Die Ausweichrolle ist im Kampfgetümmel äußerst wichtig.
Trillerpfeifen haben sich nicht nur auf dem Bolzplatz bewährt. auch die Pikmin tanzen nach Captain Olimars Pfeife. Neuerdings nimmt das Herumkommandieren in Echtzeit aber auch in Battalion Wars eine wichtige Gameplay-Funktion ein. Der Titel wurde auf der E3 2004 unter dem Beinamen Under Fire als Heimkonsolenableger der Advance Wars-Reihe angekündigt, die bislang für rundenbasierte Schlachten mit strategischem Tiefgang bekannt war. Battalion Wars dagegen setzt auf kompromisslose Echtzeit-Action: Ihr übernehmt in 20 Missionen die Kriegsführung und lotst Soldaten und Panzer mit dem Analogstick durch die Landschaft.
Gemeinsam sind wir stark
Der Schwerpunkt liegt dabei auf effektreichen Actionmissionen, die auf fiktiven Kontinenten in der Gegenwart ausgetragen werden: Während sich die Supermächte Tundran Army und Western Frontier über viele Jahre hinweg einen erbarmungslosen Krieg liefern, bläst der hinterhältige Kaiser Vlad zum Angriff auf beide Staaten, um sie selbst einzunehmen. Weiter Teile ihres Landes beraubt, raufen sich die Nationen schließlich zusammen, um den Angreifer zurückzudrängen. Können die Länder, die dem Akzent der englischen Sprachausgabe nach stark an die USA und Russland erinnern, den kaiserlichen Feldherren gemeinsam in die Flucht schlagen?
Alt und neu
Ihr dürft Einheiten jederzeit wechseln: vom Soldaten zum Panzerlenker und umgekehrt.
Um diese Frage zu klären, bedarf es natürlich in erster Linie einer kriegserprobten Truppe. Diese besteht diesmal aus einem Mix aus klassischem Advance Wars-Kriegsgerät und neuen Einheiten. So erlangt ihr im Spielverlauf die Kontrolle über Minenwerfer, Panzerfäuste sowie Strato-Himmelsfeger und steuert bekannte Einheiten wie Spähpanzer, Flaks oder Artilleristen. Im direkten Mann-gegen-Mann-Duell hält das im Cartoon-Look gehaltene Fußvolk etliche Treffer aus, bevor es in die Knie geht und ihr in den Körper einer eurer übrigen Helden schlüpft.
Sonderlich an ihrem Leben scheinen die feindlichen Mannen allerdings nicht zu hängen, denn Ausweichmanöver sieht man bei den Computergegnern eher selten. Eine praktische Visierhilfe kann jederzeit mit der linken Schultertaste hinzugeschaltet werden und verrichtet gute Dienste. Gleiches gilt für das Zielen aus Panzern heraus, wobei die Steuerung der Vehikel leider etwas schwammig ist.
Soldat, wechsle Dich
Dank der Zielfunktion landet dieser Heli gleich am Boden.
Sämtliche Kapitel bestehen aus verschiedenen Missionszielen und geben keine Möglichkeit, weitere Einheiten zu produzieren. Ihr startet meist als einzelner Soldat und habt jederzeit die Möglichkeit, euren Protagonisten zu wechseln. Die Befehle, die ihr euren Charakteren erteilt, werden sofort umgesetzt - so schickt ihr bestimmte Einheiten in einen Geschützturm oder lasst sie die gegnerische Basis attackieren, während ihr mit euren übrigen Figuren bereits einen Plan B ausheckt und den Stützpunkt hinterrücks angreift.
Nicht zuletzt dank gemischter Fahrzeug- und Bodenpassagen spielt sich Battalion Wars sehr abwechslungsreich, fehlende Checkpoints trüben den Spielfluss jedoch etwas. Wenn man nach zehn Minuten Spielzeit gezwungen wird, wieder am Beginn des Kapitels anzufangen, kommt einfach Frust auf. An der Präsentation hätte Kuju ebenfalls noch feilen können.
Die heldenhaften Protagonisten wandern durch eckig modellierte Hügellandschaften mit nur wenig Interaktion. Ballerfans freuen sich jedoch über eine so gute Kommando-Funktion, wie man sie auf dem GameCube in diesem Genre noch nicht gesehen hat. Advance Wars-Strategen sollten zunächst Probe spielen, denn die Gameplay-Kluft zum tiefgründigen Handheld-Original ist trotz ähnlichen Grafikstils sehr groß. Wer auf stürmische Action steht: Die Zeit der Grübelei ist vorbei, ab an die Front!
