Davon abgesehen ist das Spiel aus technischer Sicht gelungen. Neben der hervorragenden Dolby-Digital-Soundkulisse kann man vor allem die hübsche Grafik genießen: Realistische Raucheffekte und Explosionen, gelungene Animationen, detaillierte Soldaten und ansprechende Umgebungen lassen die Umsetzung sehr lebensecht aussehen. Seien es die fein modellierten Gesichter jedes einzelnen Soldaten (besonders aufwendig natürlich bei Ihren eigenen Leuten), die hübsch umgesetzten Grashalme auf den Feldern der Normandie oder die teils malerischen Himmel - die Landschaften wirken stets äußerst atmosphärisch. Schade nur, dass die Texturen nicht gehobenes Xbox-Niveau erreichen - schleicht man doch ständig an Mauern entlang und hat so immer wieder matschig texturierte Objekte vor der Nase.
Keine Blutbäder
Die deutsche Version von Brothers in Arms ist ungekürzt. Trotz realistischer Darstellung der Kämpfe fließt in dem Titel bis auf einige Momente erstaunlich wenig Pixelblut - die Entwickler haben es vermieden, den Zweiten Weltkrieg als Splatter-Spiel umzusetzen. Lediglich der Anblick einiger verletzter und toter Kämpfer hinterlässt ein mulmiges Gefühl beim Spieler. Bemerkenswert ist auch die Entwicklung der Soldaten im Verlauf der Invasion: In den ersten Abschnitten machen Sie sich Gedanken, wer einer französischen Bäuerin das zerstörte Gartentor ersetzen wird, und überlegen, ob Sie einigen besiegten Deutschen helfen sollen. Im fortgeschrittenen Spiel zählt einzig das Überleben. Überhaupt ist die Charakterisierung von Bakers Truppe sehr gut gelungen: Während anfangs noch Witze gerissen werden, überwiegt später der Galgenhumor. Erstaunlich schnell kann man den Namen auch Gesichter zuordnen und leidet mit, wenn irgendwann einer der eigenen Leute draufgeht. Verstärkt wird dieser Effekt durch kurze Monologe von Baker, die jede Mission einleiten und vermutlich den Gedanken von echten Soldaten im Krieg ziemlich nahe kommen. Unverständlicherweise lassen sich diese Einleitungen in der Xbox-Version aber nicht abbrechen, was beim wiederholten Spielen ganz schön nervt.
Fortsetzung folgt
Das Prädikat "filmreif" verdient Brothers in Arms ohne jeglichen Zweifel. Wer die Serie Band of Brothers gesehen hat, wird sogar das eine oder andere Déjà-vu-Erlebnis haben, wenn er beispielsweise einen unglücklich gelandeten Fallschirmspringer im Baum hängen sieht oder um die französische Stadt Carentan kämpft. Etwas unschön ist hier lediglich das Ende - Road To Hill 30 hört recht plötzlich auf. Oder will man damit die Spieler auf den (bereits angekündigten) Nachfolger heiß machen?
