Yo-kai Watch Blasters: Mit Whisper und Jibanyan auf Geisterjagd

Test Cosima Staneker
Yo-kai Watch Blasters: Mit Whisper und Jibanyan auf Geisterjagd
Quelle: Nintendo

Habt ihr euch einmal gefragt, wie es wäre, in die Haut eurer liebsten Yo-kai zu schlüpfen, um bösen Geistern ordentlich einzuschenken? In Yo-kai Watch Blasters geht dieser Traum nun in Erfüllung! Welche Stärken und Schwächen Nintendos Action-Abenteuer hat und wer sich den bunten Gespenster-Spaß für den 3DS holen sollte, zeigen wir euch im Test.

Wenn die Schreckenszeit hereinbricht und böse Yo-kai durch die Straßen stapfen, liegt es an den tapferen Blasters-Teams, die Schwächeren zu beschützen. Blöd nur, wenn einem beim Anblick der wütenden Ungeheuer das Blut in den Adern gefriert.

So und nicht anders ergeht es der hasenfüßigen Gurkentruppe um Kapitän und Ex-Yo-kai-Butler Whisper. Ob er und seine gespenstischen Freunde es schaffen, ein echtes Blasters-­Team zu werden, liegt in eurer Hand. Im kunterbunten Blasters-Haus interagiert ihr mit mehreren Objekten und Personen. Nicht alles hat jedoch eine Funktion. Quelle: Nintendo Im kunterbunten Blasters-Haus interagiert ihr mit mehreren Objekten und Personen. Nicht alles hat jedoch eine Funktion.

Ein Kinderspiel

Im Gegensatz zur Hauptreihe kämpft ihr in Yo-kai Watch Blasters (jetzt kaufen 152,99 € ): Weiße-Hunde-Brigade und Rote-Katzen-Kommando in Echtzeit gegen andere Monster. Dabei rennt ihr nicht als Nathan beziehungsweise Katie (aus den Hauptspielen) durch eine offene Spielwelt, sondern erfüllt in der Vogelperspektive als Yo-kai einzeln anwählbare Missionen in Lenzhausen und Umgebung. Erreicht ihr in der vorgegebenen Zeit das angegebene Ziel, erhaltet ihr eine Belohnung und kehrt zu eurem Hauptquartier zurück.

Das Spielprinzip auf den Missionen erinnert stark an Pokémon Rumble: Feindlichen Monstern begegnet ihr mit direkten Schlägen, jeder Yo-kai setzt darüber hinaus zwei individuelle Spezialattacken ein und führt bei voller Seelenanzeige einen Ultiseelschlag aus. Taktiker besetzen ihr vierköpfiges Blasters-Team mit je einem Krieger, Wächter, Heiler und Schützen, wobei die zwei zuletzt genannten Klassen andere Yo-kai mit Effekten belegen. Wie lange diese andauern, ist leider nicht genau ersichtlich. Sinkt die Lebensanzeige aller Team-Mitglieder auf null oder erreicht ihr das Ziel nicht in der vorgegebenen Zeit, scheitert ihr und müsst die Mission wiederholen. Die Kämpfe machen durchaus Spaß, bieten aber quasi keine Herausforderung.

Gespenstische Probleme

Bosse heizen euch mit Flächenschäden und Phasenwechseln so richtig ein. Dass ihr nur zwei Items gleichzeitig tragen könnt, wird euch hier schmerzhaft bewusst. Quelle: Nintendo Bosse heizen euch mit Flächenschäden und Phasenwechseln so richtig ein. Dass ihr nur zwei Items gleichzeitig tragen könnt, wird euch hier schmerzhaft bewusst. Auf dem Touchscreen verrät euch die Karte den Standort von Feinden, Freunden, Items sowie Onikugeln. Da ihr mit Letzteren nahezu alle Vorgänge im Hauptquartier bezahlt, artet das Sammeln der Ressource im späteren Spielverlauf zu einem schier unerträglichen Grind aus. Das sehr unübersichtliche Kampfgeschehen sowie der niedrige Schwierigkeitsgrad trüben dagegen von Beginn an die Stimmung. Einzig die Bosskämpfe sorgen für Abwechslung und sind herausfordernd. Das liegt jedoch nicht nur an den diversen Mechaniken und Phasen, auf die ihr eure Spielweise anpassen müsst, sondern leider auch an der KI eurer Yo-kai-Freunde. Diese rennen auch mit nahezu leerer Lebensanzeige freudig in die Arme des Gegners und machen euch damit das Leben schwer. Zudem weigern sie sich scheinbar, ihre Ultiseelschläge selbstständig auszuführen. Als wäre das nicht schon genug, wirken eingesetzte Items nur auf den Yo-kai, den ihr gerade steuert. Wer sein Team am Leben halten und den größtmöglichen Schaden austeilen will, muss daher mitten in hitzigen Kämpfen mehrmals den Charakter ­wechseln.

Ghostblasters!

