Nach dem Call of Duty: Black Ops 2-Test für PlayStation 3 und Xbox 360 war eine Sache klar: Die erfolgreichste Shooter-Serie aller Zeiten benötigt dringend neue Ideen! Treyarch hat einige, setzt sie aber nicht konsequent um und muss sich zusätzlich mit altbekannten technischen und spielerischen Defiziten des simplen Ballerprinzips herumschlagen. Unser Einzel- und Multiplayer- Test der PC-Fassung und der Konsolenversionen von Black Ops 2 verrät alle Details.
Im Mehrspielermodus wagt Treyarch keine großen Experimente
Nur ein neuer Modus hat den Weg ins Spiel gefunden: Stellung. Darin balgen sich die maximal 18 Spieler alle 60 Sekunden um einen neuen Kontrollpunkt. Das spielt sich wie eine flotte Mischung aus den Spielvarianten Hauptquartier und Herrschaft, die natürlich auch wieder mit von der Partie sind. Insgesamt ballern Sie sich auf 13 neuen Karten durch ebenso viele Spielmodi - ein Spitzenumfang!
Das serientypische Sammeln von Erfahrungspunkten geht mit einem Affenzahn vonstatten. Wie gehabt, motivieren die Levelaufstiege, da ihr mit höheren Stufen Zugriff auf bessere Bleispritzen erhaltet. Um die Knarren zu verwenden, benötigt ihr aber neuerdings sogenannte Freischalt-Token, die ihr für Levelaufstiege bekommt. So wählt ihr gezielt, welche Gegenstände in euer Arsenal wandern.
Mittels des "Pick 10"-Systems stellt ihr erstmals in der Serie völlig frei eure Ausrüstung zusammen: Nur eine Primärwaffe schultern und vier Extra-Fähigkeiten (Perks) statt drei wählen? Oder doch lieber ein leichtes Maschinengewehr als zweites Schießeisen mitnehmen? Lediglich die Maximalgrenze von zehn Ausrüstungspunkten schränkt euch bei der Wahl ein: Jede Knarre, jede Granate und jeder Waffenaufsatz kostet einen Zähler. Das ist ein gelungenes System, weil es die Klassenerstellung deutlich dynamischer gestaltet. Da die Perks zudem weniger starke Auswirkungen haben als in den Vorgängern, gibt es keine übermächtige Ausrüstungskombination. Positiv auf die Spielbalance wirkt sich auch folgender Kniff aus: Statt Killstreaks gibt es jetzt Scorestreaks.
Heißt: Egal ob ihr Gegner umpusten, lediglich Abschusshilfe leisten, einen Flaggenpunkt einnehmen oder eine Bombe entschärft, alle Punkte fließen auf euer hr Scorestreak-Konto. Erreicht ihr vor dem nächsten Ableben eurer Figur eine bestimmte Menge an Zählern, setzt ihr vorher ausgewählte Hilfsmittel wie Luftschläge und Scanner-Drohnen ein. Eine tolle Änderung, da so auch Teamspieler eine Chance auf Scorestreak-Belohnungen haben. Ebenfalls gut: Gelingt euch mit den notorisch übermächtigen Spezialaktionen ein Abschuss, etwa indem ihr das Bordgeschütz eines Flugzeugs bedient, erhaltet ihr dafür weniger Punkte als für ein reguläres Ausschalten des Gegners zu Fuß. So verhindert Treyarch, dass besonders begabte Spieler durch eine unaufhörliche Kette von Scorestreak-Belohnungen ein Match dominieren.
Quelle: Computec
Black Ops 2 im Konsolen-Test: In einer Disco kommt es auf dem Tanzparkett zu einer von zwei Zeitlupenschießereien.
Die neuen Karten machen einen ausgereiften Eindruck. Die Spawn-Punkte sind sinnvoll verteilt, auch wenn serientypisch jedes Haus mehrere Eingänge hat und unerfahrene Spieler alle paar Meter in einen Hinterhalt laufen. Hier gilt das Call of Duty-Credo: Wer stehen bleibt, stirbt. Schnell und unkompliziert, so spielen sich die Online-Partien. Die sind insgesamt ein wunderbarer Fix für das dringende Mehrspielerbedürfnis. Im Vergleich zu Battlefield 3 fehlen aber Fahrzeuge oder andere taktische Optionen. So ist Black Ops 2 vor allem ein Vergnügen, das ihr ie in sporadischen, aber intensiven Schüben genießt. Es sei denn, ihr haben Spaß daran, nach dem Erreichen der höchsten Charakterstufe 50 noch weitere Durchgänge im Prestige-Modus zu absolvieren.
Einen Tacken mehr Langzeitmotivation verspricht allerdings das neue Ligasystem. Sowohl Einzelspieler als auch feste Teams absolvieren dabei eine Reihe von Probepartien. Anschließend teilt das Spiel euch in eine Liga mit Gegnern auf ähnlichem Niveau ein - durch Erfolge arbeitt ihr euch in der Rangliste nach oben. Eine hervorragende Neuerung für E-Sport-Interessierte! Die PC-Anpassung des Mehrspielermodus ist Treyarch gut gelungen. Bei unserem Test traten auf drei verschiedenen Rechnern keine Verbindungsprobleme auf - wohl auch ein Verdienst der Kombination aus Lobby-System und dezidierten Servern, das sehr gute Arbeit leistet. Der fehlende Server-Browser stört da kaum. Zudem gibt es eine praktische Gruppenfunktion, um zusammen mit Freunden eine Partie zu betreten.
