Die Menschen wollen ihre Ruhe, Waschbär Richie und seine Freunde Futter.
Verne und Richie haben den Tod im Nacken.
BILD: N-ZONE
Herzlichen Glückwunsch, Activision! Der Spielehersteller rettet nicht nur die GameCube-Besitzer vor der dürren Software-Flaute im Sommer, sondern ist heißer Kandidat auf den Titel "Filmlizenz-verwerter Nummer eins"! Nach den fantastischen Vier und den X-Men im letzten Monat erwachen in Dreamworks neuestem Animationsstreifen Waschbär Richie, Schildkröte Verne, Eichhörnchen Hammy und Stinktier Stella aus ihrem Winterschlaf und finden prompt den Weg auf den GameCube. Flugs schlüpft die raffgierige Bande ab durch die Hecke auf der Suche nach Kuchen, Pizza und anderen Naschereien.
Naschbären auf leisen Sohlen!
Allerdings steht zwischen der tierischen Bande und dem Schlaraffenland Kammerjäger Kevin, der euch nicht nur mit hinterlistigen Methoden am Eintritt ins Futterparadies hindern will, sondern mittels seiner Gedankenkontrollkappen auch vormals friedliche Hasen, Erdhörnchen und Ratten gegen euch aufhetzt. Im Wald, der Hecke, in der Vorstadt und natürlich auch im Freizeitpark, der Firma Vermtech oder der Bärenhöhle geht ihr wahlweise mit einem der vier tierischen Helden - oftmals auch als Duo und wenn vorhanden mit menschlichem Mitspieler - auf Beutezug und landet mitten in einer "Mission Impossible. Zumindest für normale Tiere! Aber die putzigen Waldbewohner wissen sich zu helfen. Verne, Hammy, Stella und Richie schleichen aus der 3D-Verfolgerperspektive an Bewegungsmeldern vorbei, springen über Laserbarrieren und lösen kleine Schalterrätsel, damit der Trupp weiter vorrücken kann.
Dabei ist Ab durch die Hecke weit entfernt von Splinter Cell-Mentalitäten, Action à la Shrek Superslam steht im Vordergrund. Alles, was man dabei im Garten so findet, darf zum Prügeln verwendet werden: Klosauger, Golfschläger, Nudelhölzer oder äußerst effektive Ping-Pong-Pistolen, die Tischtennisbälle im Sekundentakt verschießen, dass der Rückschlag unsere Helden fast umstößt. Dagegen haben selbst Horden von Kampfratten oder Hasen mit Kung-Fu-Kenntnissen keine Chance!
Öfter die Perspektive wechseln
Der Weg in Nachbars Garten führt auch über Stromleitungen.
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Auf eurem Beutezug habt ihr eine Menge zu tun: Ihr beladet beispielsweise einen Bollerwagen mit Vorräten, die eure Freunde aus der oberen Etage eines Wohnhauses werfen, oder eskortiert diesen anschließend ins Geheimversteck, bevor ihn Kevins Nagetierarmee zu Brennholz verarbeitet. Oder ihr flüchtet quer durch die Hecke, um der großen Tatze von Bär Vincent und Kevins tödlichen Elektroschockern auszuweichen, oder nehmt vor dem Wachhund des Freizeitparks Reißaus - hier wechselt die Kamera mitunter zu rasanten Frontalfahrten oder zeigt das Geschehen aus der Vogelperspektive.
Was durchaus peppig wirkt, funktioniert aber leider nur bedingt. Perspektivenwechsel können erfrischende Elemente der Inszenierung sein, doch in Ab durch die Hecke neigt die Kamera an einigen Stellen zu gravierenden Patzern und versperrt den Blick auf die Charaktere. Dafür fängt das Abenteuer die Stimmung des Films fast perfekt ein. Gerenderte Zwischensequenzen, so weit das Auge reicht, glasklare Sprachausgabe und jede Menge Humor zaubern vor allem jüngeren Spielern ein Lächeln auf die Lippen. Ein zusätzlicher Pluspunkt ist der Zweispieler-Coop-Modus, allerdings geht die Action zeitweise zulasten der Übersicht. Wer fleißig Bonusgegenstände sammelt, der schaltet nicht nur Original-Comics der Serie frei, sondern auch Minispiele, in denen ihr mit Golfcaddys ein Destruction Derby austragt.
