlich matschig, die Darstellung ist nur selten flüssig und hat teilweise mit herben Einbrüchen zu kämpfen. Anlass zur Beanstandung gibt auch die künstliche Intelligenz von Gegnern und Mitstreitern. Die Kameraden suchen zwar oft selbstständig Deckung, laufen aber bisweilen auch sinnlos dem Feind vor die Flinte. Sollte es einem KI-Kumpel mal richtig schlecht gehen, dann können Sie jederzeit ein Medipack opfern, um ihn wieder aufzupäppeln. Was für die Qualität der KI gilt, lässt sich praktisch 1:1 auf Animationen und Charaktermodelle übertragen. Einige davon sind wirklich sehr gut, andere wirken komplett daneben.
Ein Lob verdienen hingegen die Sounds und die Musikuntermalung von Call of Duty: Finest Hour, die beide einfach hervorragend sind. Die Schlachten werden durchgehend von Orchestermusik begleitet, die von Michael Giacchino (bekannt durch die Medal of Honor-Serie) komponiert wurde.
