Spektakulärer geht es kaum: Bayonetta 2 ist ein Paradebeispiel dafür, dass ein Action-Feuerwerk auch ohne dickste Technik funktionieren kann. In unserem Test zu Bayonetta 2 für Wii U lest ihr, wie gut das Actiongespielt geworden ist. Bayonetta, willkommen zurück!
Bayonetta 2 im Test für Wii U: Platinum Games durchlebt ein schweres Schicksal. Seitdem das Entwicklerstudio am 1. August 2006 im japanischen Osaka seine Pforten geöffnet hat, konnte sich die Firma schnell einen hochkarätigen Ruf aufbauen. Ob nun Vanquish, The Wonderful 101, Metal Gear Rising oder eben auch das exzentrische Bayonetta – all diese Titel heimsten weltweit gute Noten ein und sind bei den Spielern auch nach Jahren noch in guter Erinnerung geblieben. Warum also schweres Schicksal? Ist dies nicht eine Situation, in der sich jeder Entwickler gerne sehen möchte?
Prinzipiell schon, doch fast jeder Titel aus dem Hause Platinum Games hat im Grunde zwei Probleme. Das erste: Die Spiele sind ungewöhnlich, exzentrisch und daher nicht für jedermann. Grund Nummer 2 resultiert direkt daraus: Die Verkaufszahlen sind stets gerade so gut, um die Kosten wieder einzufahren, jedoch nicht hoch genug, um als Kassenschlager zu gelten. Ob es Bayonetta 2 ähnlich ergehen wird, können wir jetzt noch nicht sagen. Dass es sich qualitativ weit oben in der Riege von Platinum Games einreiht, hingegen schon. Wie es bei offiziellen Fortsetzungen so üblich ist, ist es im Falle von Bayonetta 2 ratsam, die Ereignisse des Vorgängers wenigstens teilweise zu kennen.
Christliche Überraschung
Zwar kann man die Hintergrundgeschichte auch ohne Prequel-Kenntnisse mitverfolgen, doch spätestens ab der Hälfte wird es dann vermehrt zu Momenten kommen, in denen das Aha-Erlebnis ausbleibt. Erst recht, weil ihr sonst mit Figuren wie Jeanne, Luka oder eben Hexe Bayonetta persönlich nicht viel anfangen könnt. Sollte dies der Fall sein, ist der ebenfalls auf Wii U neu veröffentlichte erste Teil für den Anfang vielleicht eher was für euch. Der Basis-Plot von Bayonetta 2 fängt dabei recht bekannt wie gewöhnlich an. Bayonetta erledigt gerade noch die letzten Weihnachtseinkäufe, als plötzlich Heerscharen von Engeln in die Stadt einmarschieren.
In diesem Artikel
Dass sie nicht im Auftrag des Christkinds vor Ort sind, sollte angesichts ihrer Bewaffnung für jeden schnell erkenntlich sein. Für Bayonetta selbst sind Begegnungen dieser Art ein alter Hut, da sie mit dem Heer Gottes schon mehrfach aneinandergeraten ist. Die heilige Vorhut ist daher schnell dezimiert, doch dann geht etwas schief: Der von Bayonetta herbeibeschworene Dämon, sonst immer ein treuer Verbündeter, wendet sich plötzlich gewaltsam gegen sie. Infolge dieses Gefechts wird ihre Verbündete/ehemalige Rivalin Jeanne in die Hölle gezogen und es ist für die nächsten 15 Kapitel eure Aufgabe, sie aus dort wieder herauszuholen. Diese zunächst doch sehr überschaubare Hintergrundgeschichte gewinnt während des Spielverlaufs mehr und mehr an Fahrt, reißt dabei zwar keine Bäume aus, doch sie liefert genügend Ansporn, um motiviert weiterzumachen.
