Aliens: Colonial Marines im PC-Test - Das hat uns nicht gefallen + Fazit
Test
Aliens: Colonial Marines ist nach einer langen Entwicklungsodyssee endlich im Handel erhältlich. Wir nehmen den aktuellen Gearbox-Shooter in unserem Test ausführlich unter die Lupe und verraten euch, ob sich das Warten gelohnt hat. Soviel sei vorweg verraten: Atmosphäre und Story sind auf hohem Niveau, spielerische und technische Macken verwehren dem Spiel aber den Vorstoß in obere Wertungsregionen.
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Das hat uns an Aliens: Colonial Marines nicht gefallen
Künstliche Intelligenz
Zwar verrichtet die KI größtenteils ihren Dienst, gelegentliche Aussetzer schlagen aber ganz gehörig auf die Stimmung. Die aggressiven Aliens sind meist noch in ihrem Vorgehen nachvollziehbar, menschliche Kameraden und Kontrahenten hingegen bauen oft ziemlichen Mist. Dann rennen eure Kollegen an drei Aliens vorbei statt auf sie zu feuern, bleiben 300 Meter hinter euch stehen oder die Weyland-Yutani-Söldner gehen NEBEN einer Barrikade in Deckung. Hinzu kommt, dass eure KI-Kumpanen im Grunde unsterblich sind und sich auch so verhalten. Ein Alien-Nest? Immer rein da! Sperrfeuer? Da lauf ich doch durch. Ein Geschützturm? Haha, stell ich mich einfach davor. Ihr könnt sogar durch eure Kameraden hindurch feuern, da es keinen Teambeschuss gibt. Das führt den Survival-Aspekt mitunter ad absurdum, da ihr lediglich auf euch selbst achten müsst, während euer Team lustig durch die Gegend turnt.
Spielbalance und -logik
Während der Kampagne gab es eine Handvoll Aussetzer, die uns richtig ärgerten. Feindliche Granaten etwa sind viel zu stark geraten. Zum einen erscheint das Warn-Icon beinahe zeitgleich mit der Detonation, zum anderen ist eine solche Explosion selbst bei voller Gesundheit und Rüstung meist tödlich. Hier bleibt nur der Neustart vom Checkpoint - frustig. Manche Skripts wirken zudem unfreiwillig komisch. Dass eure Begleiterin etwa ein von der Story vorgegebenes "Mein Tracker zeigt keine Feindaktivität an" sagt, geht ja noch. Dass euer eigener Motion Tracker zeitgleich aber vor angezeigten Gegnern fast implodiert, mutet dann schon seltsam an. Derlei Vorkommnisse sind aber glücklicherweise eine Seltenheit.
Quelle: PC Games
Aliens: Colonial Marines - Grafisch reißt der Ego-Shooter sicher keine Bäume aus.
Technik
Die Soundeffekte, die englischen Sprecher und die Lichteffekte sind wie gesagt toll. Die Charaktere und deren Animationen immerhin noch solide. Die deutsche Synchro hingegen wirkt gelangweilt und emotionslos. Und am Rest der Technik nagt leider schon zum Release der Zahn der Zeit. Dass die Umgebungsgrafik relativ kühl, farbarm und düster wirkt, passt ja noch zur metallisch-kalten Alien-Ästhetik. Leider sind die Texturen zudem aber dermaßen niedrig aufgelöst und matschig, dass man sich fast an PS2-Zeiten erinnert fühlt. Auch Levelobjekte wie Tische, Monitore oder (so makaber es klingt) Leichen, sind in Zeiten eines Crysis doch arg niedrig aufgelöst und nicht mehr zeitgemäß. Hinzu kommt, dass man der Red-Ring-Engine der Entwickler ihre Unreal-Engine-3-Basis ansieht. Beim Laden eines Checkpoints oder einer neuen Mission könnt ihr mitunter (besonders auf der PS3, aber in geringerem Maße auch auf der Xbox 360 und dem PC) dem Laden der Texturen gemütlich bei einer Tasse Kaffee zusehen - unschön. Hinzu kommt starkes Tearing, das sogar auf dem PC mit eingeschaltetem Anti-Aliasing noch auffällt.
Spielzeit
Vielen mag es egal sein, solange der Spaß stimmt, erwähnen wollten wir es aber zumindest: Für einen Alien-Film wäre Colonial Marines mit seinen rund sieben Stunden und elf Missionen sehr lang, für ein Videospiel hingegen ordnet es sich eher am unteren Ende der Spielzeit-Skala ein. Zwar sind sieben Stunden für einen Ego-Shooter oder Action-Titel heutzutage fast schon Standard, dass es aber auch anders geht, bewiesen jüngst unter anderem Far Cry 3 und Dead Space 3.
