ORIENTIERUNGSPROBLEME
Gut versteckt: Bei Erkundungstouren finden Sie jede Menge, teils sauschwer erreichbare, Schilder, die Sie zerstören können.
Bei allen Rennarten bleibt die Stadt ein offenes Straßennetz, was auf der einen Seite eine konsequente Umsetzung des neuen Konzeptes ist, andererseits aber in der Anfangsphase und auch später immer wieder für Frustmomente sorgt, da man sich angesichts der irrwitzigen Spielgeschwindigkeit doch recht leicht verfranzt und das Rennen somit verloren ist. Einzige Ausnahme sind die Stuntrennen, in denen Sie sich frei bewegen können. Zwar führt Sie das Spiel durch Blinksignale und Einblendungen der Straßennamen neben dem Kompass am oberen Bildschirmrand grob in die richtige Richtung, hat man sich aber zu sehr von der Idealroute entfernt, ist es aus. Da Sie neuerdings immer den ersten Platz machen müssen - ja, das Medaillen-System der Vorgänger war einmal - wünscht man sich in so einem Fall umso mehr, das Rennen neu zu starten. Leider haben die Entwickler von dieser Funktion ebenso Abstand genommen wie von der Möglichkeit, auf der jederzeit aufrufbaren Karte Wegpunkte zu setzen, um beispielsweise leichter zu einem der Schrottplätze zu finden und dort den fahrbaren Untersatz zu wechseln.
VERSCHROTTUNG ALS KUNSTFORM
Auf die harte Tour: Um einen neuen Wagen Ihrem Fuhrpark hinzuzufügen, müssen Sie ihn erst auf den Schrottplatz befördern.
In technischer Hinsicht macht Ihnen Burnout Paradise eindrucksvoll klar, dass die Serie auf
der nächsten Konsolengeneration angekommen ist. Auf den ersten Blick beeindruckt zunächst die Darstellung von Paradise City mit superflüssigen 60 Bildern pro Sekunde. Sie können quer durch die virtuelle Stadt heizen, ohne jemals nur das geringste Stocken oder gar Ruckeln wahrzunehmen. Sobald es zum ersten deftigen Crash bei hoher Geschwindigkeit kommt, offenbart der Titel allerdings seine wahre technische Brillanz. Ohne zu übertreiben: Das Schadensmodell ist das beeindruckendste, was Sie bisher in einem Rennspiel gesehen haben. MotorStorm hat in dieser Beziehung zwar schon ordentlich vorgelegt, betrachtet man aber die Art und Weise, wie es die Karren in Burnout Paradise zerlegt, so war Sonys Offroad-Raserei gerade mal die Spitze des Eisberges. In Zeitlupe werden Frontpartien je nach Aufprallwinkel physikalisch korrekt zerknautscht, unzählige Kleinteile verteilen sich auf der Fahrbahn und das Innenleben der hervorragend modellierten Fahrzeuge offenbart sich. Einfach jeder Crash in Burnout Paradise ist ein faszinierendes Spektakel. Hinzu kommt die gewohnt brachiale Soundkulisse. Sowohl Motorsounds und Crash-Geräusche als auch die geniale Soundtrack-Auswahl unterstützen die adrenalingeschwängerte Rennaction.
EIN NEUER EVOLUTIONSZYKLUS BEGINNT
Wir müssen Alex Ward absolut Recht geben, es ist wirklich nichts mehr so, wie es einmal war. Das neue Konzept der offenen Stadt ist gewöhnungsbedürftig und hat äußerst unterhaltsame Vorzüge, aber auch nervige Fehler. Ob der neue Ansatz funktioniert, muss jeder für sich selbst entscheiden, was dank der Demo zum Glück einfacher denn je ist. Bei keinem anderen PS3-Spiel war die Möglichkeit des Probespielens derart wichtig. Nichtsdestotrotz ist Burnout Paradise ein würdiger Next-Gen-Vertreter der Serie geworden und stellt den Beginn eines neuen Evolutionszyklus im Arcade-Rennspiel-Genre dar.