Castlevania: Lords of Shadow im Test - Das hat uns nicht gefallen + Wertung

Test Thorsten Küchler

Konamis legendäre Action-Serie mutiert zum God of War-Konkurrenten und will endlich ihren 3D-Fluch besiegen. In unserem Test zu Castlevania: Lords of Shadow für PS3 und Xbox 360 lest ihr, ob es geglückt ist.

Das hat uns nicht gefallen:

Wirre Kamera, wenig zu erforschen
Insgesamt umfasst Gabriels Abenteuer knapp 50 getrennte Schauplätze. Ihr wandert also nicht durch eine zusammenhängende Welt, sondern klappert eine Mission nach der anderen ab. Diese Tatsache wird einigen Castlevania-Fans sauer aufstoßen, denn sie schränkt euren Forscherdrang enorm ein. Okay, ihr könnt jederzeit in beendete Kapitel zurückkehren, um nach versteckten Extras zu suchen - wirklich motivierend ist das aber nicht. Ebenfalls schlecht: Die Kamera zeigt stets fest vorgegebene Blickwinkel, manuelles Nachjustieren ist nicht möglich. Dies sorgt zwar für teils wunderschöne Panorama-Ansichten, macht aber auch die Orientierung unnötig kompliziert. Zu allem Übel gibt es auch keine Levelkarte, was an einigen Stellen echte Frustgefahr birgt. Ebenfalls ein Witz: Einige Levelbegrenzungen sind derart albern (Gabriel kann an einer Stelle nicht über ein 10 cm hohes Büschchen hüpfen!), dass sie bedrohlich an der Glaubwürdigkeit der Spielwelt kratzen.

Brillante Idee: Eine Hexe schrumpft Gabriel und setzt ihn in ihre Musikbox ... Quelle: Konami Brillante Idee: Eine Hexe schrumpft Gabriel und setzt ihn in ihre Musikbox ... Die Story hält nicht, was ihr Beginn verspricht
"Ich setz die Maske auf und schock die Welt", palavert der deutsche Rapper Sido in einem seiner Songs. Im Falle von Gabriel, dem Helden aus Lords of Shadow, müsste die Zeile eher "Ich setz die Maske auf und rette die Welt" lauten. Denn der langhaarige Bursche will nicht nur seine verstorbene Braut von den Toten auferstehen lassen, sondern auch den Untergang der Welt verhindern. Zu diesem Zweck benötigt er eine legendäre Maske, die ihrem Träger unendliche Macht verleiht. Dummerweise ist der Visagendeckel in Einzelteile zertrümmert und an die bösesten Buben des Universums verteilt worden. Im Klartext: Ihr müsst in der Rolle des Gabriel ungezählte Widerlinge verklopfen, um so schließlich für den Sieg des Guten zu sorgen. Die Handlung erstreckt sich über knapp 15 Spielstunden, wird gegen Ende hin aber immer dünner. Zudem wirken einige Wendungen arg absurd - einzig der Schlussgag ist hervorragend gelungen.

Wenig motivierendes Extra- und Upgrade-System
Nach dem Durchspielen erwarten euch noch diverse Extras. Diese sind aber längst nicht so packend wie erhofft. So dürft ihr eine Art Teufelsschach separat spielen, könnt diverse Bildschirmanzeigen an- oder abschalten und den Abspann erneut betrachten (gähn!). Der auf dem Papier spannendste Bonus entpuppt sich ebenfalls als Rohrkrepierer: Ihr könnt Gabriel mit der aus Metal Gear Solid bekannten Augenklappe ausstatten und ihm ein Kopftuch aufsetzen. Dies hat aber keinerlei spielerische Auswirkungen und ist zudem während des Spielgeschehens kaum zu erkennen. Auch das Upgrade-System ist nicht perfekt: Zum einen hortet ihr schnell massenhaft Erfahrungspunkte, zum anderen sind die meisten Upgrades völlig nutzlos - wir haben fast das ganze Spiel mit den Standardattacken bestritten.

Bildergalerie

Wertung zu Castlevania: Lords of Shadow (PS3)

Wertung:

86 /10
Pro & Contra
Grandiose Spuk-Atmosphäre dank wunderschön designter Levels und toller SprecherClevere, stets logische Puzzles samt überaus intelligenter HilfsfunktionGut durchdachtes, motiverendes Kampf- und Magiesystem mit frischen IdeenUmfang fürs Action-Genre enorm groß, ihr braucht ca. 15 Stunden zum Durchspielen.
Gut gemeintes, aber nur bedingt motivierendes Upgrade-SystemOrientierungsprobleme wegen schlecht gewählter Kamerawinkel; keine Level-Karte
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