Brute Force

Test Uwe Hönig

Normalerweise schießen die Feinde zielgenauer. Normalerweise schießen die Feinde zielgenauer. Bereits letztes Jahr wurde Brute Force vollmundig als Halo-Killer angekündigt und die ersten Bilder und Facts weckten die Vorfreude auf einen taktisch angehauchten Team-Shooter. Nun ist es endlich so weit und mit rund einem dreiviertel Jahr Verspätung haben es die Entwickler von Digital Anvil doch noch vollbracht, die Arbeiten an dem ambitionierten Projekt abzuschließen. Ganz im Gegensatz zu Halo handelt es sich dabei aber nicht um einen Ego-Shooter, da Sie Ihrem jeweiligen Alter Ego bei den Einsätzen von hinten über die Schulter schauen. Als Mitglied der neu gegründeten Brute-Force-Spezialeinheit müssen Sie im gesamten Universum heikle Aufträge für das oberste Kommando übernehmen. Aus diesem Grund wurde ein Team von vier Personen zusammengestellt - alles Klone wohlgemerkt. Da es den Regierungsstellen auf die Dauer zu kostspielig und zeitintensiv geworden ist, immer wieder gewiefte Krieger heranzutrainieren, wurde die Entwicklung der Klon-Technologie vorangetrieben. So ist es nicht wirklich schlimm, wenn es einen dieser Spezialisten im Einsatz erwischt, sofern der interne Datenchip nach dem Ableben gesichert wird. Mithilfe des Chips können die betroffenen Kämpfer im Handumdrehen geklont werden und stehen bei der nächsten Mission in alter Frische zur Verfügung.

Die volle Kontrolle
Die vier Haudegen sind aber nicht von Anfang an zusammen. Sie beginnen das Abenteuer mit Tex, einem durchtrainierten Marine und Waffen-Experten. Erst bei den weiteren Missionen kommen Brutus, der barbarische Außerirdische, Hawk, die flinke Aufklärerin, und Flint, eine synthetische Scharfschützenkoryphäe, ins Spiel. Die vier sind anschließend immer gemeinsam unterwegs und durch die Benutzung der vier Richtungstasten des digitalen Steuerkreuzes können Sie jederzeit zwischen den Figuren hin und her wechseln. Wenn Sie ein wenig länger auf das Steuerkreuz drücken, öffnet sich ein Fenster mit einem rudimentären Befehlssystem. Hier können Sie ebenfalls mit den Richtungstasten einen oder mehrere Mitglieder anwählen und beispielsweise dazu veranlassen, Rückendeckung zu geben. Am unteren linken Bildschirmrand befindet sich ein Radarsystem, das neben ständig aktualisierten Navigationspunkten auch den Zustand der anderen Recken anzeigt. So erhält der Titel eine gelungene taktische Komponente, die aber in den ersten Spielstunden kaum Anwendung findet. Allerdings ändert sich das in den späteren Missionen, denn der Schwierigkeitsgrad steigt ab der Hälfte des Games ganz schön an. Nur wer dann mit Bedacht und Hilfe des Teams vorgeht, hat eine reelle Chance zu bestehen. Beispielsweise lohnt es sich bei einigen Aufträgen, erst mal mit dem Scout die Gegend zu erkunden, während die anderen die Stellung halten.

Bekanntes Waffensystem
Ähnlich wie bei Halo können die Helden außer mehreren Granatvarianten nur zwei Waffen mit sich rumschleppen. Das bedeutet, wenn Sie einem toten Gegner seinen Ballermann wegnehmen, müssen Sie im Gegenzug einen Ihrer Argumentationsverstärker ablegen. Achten Sie außerdem auf den Munitionsvorrat und entscheiden Sie sich gegebenenfalls lieber, eine schwächere Waffe aufzusammeln, für die Sie aber noch wesentlich mehr Kugeln haben. Übrigens können die verschiedenen Teammitglieder nicht sämtliche Waffen aufsammeln, je nach Spezialgebiet und auch Rasse sind manche Gewehre nicht einzusetzen. Außerdem lohnt es sich, die verschiedenen Fähigkeiten der Verbündeten auch wirklich dem Terrain anzupassen. Beispielsweise gibt es eine Mission, bei der Sie eine feindliche Mutanten-Basis einnehmen sollen. Oberhalb der Basis gibt es mehrere Aussichtspunkte, die sich natürlich bestens für Flint oder Hawk als Standpunkt für Sniperattacken eignen. So werden die von Brutus und Tex aufgescheuchten Feinde direkt aus sicherer Entfernung aufs Korn genommen und nicht alle Genossen müssen dem äußerst zielgenauen feindlichen Feuer ausgesetzt werden.

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