Age of Mythology Retold: Immortal Pillars - Das Add-on verpasst im Test eine wichtige Chance

Test Felix Schütz
Age of Mythology Retold: Immortal Pillars - Das Add-on verpasst im Test eine wichtige Chance
Quelle: PC Games

Age of Mythology geht in die Verlängerung, jetzt auch PS5! Die Erweiterung Immortal Pillars liefert eine brandneue Zivilisation und eine frische Singleplayerkampagne. Eigentlich ein schönes Paket, doch es fehlt an etwas.

Da darf man auch einfach mal loben: Wo andere Hersteller ihre Strategie-Marken regelrecht versauern lassen, geht Microsoft den umgekehrten Weg - und feuert bei Age of Empires aus allen Rohren. Das zeitlose Age of Empires 2 DE hat zum Beispiel gerade erst ein richtig starkes Add-on erhalten, allein die Patch-Notes für das nächste große Update sind abendfüllende Lektüre. Auch Age of Empires 4 wird ordentlich ausgebaut, die nächste Erweiterung wurde bereits enthüllt.

Und Age of Mythology: Retold? Das erreicht zwar längst nicht die Spielerzahlen von Age of Empires 2, erfreut sich aber zumindest wieder guter Gesundheit, der gelungenen Neuauflage sei Dank. Gerade erst wurde das Echtzeit-Strategiespiel auf die PS5 portiert, damit können auch Sony-Käufer zum ersten Mal in den spaßigen Götterschlachten abtauchen (dazu später im Test noch mehr!).

Noch wichtiger für die Fans dürfte aber Immortal Pillars sein - ein brandneues Add-on, das die Chinesen in den Mittelpunkt rückt und mit 20 Euro zu Buche schlägt. Ich habe es mit gemischten Gefühlen durchgespielt. Dabei macht die Erweiterung eigentlich vieles richtig.

Im zweiten Anlauf klappt's

Immortal Pillars ist streng genommen schon der zweite Versuch, Age of Mythology mit der chinesischen Sagen- und Götterwelt aufzudonnern: Das kläglich gescheiterte Add-on Tale of the Dragon ging schon 2016 in die gleiche Richtung, enttäuschte damals aber auf ganzer Linie. Immortal Pillars ist darum auch kein Remake von Tale of the Dragon, sondern eine komplette Neuentwicklung - und macht praktisch alles besser.

Im Kern der Erweiterung stehen die Chinesen als fünfte spielbare Zivilisation. Wie jedes Volk kommen auch sie mit ihren eigenen Göttern, Einheiten und Mechaniken. Zum Beispiel können sie nützliche Riesen (Kuafus) anstelle normaler Arbeiter ausbilden - die kosten dann zwar Gefallen, können dafür aber besonders schnell Gebäude hochzimmern, außerdem bauen sie Holz und Gold in Rekordzeit ab.

In unserem Testvideo könnt ihr euch anschauen, wie das Ganze in Aktion aussieht.

Gefallen verdienen die Chinesen auf eine denkbar langweilige Art: Sie müssen einfach nur ihre Gebäude nahe beieinander errichten, dazu wird ein praktischer Radius um jedes Bauwerk eingeblendet. Überschneiden sich die Bereiche, erhöht das langsam die Rate, mit der automatisch Gefallenspunkte aufs Konto fließen.

Die Chinesen müssen also ordentlich bauen, wenn sie auf mythologische Einheiten und Zauber setzen wollen - andererseits müssen sie sich nach dem Basisbau auch nicht mehr darum kümmern. Spannende Mechaniken sehen sicher anders aus, aber davon können die Ägypter ja bereits ein Liedchen singen.

Götter, Kräfte, Sagenwesen

Die Chinesen kommen voll ausgestattet mit eigenen Einheiten, coolen mythischen Kreaturen, Upgrades und einfach allem, was in Age of Mythology dazugehört.

Dazu zählen auch wieder drei individuelle Götter, die sich stark auf die eigene Spielweise auswirken: Fu Xi liefert zum Beispiel den Göttlichen Segen Yin und Yang, der alle vier Minuten zwischen einem Bonus für Arbeiter und einem für Soldaten und Belagerungswaffen wechselt. Die Götting Nüwa kann dafür magische Lehmbauern erzeugen, die kurzzeitig massenhaft Ressourcen sammeln, bauen, reparieren oder erkunden. Das ist vor allem in den Anfangsphasen extrem praktisch.

Bei den Sagenwesen erwarten euch zum Beispiel Zauberpferde mit Drachenköpfen (Qilins), die Einheiten in der Nähe heilen oder kampfstarke Vierbeiner (Yazis), die sich blitzschnell zu Feinden teleportieren.

Die mächtige Taotie-Bestie kann feindliche Soldaten verschlingen, um stärker zu werden. Und mit dem Qinglong ist ein fliegender Wasserdrache im Angebot, der nur von Fernkämpfern gekontert werden kann. Ein Highlight ist auch der cool designte Xuanwu: Diese Riesenschildkröte kommt mit einer bissigen Seeschlange obendrauf und ist in der Lage, sowohl zu Land als auch zur See zu kämpfen.

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