Yakuza 4 im Test für Playstation 3: Ein seltsames Spiel! Ihr erlebt deftige Action, treibt extrem viel Blödsinn und lernt nebenher Japan kennen. Abgedrehte Minispiele, großer Umfang, aber schwache Technik.
Seltsam. Obwohl das Open-World-Gangster-Abenteuer grafi sch teils beschämend übel daherkommt, steckt die Spielwelt dennoch voller technischer Meisterleistungen. Denn die Entwickler haben auf der Blu-ray ein lebendiges Stück Japan verewigt. Ihr streift in der Rolle vier verschiedener Charaktere durch die Spielwelt, prügelt euch mit vielen Gangstern, löst Aufträge in Form teils langwieriger Schnitzeljagden und verliert euch in den unzähligen Minispielen und Nebenaufgaben. Yakuza 4 ist ein eigenwilliger Mix aus Prügelspiel, RPG, Adventure und Lebenssimulator. Und das alltägliche Leben in Japan wird darin mit all seinen skurrilen Facetten eingefangen. Von der korrekten Etikette unter Yakuza-Clans über realistisch bestückte Supermärkte bis hin zu den Plastik-Speisen, die als Karte vor Restaurants angebracht sind.
ABSURDER GENREMIX
Spielerisch macht Yakuza 4 weder viel verkehrt noch irgend etwas richtig brillant. Das Kampfsystem macht Spaß und bietet mit fortlaufender Spielzeit mehr Tiefgang. Klasse ist die Möglichkeit, Umgebungsobjekte als Waffe zu missbrauchen. Schön auch, dass jede Spielfigur einen eigenen Kampfstil besitzt. Die Story ist diesmal geradliniger als in Teil 3. Es gibt weniger Nebenaufgaben und die Handlung schreitet schnell voran. Sie wird aber nur in japanischer Sprache und englischen Texten erzählt. Auf Dauer nervt die hakelige Steuerung leider etwas. Dafür entschädigen die absurd schrägen Minispiele. Ihr werdet Tunnel graben, Massagen genießen, Billard spielen, Automatenspiele zocken, Hostessen beeindrucken und vor der Polizei davonrennen. Und das ist nur die Spitze des absurd-faszinierenden Eisbergs. Wer schräge Spiele mit großem Umfang mag, der wird hier fündig.
