Wie schön Remakes sein können, beweist ein Adventure-Spiel aus dem Jahr 1996. Baphomets Fluch: Die Verschwörung der Tempelritter ist zurück.
Klassische Adventures haben ihren Zenit schon lange überschritten; die goldene Ära kennen viele gar nicht mehr. Spiele wie Thimbleweed Park und Return to Monkey Island kommen für Fans dieser Oldschool-Videospielerfahrungen daher wie gerufen und halten die Fahne hoch. Auch die Baphomets-Fluch-Reihe lässt immer wieder von sich hören und bekommt demnächst einen sechsten Teil spendiert. Der Gral des Parzival erzählt die Geschichte rund um die Charaktere George Stobbart und Nico Collard weiter.
Ab dem 19. September gibt's einen Vorgeschmack auf das kommende Point&Click-Adventure, denn mit Baphomets Fluch: Die Verschwörung der Tempelritter - Reforged Edition erscheint eine verbesserte Version des Originals aus dem Jahr 1996. Die 4K-Optik der Version stellt nochmal den zwischendurch auf den Markt gekommenen Director's Cut in den Schatten. Doch es bleiben auch einige Fragezeichen zurück.
Dem Feind im Nacken
An der eigentlichen Story ändert sich nichts: Der amerikanische Anwalt George Stobbart wird während seines Urlaubs in Paris Zeuge eines Bombenanschlags. Ein mysteriöser Clown, der kurz zuvor das betroffene Café betreten hat, ist die erste heiße Spur, die wir verfolgen.
Noch vor Ort treffen wir auf die Journalistin Nico Collard. Die Französin wittert eine Sensationsgeschichte für ihre Zeitung und steht uns im Verlauf des Abenteuers mit Rat und Tat zur Seite. Der Anschlag entpuppt sich schnell als komplizierter als gedacht. Bei unseren Nachforschungen stoßen wir auf Hinweise, dass Neo-Tempelritter finstere Pläne schmieden und sich zusätzlich ein alter Geheimbund in die Machenschaften einmischt.
Auf uns wartet eine verrückte Reise, die neben Paris unter anderem auch zu Schauplätzen in Irland und Syrien führt. Neben unserem sympathischen Heldenduo treffen wir immer wieder auf charismatische, skurrile und mysteriöse Charaktere. Die Figuren und Locations machen auch in der neuen Version den Charme von Baphomets Fluch aus.
Es hat Klick gemacht
Während das Gameplay identisch bleibt, bekommen wir noch ein paar mehr Hilfestellungen. Konnten wir im Director's Cut bereits Tipps aufrufen, ging das im Original noch nicht. Dort hieß es: rätseln, rätseln, rätseln.
In der Reforged Edition erhalten wir über das Menü Hinweise, sollten wir doch einmal feststecken. Allerdings steht uns nur ein Tipp pro fünf Minuten zu. Kommen wir direkt im Anschluss erneut nicht weiter, müssen wir eben warten.
Doch die Knobeleien machen den Reiz des Gameplays aus. Es gehört dazu, auch mal die grauen Zellen anzustrengen und an der Lösung zu arbeiten. Die Hilfestellungen sind dennoch ein angenehmes Feature für den Notfall.
Die Dialoge mit anderen Charakteren wurden ebenfalls leicht angepasst. Unwichtige Gegenstände aus Georges Taschen sind von den anderen separiert. Wir können Personen dennoch darauf ansprechen, wissen jedoch direkt, dass es uns außer ein paar witzigen Zeilen nichts bringt.
Das eigentliche Spielgefühl verändert sich nicht. Jede Location lässt sich mit einem Klick erkunden. Fahren wir mit dem Cursor über das Bild, werden uns interessante Dinge angezeigt. Außerdem kann George mit gesammelten Gegenständen aus seinen Taschen interagieren. Per Rechtsklick erhalten wir eine Beschreibung, per Linksklick führt unser blonder Charmebolzen eine Aktion aus - falls möglich versteht sich.
