Rätsel wie dieses stellen niemanden vor größere Probleme.
Klassische Adventures sind tot! Während Lucas Arts bereits vor längerer Zeit eingesehen hat, dass zweidimensionale Abenteuer inzwischen absolute Ladenhüter sind, wagen sich die Entwickler von Baphomets Fluch erst jetzt an eine 3D-Episode. Dabei stellte man allerdings von vornherein klar, dass man spielerisch den alten Konzepten treu bleiben wollte. Im Großen und Ganzen wurde dieses Vorhaben auch konsequent umgesetzt - und doch fanden eine ganze Reihe neuer Ideen den Weg ins Spiel. Die beiden Hauptdarsteller Nico und George haben bereits zwei Abenteuer hinter sich gebracht: Fans der Serie erinnern sich noch gut an die Tempelritter und deren verschwörerische Machenschaften. Doch Neulinge werden nicht im Stich gelassen. Die Geschehnisse der ersten beiden Teile können optional vor Spielbeginn nachgelesen werden. Das ist aber nicht zwangsläufig notwendig: Die Story des dritten Teils funktioniert nämlich auch sehr gut für sich allein. Während der Patentanwalt George Stobbart im Kongo den Tod eines Kontaktmannes miterleben muss, trifft Reporterin Nico Collard den Computerhacker, der ihr revolutionäre Informationen zukommen lassen wollte, ebenfalls ohne fühlbaren Puls an. Und schon stecken beide unabhängig voneinander in dicken Schwierigkeiten, die sie am Ende natürlich wiederum nur gemeinsam aus der Welt schaffen können.
Neues Gameplay
Nach dem fantastisch inszenierten und filmähnlichen Intro startet die Suche nach der Wahrheit recht gemächlich. Per Analog-Stick wird die Spielfigur durch detailarme, aber ansehnliche Umgebungen gelenkt. Die Kameraposition ist vom Spiel vorgegeben und folgt dem Spieler auf festen Bahnen, was gelegentlich für kleinere Orientierungsprobleme sorgt. Simple Schalterrätsel und spielerisch anspruchslose Kraxeleien überraschen eingefleischte Adventure-Fans zu Beginn. Glücklicherweise wartet im Verlauf des Spiels doch noch die eine oder andere Kopfnuss auf den Spieler, die an vergangene Zeiten erinnert. Offenbar wollte man die dritte Dimension konsequenter nutzen und baute einige Kletterpassagen und Kistenschiebereien ein. Beides fiel letztendlich allerdings reichlich unspektakulär und erstaunlich anspruchslos aus und hätte weit besser integriert werden können. Ebenfalls neu sind die Action-Sequenzen, die sich an die Quick-Time-Events aus Segas Shenmue anlehnen. Leider funktionieren diese nicht ganz so gut wie im Original, da selten klar ist, was der Spieler eigentlich tun soll. Richtigen Fans des Genres sind derlei Dinge natürlich ziemlich egal, wenn nur die Story und die Rätsel mit Qualität glänzen. Auf die Geschichte trifft diese Aussage durchaus zu, die Gehirnwindungen werden mitunter aber ziemlich unterfordert. Hier hatten die beiden Vorgänger sicherlich noch ein wenig mehr zu bieten.
Enttäuschende Technik
Die Optik hatte bei Adventures noch nie den höchsten Stellenwert, weswegen man in diesem Bereich Nachsicht walten lassen sollte. Dennoch fehlt es den Umgebungen des Abenteuers deutlich an Atmosphäre und Charme, nicht zuletzt bedingt durch die 3D-Optik, die keinesfalls mit aktuellen Spielen anderer Genres konkurrieren kann. Seien es die ausdruckslosen Gesichter der Darsteller, die groben Texturen oder das stellenweise störende Kantenflimmern - 3D-Grafik kann wesentlich schöner aussehen. Absolut indiskutabel sind die häufigen und langen Ladezeiten. Angesichts solcher Grafikbomben wie Prince of Persia oder des gerade in den USA erschienenen Legacy of Kain - Defiance, die fast komplett ohne Ladepausen auskommen, sind Wartezeiten von 20 Sekunden für einen neuen Raum eine Frechheit. Der Spielfluss wird dadurch empfindlich gehemmt und es empfiehlt sich, ein Nebenhobby wie Stricken zu haben. Von diesem Malus einmal abgesehen, wirkt die Technik des Spiels zudem etwas unfertig. Abgeschnittene Dialoge, kleinere Grafikfehler, heftige Ruckeleinlagen und seltsame Kameraschnitte finden sich über das ganze Spiel verteilt. Angesichts der langen Entwicklungszeit hätten solche Fehler nicht sein dürfen. George und Nico werden von den bereits aus den Vorgängern bekannten Sprechern vertont, aber auch die übrigen Sprecher leisten ordentliche Arbeit
