Bulletstorm ist frisch, kreativ und mitreißend - und sehr viel besser als erwartet! Wenn ihr einen überraschend vielschichtigen, enorm flüssig zu spielenden und besonders abwechslungsreichen Shooter sucht, dann seid ihr hier genau richtig!
Direkt vorneweg: Bulletstormist vermutlich nicht das, was ihr euch darunter vorstellt. Bulletstormist keine banale Gewaltorgie, in der nur wild um sich geschossen wird. Nein, vielmehr ist Bulletstormein erwachsener Ego-Shooter mit einer komplexen Story, facettenreichen Charakteren und einer der besten Shooter-Mechaniken, die wir seit Langem gesehen haben. Gut, das Belohnen von Schüssen in die Weichteile mag auf den ersten Blick geschmacklos erscheinen, doch wie so oft lohnt sich ein zweiter Blick.
Die Story ist im Grunde zwar "nur" ein einfaches Rachedrama, wenn auch mit einigen Wendungen, aber sie wird überraschend komplex und überzeugend vorgetragen. Dem abgestürzten Weltraumpiraten Gray, den ihr in Ego-Sicht durchs Spiel lenkt, kauft man seine Gefühlslage ab und begleitet ihn und seine Kollegen mit Freuden bei deren Vergeltungsfeldzug. Wer dabei Nonstop-Shooter-Action erwartet, stört sich vermutlich ein bisschen daran, dass eher ruhige Story-Passagen immer wieder den Spielfluss unterbrechen. Anderen schmeckt wahrscheinlich der vulgäre Ton der Charaktere nicht: Bereits in den ersten Spielminuten fallen schon pubertäre "Deine Mutter"- Sprüche und je mehr es aufs Ende zugeht, desto mehr hat es den Anschein, als litten die Sprecher am Tourettesyndrom. Bulletstormsgroße Stärke ist - das wiederum dürfte niemanden verwundern - sein Shooter-Herz, das wild und ungestüm in einem unwiderstehlichen Rhythmus schlägt. Vom Bewegungsapparat der Charaktere, der auch Treten, Peitschen und Rutschen umfasst, über das kreative und aufrüstbare Waffenarsenal bis hin zur heiß diskutierten Skillshot-Mechanik - es funktioniert einfach alles nahezu tadellos.
Quelle: EA
Die Elemente greifen ineinander und das Punktesystem, das euch fürs kreative Aneinanderreihen von für Gegner schmerzhaften bis tödlichen Aktionen belohnt, motiviert tatsächlich - in erster Linie, weil die so verdienten Punkte in wichtige Waffenverbesserungen und Munition fließen. Die Abwechslung ist dabei ein Stück weit selbst gemacht - keiner hindert euch daran, Gegner immer auf die gleiche Weise um die Ecke zu bringen. Jedoch drückt euch das Spiel in einem angenehmen Tempo nach und nach neue Waffen, neue Umgebungen und neue Gegner aufs Auge, sodass es euch schwerfallen dürfte, euer Vorgehen NICHT zu variieren. Überhaupt schickt euch Bulletstormüber die gesamten sieben bis neun Spielstunden hinweg auf eine spannende Reise entlang einer fair, aber kontinuierlich ansteigenden Lern- und Anspruchskurve - immer wieder aufgelockert durch Bosskämpfe, Railshooter-Passagen, ferngesteuerte Saurier-Roboter und Quicktime-Events.
