Castlevania: Lords of Shadow im Test für PS3 und Xbox 360 - Ab sofort im Handel erhältlich
Der Gott steckt im Detail: Nahezu alle Levels des Spiels sehen atemberaubend gut aus. Ein dickes Lob an die Designer! [Quelle: Siehe Bildergalerie]
Castlevania: Lords of Shadow im Test: Videospiel-Veteranen bekommen beim Namen Castlevania feuchte Augen - denn Konamis berühmte Vampirjägersaga gehört zu den Highlights der Software-Historie. Allerdings mit einer Einschränkung: Nur die 2D-Episoden waren Meilensteine des Spielspaßes, die 3D-Teile hingegen zumeist Schrott. Mit Castlevania Lords of Shadow soll sich das ändern. Das Action-Adventure wurde unter der Aufsicht von Hideo Kojima (dem Genie hinter der Metal Gear Solid-Serie) mitentwickelt, sieht aus wie God of War und spielt sich auch so - ein sicherer Hit also? In unserer nachfolgenden Review geben wir euch die Antwort!
Das hat uns gefallen:
Clever durchdachtes Kampf- und Magiesystem
Wie im offensichtlichen Vorbild God of War haut ihr euch durch zumeist recht lineare 3D-Areale und vertrimmt dabei ganze Monsterhorden. Dazu nutzt ihr das ebenso intuitive wie intelligente Kampfsysten: Eine Taste für schnelle Schläge, eine für starke Schläge, eine zum Gegner-am-Kragen-Packen - mehr braucht ihr nicht zu kapieren. Kombo-Attacken sind zu Beginn nur sehr eingeschränkt möglich. Der Grund: Ihr müsst alle komplexeren Offensivoptionen erst freischalten. Und so geht's: Durch das Besiegen einzelner Gegner erhaltet ihr Erfahrungspunkte, die ihr wiederum im Upgrade-Menü gegen frische Kombos eintauscht. Gabriel verfügt zudem über zwei Arten von Zauberei.
Während die Schattenmagie eure Stärke steigert und ihr somit mehr Schaden austeilt, bringt die Lichtmagie mit jedem ausgeteilten Treffer ein Stück von Gabriels Lebensenergie zurück. Der Clou daran: Ihr müsst bereits beim Einsaugen der Zauberenergie (wird beim Erledigen von Feinden freigesetzt) entscheiden, welche Zaubervariante ihr wieder aufladen wollt. Somit kommt eine taktische Komponente ins Spiel, die dem Action-Abenteuer Tiefgang verleiht - klasse gemacht. Neben der Kettenpeitsche, die Gabriel für seine Standardangriffe nutzt, hat der coole Held vier Sekundärwaffen im Gepäck. Das Weihwasser verbrennt Untote, kleine Feen lenken Gegner ab, Silberdolche perforieren Angreifer und der Blutkristall entfacht ein Inferno, das sämtliche Feinde vom Bildschirm fegt. Allerdings stehen euch diese praktischen Gimmicks nicht unbegrenzt zur Verfügung, ihr müsst sie stets einzeln in den Levels einsammeln.
Drück mich, ich bin ein Knopf: Wie im Action-Genre inzwischen üblich, müsst ihr auch in Castlevania diverse Quicktime-Events meistern. [Quelle: Siehe Bildergalerie]
Abwechslungsreicher Spielverlauf
Immer wieder müsst ihr steile Berge oder Festungsmauern emporklettern und über Abgründe hüpfen. Außerdem kann Gabriel seine Kettenpeitsche als Wurfhaken verwenden und sich so über Schluchten schwingen. Das alles klingt jedoch komplizierter, als es sich spielt. Und wenn ihr doch mal abstürzt, lässt euch das Spiel sofort wieder am letzten Rücksetzpunkt neu beginnen. Dass die Entwickler möglichst wenige Stolpersteine einbauen wollten, merkt man auch an den Rätseln. Die Denkeinlagen sind allesamt sehr logisch und niemals unfair. So müsst ihr beispielsweise Lichtstrahlen umfärben, Bodenplatten in der korrekten Reihenfolge aktivieren und sogar eine dämonische Schachvariante spielen. Genial gelöst: Vor jedem Puzzle erhaltet ihr eine passende Schriftrolle, die die jeweilige Aufgabe erklärt. Und nicht nur das: Das digitale Pergament bietet euch außerdem an, die Lösung zu kaufen! Wer also auf Erfahrungspunkte verzichten kann, darf die Rätsel einfach überspringen. Aber glaubt uns: Ihr verpasst einige wirklich tolle Momente, wenn ihr die Puzzles nicht selber löst.
Filmreife Präsentation, saubere Technik
Aus der Rubrik "Nicht verpassen" ist die Technik von Castlevania: Lords of Shadow. Das fängt bereits damit an, dass das Spiel zu Beginn keine Installation vornimmt - leider eine Seltenheit auf der PS3! Weitere Pluspunkte sammelt der Titel mit seiner Grafik: Die ist zwar nicht ganz so bombastisch wie in God of War 3, besticht dafür aber durch ihr stimmungsvolles Design. Egal ob riesiges Spukschloss, verwunschener Wald oder überleuchtete Eislandschaft: Die Schauplätze sehen allesamt grandios aus und versprühen eine Atmosphäre wie aus einem Gruselfilm. Hinzu kommt ein Monsterkader, der sich aus allem rekrutiert, was das Horror-Genre hergibt: Werwölfe, Skelette, Drachen, Vampire, Orks, Goblins, Fledermäuse - Gabriel haut die fein animierten Biester alle um! Und im Hintergrund poltert der brillante Soundtrack: Eine grandiose Mischung aus Orchesterklängen und altbekannten Castlevania-Versatzstücken! Sogar die eine oder andere Hommage an andere Spiele wurde akustisch eingebaut: So erklingt zum Beispiel an einer bestimmten Stelle ganz kurz das Metal Gear Solid-Titelthema. Und auch die Sprecher sind famos: Patrick Stewart alias Captain Picard aus Star Trek agiert als Erzähler, zahlreiche weitere berühmte Schauspieler sprechen die Hauptdarsteller. Eine deutsche Sprachausgabe gibt es indes nicht, einzig die Untertitel wurden übersetzt.
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