Manchmal habt ihr die Chance, besiegte Yo-kai in euer Blasters-Team aufzunehmen. Das damit verbundene, niedlich gestaltete Minispiel meistert man schnell. Quelle: Nintendo Manchmal habt ihr die Chance, besiegte Yo-kai in euer Blasters-Team aufzunehmen. Das damit verbundene, niedlich gestaltete Minispiel meistert man schnell. Trifft man auf andere Yo-kai, verliert man im Handgemenge oftmals den Überblick. Der Einsatz von Ultiseelschlägen macht das sogar teilweise noch schlimmer. Quelle: Nintendo Trifft man auf andere Yo-kai, verliert man im Handgemenge oftmals den Überblick. Der Einsatz von Ultiseelschlägen macht das sogar teilweise noch schlimmer. Eure tapferen Helden entspannen sich zwischen den Missionen im Hauptquartier. Hier greifen euch mehrere ulkige Charaktere unter die Arme, wobei ihr den meisten erst im Laufe eurer Reise begegnet. Bei Frohland ändert ihr eure Team-Aufstellung und stattet eure Yo-kai mit nützlichen Items aus. Diese kauft ihr wiederum in Simpels Laden oder sammelt sie in den Missionen. Bei Renné levelt, entwickelt und fusioniert ihr eure Monster, Boss Signalabim stellt für euch aus seltenen Materialien wertvolle Ausrüstungen her. Anfangs ist das noch nicht wirklich nötig, doch gerade in den späteren Kapiteln bringt euch das praktische Vorteile. Fortgeschrittene Spieler können zudem überflüssige Yo-kai zu mächtigen Seelensteinen transformieren sowie per StreetPass gegen andere Blasters-Teams antreten. Im Blasters-Haus habt ihr außerdem Zugriff auf das Yo-kai-Pad. Auf diesem sind mehrere nützliche Apps installiert. Unter anderem zeigt euch das Pad an, wie viele der 63 Trophäen ihr bereits errungen habt und welche der 413 Monster euch noch fehlen. Da sich die zwei Versionen Weiße-Hunde-Brigade und Rote-Katzen-Kommando nicht nur in der Auswahl der Missionen und der anzutreffenden Bosse, sondern auch in den sammelbaren Yo-kai unterscheiden, kommt euch die integrierte Tausch-Funktion hier zugute.

Nach etwa acht Stunden habt ihr alle Haupt- und Nebenmissionen erledigt. Viele Spielminuten gehen für die witzig animierten und gut auf Deutsch vertonten Zwischensequenzen sowie das Sammeln der Onikugeln drauf. Besonders schade ist der Umstand, dass sich Blasters die erste Hälfte über wie ein nicht enden wollendes Tutorial anfühlt, da man ständig an die Hand genommen und nicht in Ruhe gelassen wird. Spätestens hier macht sich bemerkbar, dass sich Yo-kai Watch Blasters in erster Linie an eine junge Zielgruppe richtet.

Neben der Handlung und den Oberbossen geht ihr auch auf freie Patrouillen. Ideal, um viele Onikugeln zu sammeln. Quelle: Nintendo Neben der Handlung und den Oberbossen geht ihr auch auf freie Patrouillen. Ideal, um viele Onikugeln zu sammeln. Nach Abschluss der Hauptstory warten jedoch auch auf ältere Spieler ein paar Herausforderungen. Besonders der Boss-Modus, bei dem ihr alle Endgegner erneut herausfordert, sorgt für Spannung. Dass ihr dabei auf den gegnerischen Level zurückgestuft werdet, erfordert eine durchdachte Taktik sowie ein gut aufgestelltes Blasters-­Team. Wer die Obermotze auf Normal schlägt, kann sich danach auf einer höheren Schwierigkeitsstufe noch mal heranwagen. Weiterhin könnt ihr mit bis zu drei Freunden über eine lokale oder Online-Verbindung auf Missionen gehen. Seid ihr erfolgreich, dürft ihr euch ein Item als Belohnung aussuchen. Entscheiden sich zwei Spieler für denselben Preis, müssen sie gegeneinander antreten. Den Mehrspieler-­Modus konnten wir leider noch nicht ausprobieren.

Auch wenn der geringe Schwierigkeitsgrad in Yo-kai Watch Blasters über weite Strecken am Spielspaß zehrt, bietet das Spin-off gerade für Fans der Hauptspiele ein frisches Erlebnis.

Fazit und Wertung

Meinung

Wertung zu Yo-kai Watch Blasters (3DS)

Wertung:

7.0 /10
Pro & Contra
Spaßige BosskämpfeHauptquartier bietet viele FunktionenSammeln der Yo-kai ist motivierendNiedliche Grafik und MusikEinwandfreie SteuerungKindgerechtes Action-Adventure
KI bereitet SchwierigkeitenUnübersichtliche KämpfeStarker Ressourcen-GrindWenig Gründe, mehr als vier Yo-kai aufzustufenHauptstory sehr leicht und kurz
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