Verführerisch, vielseitig, tödlich und spielerisch überraschend unspektakulär
Im Kampf gegen viele Feinde kommt es aufs Timing an.
BILD: XBOX-ZONE
Als Zeichentrick-Heldin war sie ein aufreizendes Mysterium, als Filmheldin leider ein Flop - nun stellt sich die Frage, wie sich Aeon Flux als Videospiel-Ikone macht. Leider basiert die aktuelle Versoftung nicht auf der genialen Animationsserie von Flux-Erfinder Peter Chung, die damals auf MTV unzählige Fans entzückte. Das Videospiel beleuchtet lediglich die Vorgeschichte des gleichnamigen Kinostreifens mit Charlize Theron in der Hauptrolle.
Zur Story nur so viel: Sie übernehmen die Kontrolle über die vielseitige Spionin Aeon Flux, die für die Freiheit ihres Volkes kämpft. Ihr Gegenspieler ist dabei immer der charismatische Trevor Goodchild, mit dem die Heldin eine undurchschaubare Hassliebe verbindet. So extravagant die Story der Vorlage ist, so einfach ist die spielerische Umsetzung des Themas. Aeon Flux ist ein durchschnittliches, puzzlelastiges Action-Adventure mit sich ständigen wiederholenden Sequenzen.
Dabei haben sich die Entwickler mehr als deutlich von Prince of Persia und der auf Nintendo-Konsolen beheimateten Metroid-Serie inspirieren lassen. Von Letzterer wurden dreist die Passagen geklaut, in denen die Heldin als Kugel in Level-Abschnitte vordringt, die sonst unzugänglich wären. Was Kämpfe, Moves und Akrobatikeinlagen angeht, wird die Ähnlichkeit zu den PoP-Spielen sehr schnell deutlich. Alles in allem nicht schlecht kopiert, aber spielerisch nicht wirklich aufregend. Dazu kommt, dass Aeon Flux auch technisch gesehen keine Bäume ausreißt. Was hier geboten wird, sind solide designte Levels, ordentliche Grafik, aber auch eine zickige Kamera und unschöne Ruckler, sobald auf dem Schirm etwas mehr los ist.
