Bulletstorm ist frisch, kreativ und mitreißend - und sehr viel besser als erwartet! Wenn ihr einen überraschend vielschichtigen, enorm flüssig zu spielenden und besonders abwechslungsreichen Shooter sucht, dann seid ihr hier genau richtig!
DEUTSCHE VERSION
Dass Bulletstorm für ein USK-18-Siegel geschnitten werden musste, war seit der Ankündigung relativ klar. Das Konzept sieht vor, Spieler mit Punkten für spezielle, für die virtuellen Gegner meist tödliche Aktionen zu belohnen. Das ist – anderslautenden Gerüchten zum Trotz – in allen Versionen so und mit der Originalfassung identisch. Hierzulande fehlt aber das Ragdoll-System für erledigte Gegner, was weder dem Spielspaß noch der Atmosphäre in irgendeiner Weise schadet. Außerdem sind einige Blut- und Splattereffekte hierzulande nicht enthalten, was mitunter zu teils lächerlichen Situationen führt, in denen Gegner, statt sprichwörtlich zu zerplatzen, einfach spurlos verschwinden – das ist nicht schön, aber verschmerzbar. Was aber ernsthaft stört und irritiert, ist die Tatsache, dass es zwar für Aktionen wie "Kopftreffer" oder "Beine wegschießen" Punkte gibt, das optische Feedback dazu aber fehlt. Und das wirkt sich, ganz ohne Gewalt gutheißen zu wollen, auf den Spielspaß aus.
Wir könnten euch noch so viel über die grandiose Spielmechanik, die zahllosen gelungenen Kleinigkeiten, die herrlichen Spielmomente und ein paar nette Storywendungen erzählen, aber im Prinzip müsst ihr über Bulletstormnur eines wissen: Es steckt sehr viel mehr drin, als es auf den ersten Blick den Anschein hat. Ein paar kleine Kritikpunkte muss sich das ambitionierte Projekt von People Can Fly (mit spürbarer Schützenhilfe von Epic Games) dennoch gefallen lassen: Die deutschen Sprecher machen ihre Sache ziemlich gut, auch wenn sich die testosterongeschwängerten Stimmen mit der Zeit doch etwas abnutzen. Auch die Spieloptik hat ihre Stärken und Schwächen: Die Unreal Engine 3 liefert zauberhafte Außenareale mit immensem Weitblick sowie ein stetes "Wow, ist das alles groß und schön hier!"-Gefühl, leistet sich aber bei der Darstellung von näheren Objekten und Personen gelegentlich kleine Schnitzer. So wirken eure Kollegen im Spiel stellenweise wie mit einem matten Schleier überzogen. Auch sind manche Zwischensequenzen vorgerendert, was nicht weiter dramatisch wäre, wenn die Auflösung und die Qualität nicht aussähen wie für den Gameboy optimiert.
MEHR? ABER SICHER!
Der Vollständigkeit halber: Neben der Solo-Kampagne gibt es noch die Echo-Spielart, in der ihr in Abschnitten aus der Kampagne auf Highscore-Jagd geht, sowie einen kooperativen Mehrspieler- Modus, in dem bis zu vier Spieler immer aggressiver werdenden Gegnerwellen entgegentreten. Beides konnten wir bisher aber noch nicht lange genug auskundschaften, um uns ein Testurteil zu erlauben. Für die Solokampagne erteilen wir aber einen klaren Kaufbefehl: Auch wenn ihr bei der deutschen Fassung mit ärgerlichen, weil Spielspaß-bremsenden Abstrichen leben müsst, solltet ihr Bulletstormauf keinen Fall verpassen.
