Streng geheime Missionen, vermeintliche Superwaffen und geballte Action
Die Flugzeuge wurden ihren - zum Teil realen - Vorbildern bis ins Detail nachempfunden.
Nachdem bereits die bekanntesten Luftschlachten des Zweiten Weltkriegs im Vorgänger gespielt werden konnten, entschied Ubisoft bei der Fortsetzung der nicht unumstrittenen Flug-Action, es mit der geschichtlichen Korrektheit etwas lockerer zu nehmen. So nehmen Sie diesmal an fiktiven Einsätzen teil, für die Ihnen neben den bekanntesten Fluggeräten des Krieges noch eine Reihe an streng geheimen fliegenden Kisten zur Verfügung steht, die es in der Realität nur im Einzelfall vom Zeichenblock der Ingenieure bis hin zum Prototypen geschafft haben.
Im Vergleich zu Squadrons of WWII hat sich beim Gameplay nicht wirklich viel geändert: erneut holen Sie massenhaft gegnerische Flieger vom Himmel, legen Bodenziele in Schutt und Asche und dürfen zwischendurch auch mal weg vom Steuern und nur das Bord-MG oder den Bombenschacht bedienen. Zudem werden Sie auch wieder von Ihren Flügelmännern unterstützt, die über besondere Fähigkeiten verfügen. Per Funkspruch erhalten Sie zum Beispiel von einem Mechaniker technische Unterstützung bei der Reparatur Ihrer Kisten, können Hilfe anfordern oder Ziele und Verhalten bestimmen.
Mit den Buttons A und B nehmen Sie Feinde ins Visier - je nachdem, wie lange Sie die Buttons gedrückt halten, schalten Sie zwischen dem am nächsten gelegenen und dem für die Mission wichtigsten Ziel um. Das funktioniert leider auch diesmal nur bedingt, da gelegentlich doch etwas Zeit vergeht, bis Sie auch den gewünschten Gegner angepeilt haben.
Mit gedrücktem L-Trigger löst sich die ansonsten fixe Kameraperspektive und dreht sich um das Flugzeug, sodass Sie Ihr Ziel weiterhin im Auge behalten. Dies wird einerseits optisch sehr spektakulär dargestellt, andererseits ist dieses Feature in den Kämpfen sehr nützlich, um nicht den Überblick zu verlieren. Lediglich, dass die Kamera in dieser Perspektive etwas lange an abgeschossenen Gegnern haftet, fällt - wie schon in Squadrons of WWII - negativ ins Gewicht.
Beim Missionsdesign gelang es den Entwicklern überraschenderweise, ordentlich Abwechslung ins Spiel zu bringen, woran es dem Vorgänger doch stellenweise mangelte. So müssen Sie in einer Mission eine bestimmte Zeit lang im Tiefflug über einem fahrenden Zug schweben, um eine heiße Agentin darauf abzuladen oder suchen inmitten eines Eismeers anhand eines Funksignals nach einem U-Boot. Gelegentlich treten Sie dann sogar noch in Bosskämpfen gegen gewaltige Kriegsmaschinen wie einen schwer bewaffneten Zeppelin oder eine monströse Riesenkanone an. Darüber hinaus bringen die sehr unterschiedlichen Schauplätze der Schlachten wie zum Beispiel China, Italien, Ägypten, Russland oder das Eismeer noch ordentlich Abwechslung in Spiel.
Doch wie auch im ersten Blazing Angels wirken einige Abschnitte weniger gut ausbalanciert: zu knappe Zeitlimits und zu viele Gegner trüben gelegentlich den Spielspaß und sorgen stellenweise sogar für Frust. Ein gutes Beispiel dafür ist der Angriff auf Moskau, bei dem Sie den Roten Platz schützen müssen. Nur wenn Sie hier taktisch clever vorgehen, nahezu fehlerfrei fliegen und Ihre Flügelmänner geschickt einsetzen, haben Sie eine Chance, das wirklich schnell zerstörte Ziel vor den Feinden zu retten. Während die meisten Missionen in etwa 15-25 Minuten erledigt sind, kann es schnell länger als eine Stunde dauern, bis Sie einen der schweren Aufträge erfolgreich abgeschlossen haben.
In grafischer Hinsicht übertrifft Secret Missions den Vorgänger deutlich, auch wenn die wirklich nette Optik der Flugzeuge inmitten der Action nur wenig zur Geltung kommt. Dafür sind die Umgebungen sehr schön gelungen und bieten vor allem in den Großstädten wie Paris oder Moskau eine Menge Details. Auch wenn nicht alle Schauplätze auf demselben hohen Niveau sind, kommt doch überall in Verbindung mit dem erneut sehr gut gelungenen Sound eine tolle Atmosphäre auf. Somit kann man den Titel nicht nur Fans des Vorgängers empfehlen, sondern allen Action-Fans, die Gefallen am Szenario finden und sich nicht von den teils heftig schweren Abschnitten abschrecken lassen.
