Der Nutzen der Situationskarte hält sich in Grenzen.
Acht verdammt intensive Tage
Im Gegensatz beispielsweise zu Call of Duty: Finest Hour, das eine abwechslungsreiche Zusammenstellung von Kampfschauplätzen zu unterschiedlichen Zeiten des Zweiten Weltkriegs bietet, spielt sich das Geschehen von Brothers in Arms innerhalb von wenigen Tagen ab. Zudem führt Sie der Krieg hier später nicht nach Nordafrika oder Russland, sondern nur ins nächstgelegene französische Dorf. Dies ist allerdings nicht als Schwachpunkt zu werten, ganz im Gegenteil: Das Erlebnis wirkt dadurch authentischer und weniger wie ein schnödes Videospiel. Natürlich wurden bei all dem Realismus-Anspruch auch Kompromisse gemacht, damit der Spielspaß nicht zu kurz kommt. So kann es zwar passieren, dass einer Ihrer Leute im Einsatz schwer verletzt liegen bleibt, doch bei der nächsten Mission ist er wieder topfit. Ergänzend sei gesagt, dass eine Mission durchaus eine halbe Stunde dauern kann, sodass ein solcher Verlust über längere Zeit negative Auswirkungen hat. Wer befürchtet, jeden Auftrag nach jedem missglückten Manöver komplett von vorne beginnen zu müssen, sei allerdings beruhigt: Innerhalb der Levels treffen Sie alle paar Minuten auf automatische Speicherpunkte, zu denen Sie jederzeit (auch im Fall von Bakers Tod) zurückspringen dürfen. Wer an einem Abschnitt mehrfach scheitert, dem bietet das Spiel sogar "medizinische Unterstützung" an: Hierbei können Sie auf Wunsch alle noch aktiven Teammitglieder heilen lassen, bevor Sie beim letzten Speicherpunkt in alter Frische weitermachen - ehrenhaft ist diese Form des "Mogelns" natürlich nicht. Wichtig zu wissen ist, dass die Speicherpunkte nur während eines laufenden Spiels Gültigkeit haben. Das bedeutet, dass Sie die letzte Mission auf jeden Fall komplett von vorne starten müssen, wenn Sie während eines Einsatzes die Konsole ausschalten.
Nur Deutsch oder Englisch
Die deutsche Synchronisation des Spiels ist relativ ordentlich, auch wenn der authentisch wirkende Galgenhumor des englischen Originalspiels von den Sprechern etwas zu selbstgefällig vorgetragen wird. Zudem sind eine Hand voll Bildschirmtexte etwas seltsam übersetzt, etwa "Tote Man's Ecke" statt "Dead Man's Corner". Besonderes Lob verdient die Möglichkeit, die englische Originalversion anzuwählen, bei welcher Ihre Leute Englisch und die deutschen Soldaten perfektes Hochdeutsch sprechen. Dadurch erkennen Sie während eines Kampfes zum Beispiel genau, welche Seite gerade nachlädt oder getroffen wurde, was bei der komplett deutschen Fassung etwas verwirrend sein kann. Die englischen Synchronsprecher sind eine Klasse für sich, doch ist die akustische Seite von Brothers in Arms in beiden Fällen sehr stimmungsvoll und professionell. Interessant ist der sparsame Einsatz des Orchester-Soundtracks, denn über weite Strecken hören Sie fast nur Schüsse, Einschläge und Soldatenrufe - so wirkt das Spielgeschehen sehr packend.
Bilderpracht mit kleinen Macken
Im Gegensatz zur PlayStation-2-Version läuft Brothers in Arms auf der Xbox durchgehend anständig flüssig, hat dafür aber mit anderen technischen Schwächen zu kämpfen. So wird nach jedem Bildschirmtod (oder wenn Sie bewusst zum letzten Speicherpunkt zurückkehren wollen) der komplette Level neu geladen, was circa 30 Sekunden dauert. Noch ärgerlicher ist die Tatsache, dass die Xbox jedesmal auf die DVD zugreift, wenn neue Gegner auftauchen. Das sorgt für eine kurze Verzögerung - nicht nur dass es dann ruckelt, sondern es ruiniert auch den Überraschungseffekt.
