Call of Duty 3

Test Bernd Holtmann

Activision überrascht uns mit einem der bisher besten Ego-Shooter für die Xbox 360!

Der Unschärfeeffekt lässt Feinde im Hintergrund verschwimmen - diesen Effekt hat bisher noch kein Shooter so konsequent eingesetzt. Der Unschärfeeffekt lässt Feinde im Hintergrund verschwimmen - diesen Effekt hat bisher noch kein Shooter so konsequent eingesetzt. Es gibt keinen besseren Zeitpunkt, um dieses Spiel zu veröffentlichen, schließlich mussten sich Ego-Shooter-Fans gerade erst damit abfinden, dass Gears of War nicht in Deutschland erscheint. Wie passend, dass mit Call of Duty 3 jetzt die Fortsetzung einer der bekanntesten Spieleserien des Genres kommt. Dass der Titel seinem vorauseilenden guten Ruf gerecht wird, fanden wir während des Tests heraus, denn statt einer ideenlosen Aufbereitung bekannter Weltkriegs-Szenarien geht Entwickler Treyarch einen eigenen Weg ...

Am Kern des erfolgreichen Spielprinzips ändert sich zum dritten Teil nur wenig: Wie in der Serie üblich, spielen Sie eben nicht den stereotypen Kriegssieger, sondern schlüpfen in die Rollen verschiedener Soldaten, die mit ihren Truppen eigene Gefechte auskämpfen. In Call of Duty 3 dreht sich ausnahmslos alles um den Kampf gegen die deutschen Besatzer Frankreichs. Die (auch in CoD 2 gezeigte) Normandielandung spielt nun keine Rolle mehr, stattdessen starten Sie in einem kleinen amerikanischen Lager in der Stadt St. Lô. Ein kurzes Tutorial zeigt Ihnen die nötigen Kniffe im Umgang mit virtuellen Schusswaffen, Rauch- und Splittergranaten. Danach heißt es "Aufsitzen" und schon schafft man uns zum ersten Einsatzort.

Es folgt einer der eindrucksvollsten ersten Ego-Shooter-Levels, die wir jemals sahen: Mit einer großen Gruppe alliierter Soldaten stürmen wir ein weitläufiges Kirchengrundstück mit einem Friedhof. Über den Köpfen rasen Flugzeuge, eine Bombe zertrümmert eindrucksvoll die Kirchturmspitze - und über den gesamten Friedhof trachten uns verschanzte Gegner nach dem Leben. Doch es geht weiter: In den kommenden zehn Minuten müssen wir uns in einem Haus gegen eine Heerschar deutscher Soldaten verteidigen, auf einem Panzer stehend den Angriff auf deutsche MG-Nester befehligen - und im Handkampf einen Überraschungsangriff abwehren!

Richtig gelesen. In Call of Duty 3 erleben Sie zum ersten Mal blutige Zweikämpfe aus der Ich-Perspektive. Auf einem hohen Turm werden wir zum Beispiel von einem Wehrmacht-Soldaten überrumpelt, der uns in einem Kraftspiel über das Geländer werfen will. Wir schauen dem grimmigen Kerl dabei ins Gesicht. Wir sehen, wie verbissen er kämpft, während wir abwechselnd auf die linke und rechte Schultertaste einhämmern, um uns zu befreien. Irgendwann erscheint das Symbol einer der Feuertasten auf dem Bildschirm - unsere Chance auf einen Knock-out. Ein Tastendruck später hauen wir den Kerl um und werfen ihn über das Geländer. Doch seine Hände klammern sich an uns, er reißt uns mit, und ein weiteres Mini-Spiel beginnt: Mit kleinen Bewegungen des Analogcontrollers müssen wir uns erst nach oben ziehen: genial, packend und abwechslungsreich.

Mindestens ebenso beeindruckend ist das Waffenrepertoire, mit dem Sie gegen die Wehrmacht-Schergen antreten, denn hier ist wieder alles vertreten: Von der schnellen MP40 über die etwas genauere MP44, die kleine P38, die klassische Schrotflinte, eine Kar98k mit Zielfernrohr, dem "Panzerschreck"-Raketenwerfer und die im Tutorial gezeigten Rauch- und Stielgranaten bis zur durchschlagskräftigen Sten finden Sie die üblichen Waffen aus dem Zweiten Weltkrieg. Sollte Ihnen in einem Kampf einmal die Munition ausgehen, können Sie Ihren aktuellen Schießprügel jederzeit per Tastendruck durch einen herumliegenden tauschen.

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