Spielegeschichte: Von 1970 bis 1980 - wie alles begann
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Die Computer- und Videospiele der 1970er-Jahre waren genauso schlicht wie prägend. Im ersten Teil unserer neuen Artikelreihe möchten wir den alten Klassikern Tribut zollen und gleichzeitig analysieren, wie sich das gesamte Medium innerhalb eines Jahrzehnts gewandelt hat.
Computer Space war das erste Computer- und/oder Videospiel überhaupt, das der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Innerhalb des ersten Jahres wurden 1000 Geräte gebaut sowie verkauft, was für alle Beteiligten profitabel genug war. Allerdings hatte man sich insgeheim mehr erhofft und wurde von der teils negativen Resonanz einiger Kunden überrascht, die das Spiel als zu "kompliziert" einstuften.
Im selben Jahr verbündeten sich die Studenten Bill Heinemann, Paul Dillenberger und Don Rawitsch und tüftelten auf einem HP-2100-Minicomputer die erste Version von The Oregon Trail aus, dem vermutlich allerersten Survival-Spiel. Der Spieler musste einen Treck über den namensgebenden Oregon Trail führen, um sicher von der Ost- zur Westküste zu gelangen. Dabei kümmerte er sich um die Versorgung und versuchte, den Treck so zügig wie möglich voranzubringen, um vor Wintereinbruch am Ziel zu sein. Das komplette Programm wurde in Textform dargestellt und vereinte Strategie- mit Adventure-Elementen. Der Spieler musste in jeder Runde eine Entscheidung treffen - beispielsweise, ob er lieber ein Fort zum Einkauf neuer Ressourcen ansteuern, einfach weiter dem Kurs folgen oder auf die Jagd gehen möchte.
Quelle: Wiki Commons
Auch vom dubiosen Cathode Ray Tube Amusement Device existiert nur noch das Originalschema, während das Gerät selbst schon seit Jahrzehnten nicht mehr existiert.
In letzterem Fall galt es, so schnell wie möglich das Wort "Bang" einzutippen, um möglichst viele Rationen zu ergattern. Allerdings entfernten die Macher dieses Geschicklichkeitselement in späteren Versionen. Womit wir bei der nächsten Besonderheit von The Oregon Trail angelangt wären: Es wurde stets weiterentwickelt und verbessert. Die nächste Version erschien 1975 und ist im Gegensatz zum Original auch heute noch spielbar. 1978 folgte eine Umsetzung für den Apple-II-Computer, womit das Spiel auch jenseits von Universitäten und Instituten zugänglich war. Diese beschränkte sich ebenfalls komplett auf Texte, während erst die Remakes ab 1985 auf eine bunte Grafik setzten.
Unendliche Weiten
Kehren wir zurück in das Jahr 1971 und widmen uns einem kleinen, aber feinen Spiel namens Star Trek. Hierbei handelte es sich um eine inoffizielle Adaption der berühmten Science-Fiction-TV-Serie, deren Urversion freilich auch auf einem Großrechner entstand - dem SDS Sigma 7.
Man manövrierte die USS Enterprise durch eine Mini-Galaxie und musste sich gegen eine Handvoll klingonischer Raumschiffe zur Wehr setzen. Erneut funktionierte das Spiel durch eine reine Textdarstellung, während man in aller Ruhe seine Crew mittels einfacher Kommandos befehligte. So bewegte der Spieler sein Schiff per Warpantrieb von einem Quadranten zum anderen, schoss mit Phasern oder Photonentorpedos auf die Klingonen und musste im richtigen Moment die gegebene Schiffsenergie auf die Schilde umschalten, um den unvermeidlichen Gegenangriff zu überleben.
Die Ping-Pong-Revolution
Bereits ein Jahr später sollte die Videospielindustrie den vielleicht wichtigsten Moment ihrer Geschichte feiern, als fast zeitgleich das Magnavox Odyssey und Ataris Pong die Bühne der Weltöffentlichkeit betraten. Hinter beiden Geräten standen die Namen zweier Männer, die man mit Fug und Recht als die ersten "Stars" der Branche bezeichnen kann: Ralph Baer und der bereits erwähnte Nolan Bushnell.
