Bud Spencer und Terence Hill waren gestern, heute haut dieses Traumpaar auf die Pauke.
So läuft es immer im Spiel: Kane (ganz unten) geht voraus, seine Mitstreiter folgen ihm brav. In diesem Fall seilt sich das Quintett ab.
Die dänischen Action-Experten von IO Interactive melden sich zurück. Diesmal bescheren sie der Spielewelt allerdings kein weiteres Hitman-Abenteuer mit Agent 47, sondern eine völlig neue Marke. Kane & Lynch: Dead Men lässt den glatzköpfigen Attentäter in mancherlei Hinsicht allerdings echt alt aussehen.
Waldi passt auf
Der Spieler übernimmt die Rolle des Kane, eines ehemaligen Söldners der Gruppierung "The 7". Zwei Überlebende dieser Fraktion veranlassen Kanes Befreiung just an genau jenem Tag, an dem er hingerichtet werden soll. Allerdings wird er gleich darauf von seinen Rettern beschuldigt, sich die gemeinsame Beute unter den Nagel gerissen zu haben. Seine Befreier stellen ihm ein Ultimatum zur Wiederbeschaffung der Kohle, andernfalls droht man ihm, seine Frau und seine Tochter umzubringen. An Kanes Seite beordern seine ehemaligen Kollegen den seltsamen Kauz Lynch, der als Aufpasser fungieren soll.
Sie sehen das Geschehen aus der Third-Person-Perspektive und in jeder Mission wird geballert, bis der Arzt kommt. Von Ihrem Partner Lynch erhalten Sie Muni-tionsnachschub, wenn Ihnen diese ausgeht. Geben Sie zudem einmal den Löffel ab, eilt Lynch herbei und reanimiert Sie mit einer Adrenalinspritze, allerdings nicht unendlich oft. Beißen Sie in einem Kapitel nämlich zu häufig ins Gras, wirft Sie die Überdosis Adrenalin wieder an den Anfang des Spielabschnitts zurück.
Außerdem können Sie mit Lynch sogar Waffen austauschen, allerdings funktioniert dies etwas umständlich mit dem rechten Ministick. Obendrein dürfen Sie dem Wachhund Lynch sogar Befehle erteilen. Per Tastendruck folgt Ihnen dieser, nimmt für Sie Gegner ins Visier oder positioniert sich an einer gewünschten Stelle. Im Gegensatz zum Austausch der Waffen geht das Erteilen der Kommandos sehr einfach von der Hand. Lynch bleibt aber nicht der einzige Partner an Kanes Seite. Im Laufe der Handlung sind Sie sogar zu fünft unterwegs und befehligen alle vier Mitstreiter.
Panik im Tanzlokal
Eines der wenigen grafischen Highlights ist diese Massenpanik in einer Diskothek.
Klingt alles aufregend, für unseren Geschmack geht es aber einen Tick zu eintönig in Kane & Lynch: Dead Men zur Sache, denn Sie dürfen lediglich ballern, ballern und nochmals ballern. Immerhin wechseln aber die Schauplätze regelmäßig, damit ist also wenigstens grafische Abwechslung garantiert.
Bedauerlicherweise spielt die Grafik nicht auf oberstem Xbox-360-Niveau mit. Einzig Massenszenen wie eine Panik in einer Diskothek sehen beeindruckend aus. Dafür punktet der Eidos-Titel mit einer stylischen Präsentation, welche die simpel gestrickte, aber packende Handlung spannend erzählt. Dazu tragen vor allem auch die Synchronstimmen der Hauptdarsteller bei, die sich auch auf Deutsch wie ein altes Ehepaar herrlich miteinander zanken. Wie so häufig klingen etliche Nebencharaktere aber eher unmotiviert. Dafür hört sich immerhin der Soundtrack des Spiels sehr passend an.
